Mehr als 175 Jahre aktiv für die evangelische Diaspora

Das Gustav-Adolf-Werk (GAW) ist das älteste evangelische Hilfswerk in Deutschland und das Diaspora-Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland, das Protestanten in vielen Ländern der Welt unterstützt.

© Gustav-Adolf-Werk

D. Chr. Grossmann

 

 

1832 rief eine Gruppe Leipziger Bürger zu einer Sammlung "im ganzen protestantischen Deutschland" für ein Denkmal zu Ehren des Königs Gustav II. Adolf von Schweden auf. Anlass war der 200. Todestag des Schwedenkönigs, der "für die evangelische Sache" kämpfte (wobei er natürlich auch politische Ziele verfolgte) und am 6.11.1632 in der Schlacht von Lützen gefallen war. mehr (JPG, 785 KB)*

Doch das war den Männern um den Leipziger Superintendenten D. Christian Großmann zu wenig. Sie gaben sich mit dem Gedanken eines steinernen Denkmals nicht zufrieden. Sie wollten ein "lebendiges Denkmal" errichten. mehr (JPG, 288 KB) *

Am 14.12.1832 wurde im Leipziger Tagblatt zur Gründung einer "lebendigen und bleibenden Anstalt" aufgerufen, einer "Anstalt zu brüderlicher Unterstützung bedrängter Glaubensgenossen ... in und außerhalb Deutschlands."

Viele folgten diesem Aufruf. Damit war die "Gustav-Adolf-Stiftung" in Leipzig gegründet. Wenige Wochen später kam es in Dresden zur Gründung einer weiteren gleichnamigen Stiftung.

1833 konnte bereits im Rahmen des 1. Projekts die lutherische Siedlungsgemeinde Karlshuld bei Ingolstadt für den Bau einer evang. Kirche finanziell unterstützt werden.

© Gustav-Adolf-Werk

Karl Zimmermann

1841 richtete der Darmstädter Hofprediger Karl Zimmermann einen Aufruf, einen Verein für die Unterstützung der hilfsbedürftigen protestantischen Gemeinden zu gründen.

1842 schlossen sich die sächsische Gustav-Adolf-Stiftung und der hessische Diaspora-Verein in der Thomaskirche zu Leipzig feierlich unter dem Namen "Evangelischer Verein der Gustav-Adolf-Stiftung" zusammen. Organisationsform: gleichberechtigte Haupt- und Zweigvereine „in den deutschen Landen“. Als Ort für die Zentrale wurde Leipzig bestimmt.

1843 wurde das Gustav-Adolf-Werk in Württemberg gegründet. Durch Verfügung des zuständigen Königlichen Ministeriums ist das jährliche Opfer bis heute am 1. Advent für das Gustav-Adolf-Werk zu erheben.

1851 entstand in Berlin der 1. Gustav-Adolf-Frauenverein. Dieses Datum feiert die heutige Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk als ihren Geburtstag.

Nach der Zerstörung der Zentrale des Gustav-Adolf-Werks in Leipzig und der langen Trennung der Werke von Ost und West konnte schließlich 1992 nach der Wiedervereinigung das Gustav-Adolf-Werk e.V. Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland in Herrnhut gegründet werden.

Ab 2000 werden vom Gustav-Adolf-Werk auch wieder protestantische Kirchen und kirchliche Einrichtungen in der innerdeutschen Diaspora unterstützt.

* aus: "Der Gustav-Adolf-Verein in Haupt und Gliedern", Verlag von F.C.W. Vogel, Leipzig 1882