Deutscher Nachtisch

Zum Muttertag habe ich meiner Gastfamilie Kalte Inge zubereitet. Es hat ihnen sehr geschmeckt und sie haben auch gleich Manjar dazu gegessen. Manjar oder Dulce de leche (Suessigkeit aus Milch) ist eine karamellaehnliche, braune Masse, die man hier vor allem am Nationalfeiertag im September mit Alfajores und Keksen isst.

Selbstgemachte Empanadas

Meine Gastmutter hat mir letzte Woche beigebracht wie man die traditionellen Empanadas del horno zubereitet. Sehr lecker und sehr einfach!

Muttertag

Der Muttertag wird hier viel groesser gefeiert als bei uns. Es gibt extra eine Auffuehrung der Kinder und ein kleines Buffet im Kindergarten. Jedes Kind hat auch mehrere Geschenke fuer seine Mutter. Wir Tías haben den Raum fuer diesen Anlass geschmueckt.

Club Volley Isla Teja

Mit meinem Volleyball-Verein sind wir jetzt in die Saison gestartet. Im Gegensatz zu Deutschland ist es hier ganz normal fast 2 Stunden zu seinem Gegner zu fahren. Die Distanzen sind einfach viel groesser. Wir haben leider 2 von 3 Spielen verloren, aber wir hatten trotzdem viel Spass!

Abschied

Nach 2 Wochen sind meine Eltern auch schon wieder zurueck nach Deutschland gereist. Fuer mich war es ganz komisch meine beiden Familien gleichzeitig da zu haben. Es war aber sehr interessant und hat viel Spass gemacht zu uebersetzen.

Taller: Kekshaus

Vor einigen Wochen habe ich mit den beiden aelteren Gruppen Kekshaeuser gemacht. Jeder konnte sein eigenes Haus aus Keksen, Puderzucker und Gummibaerchen bauen. Es hat ihnen viel Spass gemacht und nebenher wurde natuerlich kraeftig genascht.

Besuch aus Deutschland!

Lago Chungará

Meine Eltern und ich bei der Wanderung zu Hoehlenmalereien in der Naehe von Putre

Rund um ist ueberall Wueste. Die Staedte befinden sich in Oasen.

Am 12. April habe ich mich auf den Weg nach Santiago gemacht um meine Eltern vom Flughafen abzuholen. Sie sind fuer zwei Wochen nach Chile gekommen um mich zu besuchen, das Land, Valdivia und meine Projekte kennenzulernen.
In der ersten Woche war ich mit ihnen zusammen unterwegs und so sind wir in die noerdlichste Stadt Chiles, Arica, gereist. Von dort ging's nach Putre, eine kleine Stadt auf 3600 Metern. Putre ist Ausgangspunkt fuer Ausfluege ins Altiplano an der Grenze zu Bolivien. Wir konnten Flamingos, Nandus, Alpakas, Lamas, Vicuñas und hasenaehnliche Ratten sehen. Die Landschaft war sehr beeindruckend! Vom Rande der trockensten Wueste der Welt ging es auf ueber 4.500 Meter zum beruehmten Lago Chungará, der direkt am Fusse des Vulkans Parinacota liegt. Von Arica aus sind wir fuer zwei Tage nach Tacna, Peru, gefahren.

Projekte April

Osterhasen aus Klopapierrollen

Kleine Ostereier aus Eicheln

Fuer Ostern habe ich mir ein paar Talleres ueberlegt, die ich mit den Kindern machen wollte. Ostern bedeutet hier auch gleichzeitig, dass es Herbst ist. Deshalb habe ich mit den Kindern aus dem Jardin mit trockenem Laub ein Blatt-Bild gemacht. Beim Spazierengehen habe ich hunderte Eicheln gesammelt um sie mit den Kinderen aus beiden Projekten bunt anzumalen und mit Glitzer zu bestreuen - und fertig waren unsere Ostereier!
Mit den Aelteren habe ich Osterhasen aus Klopapierrollen gebastelt und jeder konnte seinen Hasen dekorieren wie er wollte.

Panguipulli - Parque Nacional Huilo Huilo

Am Samstag sind Charlotte und ich nach Panguipulli gefahren. Dort gibt es einige Seen und den Parque Nacional Huilo Huilo. Leider waren die Wasserfaelle, die wir uns ansehen wollten, ausgetrocknet, aber der Park war trotzdem sehr schoen. Der Wald wurde mehr oder weniger sich selbst ueberlassen und die Baeume waren RIESIG!! Von dort konnte man auch die Vulkane Chochunenco und Villarica sehen.

Freundschaftsbaender und Pompones

Im Hogar habe ich letzte Woche den Workshop "Freundschaftsbaender und Pompones aus Wolle" angeboten. Dabei sind viele schoene Baender entstanden, die die Kinder sich auch in die Haare geflochten haben.

Curiñanco

Cochayuyo Diese Alge wird erst getrocknet und dann zum Beispiel in einem Eintopf oder einer Suppe serviert.

Seit letzter Woche habe ich eine Mitfreiwillige im Hogar Luterano. Sie bleibt genauso wie ich bis August. Wir sind letztes Wochenende zusammen nach Curiñanco gefahren. Dort gibt es einen wunderschoenen Strand mit hohen Wellen und man kann die Seeloewen beobachten.

Parque Vicente Pérez Rosales

Am Wochenende bin ich nach Puerto Varas, weiter in den Sueden gefahren. Man merkt, dass es hier noch mehr deutsche Nachfahren gibt als in Valdivia, denn direkt nach der spanischen Beschriftung folgt die deutsche statt der englischen. Die Stadt liegt am See Llanquihue und hat einen beeindruckenden Blick auf den Vulkan Osorno und die Anden.
Von dort bin ich an den See Todos Los Santos gefahren, dessen Wasser so tuerkis ist, dass man es fast nicht glauben kann. Nicht weit entfernt, befinden sich die Saltos de Petrohué.
Der Wasserfall mit dem Vulkan im Hintergrund sieht sehr beeindruckend aus!

Mit dem Kanu um die Isla Teja

Julia, Christian, Marta, Anne und ich

Die Praesidentin der Kirche hat drei ehemalige Freiwillige, die gerade zu Besuch in Valdivia sind, und mich zu einer Kanufahrt um die Isla Teja eingeladen. Wir haben uns alle sehr ueber die Einladung gefreut und es war eine super Moeglichkeit um viel ueber deren Erlebnisse in Valdivia zu erfahren. Unser Guide, Christian, war sehr nett und hat uns die Stellen mit den meisten Cisnes (Schwarzhalsschwaenen) gezeigt. Der Santuario de la Naturaleza, das Naturschutzgebiet um Valdivia, ist wunderschoen!

¡Vamos a comer!

Vor dem Essen in der Kinderfreizeit mussten die Kinder immer kraeftig singen, damit sich die Essensausgabe oeffnete. Das hat mich auf die Idee gebracht das gleiche im Hogar einzufuehren. Deshalb habe ich zwei Lieder auf grossen Plakaten im Comedor aufgehaengt: "Vamos a comer" und "Alles was wir brauchen, gibt uns Gott".

La Paz - Bolivien

Auf dem Hexenmarkt in La Paz

Die letzten Tage der Reise verbrachten wir in der zweiten Hauptstadt Boliviens. Die Stadt war sehr schoen suedamerikanisch. Auf dem Markt und in den Strassen war alles hektisch und unkoordiniert. Auf der Hoehe (3.600 m), mit all den Bergen drumherum und mit den Seilbahnen als oeffentliches Transportmittel hat La Paz seinen ganz eigenen Charakter. Ausserdem werden immer noch Rituale fuer Pachamama (Mutter Erde) gehalten, Lama-Foeten geopfert und es gibt mitten im Zentrum ein Gefaengnis, das sich selbst ueberlassen wurde.

Lago Titicaca - Peru, Bolivien

Blick auf den See von der Insel "Isla del Sol"

Die Schwimmenden Inseln

Von der peruanischen Seite des Titicacsees kann man die Schwimmenden Inseln der Uros besuchen. Die haben sie damals gebaut um vor ihren Angreifern zu fluechten. Es war ganz interessant die Inseln mal zu sehen, aber es war etwas enttaeuschend, weil alles doch sehr touristisch dargestellt war.
Auf der bolivianischen Seite kam mir der See viel schoener vor. Wir haben eine Nacht auf der Isla del Sol verbracht und sind dann weiter nach La Paz gefahren.

Cusco, Machu Picchu - Peru

Rainbow Mountain auf ueber 5.000 Metern

Schmetterlinge, riesige Heuschrecken und Ameisen, rot-blaue Kakadus und Schlangen konnten wir im Regenwald sehen

Helena und ich auf dem Weg zum Machu Picchu

In Cusco gibt es sehr viele Bauten und Monumente aus der Inka-Zeit. Die Stadt hat viele kleine Plaetze, schoene Kirchen und Gebaeude. Hier bietet es sich auch an einen schoenen Pulli aus Alpaka-Wolle zu kaufen. Die Wolle ist so weich! In Cusco sind unglaublich viele Touristen unterwegs, weil man von dort zum Weltkulturerbe der Inka-Stadt Machu Picchu kommt. Helena, meine Mitreisende, und ich haben vor dem Machu Picchu noch die Umgebung erkundet. Wir sind mit dem Mountainbike durch den Regenwald gefahren, haben alle moeglichen Insekten im "Amazon Jungle" gesehen, sind an Drahtseilen ueber den Amazonas geflogen, sind auf den Inka-Trails gewandert und haben Ananas-, Bananen-, Orangen-, Avocadopflanzen und vieles mehr gesehen. Wir sind aus dem Staunen gar nicht mehr rausgekommen. Der Machu Picchu war einfach nur beeindruckend! Unglaublich, dass die Inkas auf einer Hoehe von 2.400 Metern eine derartige Stadt errichten konnten.
Eine andere Sehenswuerdigkeit in der Naehe von Cusco ist der Rainbow-Mountain, der durch verschiedene Gesteinsschichten unterschiedliche Farben hat. Auf der anderen Seite des Tals befindet sich das Rote Tal. Die Huegel sind alle rot und bilden einen tollen Kontrast zum gruenen Gras.
Wir haben eigentlich auf jeder Fahrt in Peru immer irgendwo Alpakas oder Lamas gesehen. In Patagonien sieht man dagegen immer Guanacos und Nandus (Strausse).

Arequipa, Colca Canyon - Peru

Peruanische Massentierhaltung: Cuy (Meerschweinchen)

Anfang Februar hat es im Norden von Chile so viel geregnet wie in den letzten 15 Jahren insgesamt nicht. Deshalb kam es zu grossen Ueberflutungen, vielen Verletzten und leider auch Toten. Deshalb konnte ich leider nicht wie geplant in die Atacama-Wueste. Deshalb bin ich nach Arica geflogen, das etwa 15 min von der peruanischen Grenze entfernt ist. Von dort ging es nach Arequipa (2.330 m). Peru hat einen ganz anderen Charakter als Chile, was man auch schon direkt nach der Grenze merkt. Ich hatte das Gefuehl, das die Peruaner ihre eigene Kultur noch mehr beibehalten haben, waehrend die Chilenen sehr von den USA und den europaeischen Laendern beeinflusst wird.
Arequipa ist eine wunderschoene Stadt mit einem tollen Hauptplatz. Von dort habe ich Colca Canyon besucht. Drei Tage lang sind wir durch den 2. tiefsten Canyon der Welt gewandert und haben uns von den Einheimischen sehr lecker bekochen lassen!
Ein typisches Gericht ist in Peru das Meerschweinchen, aber auch die Kartoffel. Es gibt etwa 4 000 verschiedene Kartoffelarten.
Bei den Einheimischen im Canyon ist die Frau das Oberhaupt. Sie regelt den gesamten Haushalt und alles Finanzielle und der Mann muss drei Meter hinter ihr laufen.

Patagonien - Argentinien

Charis und ich bei unserer Mittagspause am Gletschersee

Von Puerto Natales ist es nur eine knappe Stunde bis nach Argentinien. In El Calafate konnten wir eine Tour zum Glaciar Perrito Moreno machen. Der Gletscher schmilzt nicht ab, weil er taeglich genauso viel neues Eis produziert, wie vorne an der Kante abbricht. Man kann von Terassen auf den Gletscher schauen, Bootstouren direkt am Gletscher machen oder eine Gletscherwanderung buchen. Wir haben uns fuer die Wanderung entschieden. Die Farbe des Wassers/Eis ist unglaublich, so intensive Blautoene!
Weitere drei Stunden entfernt, befindet sich El Chaltén. Das Dorf lebt nur vom Tourismus, denn der beruehmte Fitz Roy und der Cerro Torre gehoeren zu den beliebtesten Wanderzielen. Leider hatten wir bei beiden Bergen Pech und konnten immer nur Wolken sehen. Trotzdem war die Strecke sehr schoen, aber auch sehr anstrengend!

Punta Arenas

Die einzige Koenigspinguin-Kolonie auf dem "Festland"

Punta Arenas

Nach dem Zwischenseminar sind Charis, eine Mitfreiwillige, und ich direkt nach Punta Arenas. Punta Arenas ist die suedlichste Stadt Chiles. Dort haben wir eine Wanderung zum suedlichsten Leuchtturm Suedamerikas gemacht, haben Feuerland mit seinen Koenigspinguinen besucht und Wale und Delfine gesehen.
Von dort sind wir nach Puerto Natales gefahren - dem Ausgangspunkt fuer einen Besuch in den beruehmten Nationalpark Torres del Paine. Die drei "Torres" Tuerme waren wirklich sehr beeindruckend, aber vom Rest des Parks den wir gesehen haben war ich etwas enttaeuscht. Der Eintritt, also einfach nur um dort zu wandern, kostet umgerechnet etwa 28 Euro!!

Zwischenseminar in Punta de Tralca

Alle GAW-Freiwilligen in Chile: Henry, Pablo, Evita, Ich, Hannah, Isis

Nach der Freizeit habe ich eine knappe Woche wieder im Projekt gearbeitet. Meine Mitfreiwillige Sofia aus Brasilien kam mich noch spontan besuchen und dann ging es auch schon weiter nach Santiago, wo wir uns mit allen anderen Freiwilligen aus Santiago, Valparaiso und Osorno getroffen haben. Von dort sind wir ans Meer in eine Art Jugendherberge gefahren. Fuer eine Woche waren wir dort und haben ueber die verschiedensten Themen rund um den Freiwilligendienst gesprochen. Wir konnten unsere Erfahrungen austauschen und uns gegenseitig neue Ideen, Ratschlaege und Motivation fuer die zweite Haelfte geben. Es hat wirklich gut getan die anderen mal wieder zu sehen und zu sehen wie es den anderen bisher so ergangen ist.

Campamentos in Puerto Fonck

Die Kirche bietet im Januar verschiedene Kinderfreizeiten an und wir Freiwilligen haben die Moeglichkeit als Mitarbeiter mitzuhelfen. Ich war bei den Freizeiten fuer 8-11 und 11-14 Jaehrige Mitarbeiter, hatte meine eigene Cabaña (Huette) und war fuer die 7 Maedchen in meiner Cabaña verantwortlich. Wir haben viel gesungen, gespielt und viele interessante Themen besprochen. Dieses Jahr war die Schoepfung Thema.
Puerto Fonck liegt am See Llanquihue und hat 11 Cabañas, einen Essraum, eine Kueche und eine kleine Kirche. Die Cabañas wurden vom GAW gefoerdert. Der Ausblick auf den See und die Vulkane in der Umgebung ist wunderschoen!

Silvester

Meine Mitfreiwilligen Raquel, Isis, Helena, Annika, Linus, Maxi, unsere Vermieterin Natalia und ich an Silvester.

Strassenmusiker am 31. Dezember

Um Silvester zu feiern sind Mitfreiwillige aus Paraguay, Argentinien und Brasilien nach Valparaíso gekommen, um mit uns chilenischen Freiwilligen zu feiern und das 20 minuetige grosse Feuerwerk in der Bucht von Valparaíso und Viña del Mar anzuschauen. Es war wirklich spektakulaer! Hier ist es Tradition, dass am 31. Dezember Strassenkuenstler in den Strassen rumlaufen, tanzen und trommeln. Sie hatten eine Drehorgel und einen Papagei dabei und haben einen traditionellen Tanz aufgefuehrt.
Spaeter sind wir mit unsere Vermieterin Natalia ins Zentrum zum Feiern gegangen. Hier bedeutet Neujahr einfach nur eine riesige Party in den kleinen Gassen von Valparaíso. Die Mentalitaet ist ganz anders und ich muss sagen, dass ich froh war, dass wir Natalia dabei hatten, die uns gezeigt hat, wo man am besten hingeht und wo es am sichersten ist (vor allem fuer uns als Europaeer).

Valparaíso

Valparaíso ist die Kuenstlerstadt Chiles. Hier findet man viele sehr offene, alternative und kunstinteressierte Menschen. Auf dem Cerro Alegre und Cerro Concepción sind alle Haeuser sehr schoen bemalt und die Atmosphaere ist lebensfroher und auch ein bisschen verrueckter. Natuerlich ist die Stadt voll von Touristen.

Lago Colbún

Zwischen Weihnachten und Silvester sind Valentina (meine "Cousine") und ich nach Talca zu einer Freundin von ihr gefahren. Zusammen mit anderen Freunden von ihnen haben wir einen Ausflug zum Stausee Lago Colbún gemacht. Ich war wirklich sehr beeindruckt. Zum einen von der wunderschoenen Aussicht auf die Anden und den schoenen kleinen Buchten, zum anderen von dem unverhaeltnismaessigem Reichtum der Eigentuemer von Grundstuecken rund um den See: Riesige Anwesen mit eigenem Pool und Tennisfeld, grosse und kleine Boote, Jetskis, ...
Ein krasser Kontrast zu dem, was ich bei meiner Einsatzstelle sehe. In Chile gibt es wirklich einen riesigen Unterschied zwischen arm und reich.

redeem Weihnachten

Heiligabend mit meinen Gasteltern, meiner Gasttante und Ehemann und meiner "Cousine"

Am 24. Dezember sind wir wieder zu meiner "Tante und Familie" nach Chillán in den Norden gefahren. Wir sassen den ganzen Abend zusammen, haben schoen gegessen und um Punkt 12 Uhr war Bescherung. Bei mir kam leider ueberhaupt keine Weihnachtsstimmung auf, weil es einfach so anders als Zuhause war. Aber es war trotzdem ein sehr schoener Abend. Es ist ganz komisch, wenn man am Heiligabend im Sommerkleid auf der Terasse sitzt.

U-Boot "Submarino O`Brien"

Am Flussufer an der Costanera von Valdivia liegt das U-Boot "O`Brien". Zusammen mit einer Freundin konnten wir es besichtigen. Es war sehr interessant. Unglaublich wie 80 Maenner da frueher wochenlang auf engstem Raum leben konnten. Ueberall waren Schilder aufgehaengt um die Besatzung daran zu erinnern leise zu sein, wie "Sie suchen uns".

Adventszeit

So etwas wie der Advent bei uns in Deutschland gibt es hier gar nicht. Mein Gastvater wusste sogar gar nicht was Advent ist. Da das Schuljahr im Dezember zu Ende geht, sind hier alle eher mit Abschlussfeiern beschaeftigt. Weihnachten hat hier nicht so eine grosse Bedeutung. Die Geschaefte nutzen Weihnachten eher nur zum Verdienen aus. Auch durch die sommerlichen Temperaturen kam mir ein Weihnachtsmann mit Mantel und Muetze ziemlich fehl am Platz vor.
Zuhause haben wir seit Anfang Dezember den Weihnachtsbaum stehen gehabt und ich habe einen Adventskalender fuer meine Gastfamilie gebastelt. Die Chilenen moegen ihre Weihnachtsbaeume voll geschmueckt und sonst wirkt alles sehr kuenstlich.
Sehr beliebt ist hier zum Jahresende "Amigo secreto" (Wichteln). In einer Gruppe schenkt jeder einer anderen Person eine Kleinigkeit. Ich habe Ohrringe und ein Haargummi von meinen Kolleginnen bekommen.
Fuer meine Gastfamilie und meine Kollegen im Hogar habe ich Weichnachtsplaetzchen und Vanillekipferl gebacken.

Vulkan Chillán

Uebers Wochende ging's zu Verwandten nach Chillán. Wir sind ins Gebirge gefahren und sind etwas Fahrrad gefahren. Danach ging es in eine natuerliche Therme, die vom Vulkan Chillán erhitzt wird. Im Wasser waren auch ganz viele kleine schwarze Teilchen vom Vulkan.
Der Vulkan Chillán hat zwei Krater und ist einer der aktivsten Vulkane Chiles.

Niebla

An der Kueste, 20 min von Valdivia, liegt Niebla. Das Dorf ist bekannt fuer seine Festung. Dort wurden die Fluesse und der Zugang nach Valdivia verteidigt.

Valdivia am Wochenende

In Valdivia ist immer was los.
Jedes Wochenende gibt es irgendeine Show, eine Ausstellung oder ein Festival. Die bekannte Wohltaetigkeitsaorganisation "Teletón" hat etwa einen Monat Spenden fuer Kinder mit schweren Krankheiten gesammelt. Es ist unglaublich wie sich alle daran beteiligen und auch der Kindergarten und der Hogar haben intern Spenden gesammelt. An zwei Wochenenden gab es grosse Shows an der "Plaza" mit bekannten chilenischen Musikern. Insgesamt sind fast 42 Millionen Euro zusammen gekommen!
Zeitgleich gab es das 3-taegige kostenlose(!) Musik-Festival "Fluvial" und ein Streetfood-Festival mit Live-Kochshows.
Die Studenten waren in letzter Zeit sehr aufgeheizt. Sie haben Demonstrationen gemacht, sind nicht zur Uni gegangen und haben Strassenkreuzungen blockiert. Es wurden Steine geworfen und viele waren vermummt. Grund war ein Mapuche, der bei einer Konfrontation mit der Polizei gestorben ist.

Englisch-Deutsch

Nach deutschen Vokabeln fuer den Fruehling, werde ich den etwas aelteren Kindern jetzt die Zahlen von 1 bis 10 und Farben auf deutsch und englisch beibringen.
Alle Waende im Saal sind bunt und voll mit Bastelarbeiten, Kalendern und auch Workshops von meinen Vorgaengerinnen.

Langsam wird es Sommer!

Vom hohen Hotel Dreams, direkt an der Costanera, hat man eine schoene Aussicht auf die Stadt und der Fluss sieht in der Abendsonne wunderschoen aus.
Letzte Woche hatten wir hier 30 °C! Die Sonne brennt hier richtig stark und man muss sehr aufpassen. Leider waren die warmen Temperaturen erstmal nur Ausrutscher. Ich bin froh, wenn es ueber 20 °C hat und es nicht regnet.

Vulkan Villarica

Ende November bin ich nochmal nach Pucón gefahren und habe dort meinen Mitfreiwilligen Henry aus Santiago getroffen. Wir hatten die Besteigung des Vulkans Villarica geplant. Der Vulkan ist 2.847 Meter hoch und gehoert zu den aktivsten Vulkanen Suedamerikas. Natuerlich muss man eine Tour buchen um hoch zu steigen. Am Tag vor der Besteigung muss man zur Agentur und seine Ausruestung anprobieren. Als wir den Eispickel, Helm und Gasmaske gesehen haben, waren wir schon ziemlich aufgeregt.
Am naechsten Tag ging es dann um 7 Uhr los Richtung Vulkan. Die ersten 400 Meter konnten wir mit einem Sessellift hochfahren, da es dort auch ein Skigebiet gibt. Der hatte uebrigens keinen Sicherheitsbuegel... Nach kurzen Sicherheitshinweisen geht es auch schon im Gaensemarsch nach oben. Die erste Haelfte war sehr heiss, da wir in der prallen Sonne gelaufen sind, aber sobald wir ueber einer Kuppel waren, wurde es innerhalb von Sekunden gefuehlt 10 Grad kaelter. Die letzten 2 Stunden laeuft man nur noch auf Eis, da der Vulkan von einem Gletscher umgeben ist. Man muss sich ziemlich anstrengen die Konzentration beim etwa 4,5 Stunden Aufstieg oben zu halten. Die letzten 20 min geht es ohne Rucksack, dafuer mit Gasmaske, zum Krater. Ohne Maske ist es kaum auszuhalten, weil so viele Gase aus dem Krater stroemen. Der Krater selbst war einfach nur unglaublich - die Farben des Kraters, Lava, Gas und ab und zu gibt es ein lautes Grummeln des Vulkans. Auch die Aussicht, beim Aufstieg und auch oben, ist atemberaubend! Seen, Berge, Vulkane, Eis, Schnee, ...
Runter ging es sehr schnell! Entweder man rutscht auf dem Hintern oder auf einem Poporutscher den Vulkan runter. Mit Ski ist auch moeglich! Ganz ungefaehrlich war das Ganze nicht, aber es hat unglaublich viel Spass gemacht und wuerde ich sofort wieder machen!

Bariloche, Argentinien

Cerro Llao-Llao

Cerro Campanario

Am 1. und 2. November war hier Feiertag und ich habe das lange Wochenende fuer einen Ausflug nach Bariloche genutzt. Mit dem Bus ging es etwa 10 Stunden ueber die Anden und ueber die chilenisch-argentinische Grenze. Die Fahrt war sehr interessant, da sich die Vegetation innerhalb von Minuten total veraendert. Erst ist es ein dichter suedamerikanischer Wald, dann sind es nur noch kahle, tote Baeume und dann ist es nur noch Steppe bis die ersten wunderschoenen Seen in Sicht kommen. Und natuerlich sieht man immer die schneebedeckten Spitzen der Anden. In Argentinien angekommen war ich erstmal kurz ueberfordert: andere Waehrung, anderes Spanisch, andere Busse, anderes Brot, andere Zahlart der oeffentlichen Verkehrsmittel, ... Die Strassen in Bariloche sind sehr steil und die Strasse zu ueberqueren ist ziemlich gefaehrlich. Die Argentinier sind ziemlich ruecksichtslos was Fussgaenger angeht, da heisst es einfach los laufen und hoffen, dass sie anhalten.
Wir hatten leider sehr schlechtes Wetter. Es hat viel geregnet und alles war wolkenverhangen. Trotzdem war die Aussicht vom Cerro Campanario schoen und wir sind halbwegs trocken wieder im Zentrum angekommen. Dort gibt es eine Strasse, wo es nur Chocolaterías gibt. Bariloche ist beruehmt fuer seine Schokolade und wird auch argentinische Schweiz genannt. Am zweiten Tag haben wir eine 6-stuendige Wanderung im Park Llao-Llao (auf argentinisch: schau-schau) gemacht. Die Aussicht vom Cerro Llao-Llao ist einfach nur atemberaubend schoen!
Auf der Rueckfahrt muss man etwas aufpassen was man mit ueber die Grenze nimmt, denn die Chilenen sind da ziemlich streng - keine tierischen oder pflanzlichen Produkte!

Murta con membrillo

Diesen Nachtisch gibt es nur im Sueden Chiles, in Valdivia.
Er besteht aus kleinen Beeren, den "murtas", und Quitten.

Ein bisschen Deutschland in Valdivia

Das beste Bier in Chile kommt aus Valdivia von der Cervezería Kunstmann. Nur 1 km von Valdivia entfernt, befindet sich die Brauerei, mit Museum und Restaurant. Innen ist es uebertrieben geschmueckt und es laeuft Blasmusik. Das deutsche Restaurant hatte eigentlich nur ein richtiges deutsches Gericht auf der Karte, der Rest war sehr chilenisch. :D
Dafuer war´s aber sehr lecker und ich hab mich kurz wieder wie in Deutschland gefuehlt. An richtige "Spaetzle mit Soss" kommt es aber nicht ran...

Papas rellenas

Die "Papa rellena" ist eine Kartoffel gefuellt mit Fleisch, Zwiebeln und Ei. Sehr lecker!

Kirchentag in Chile

Dieses Jahr fand der Kirchentag der lutherischen Kirchen von Chile in Valdivia statt. Mitglieder aus verschiedenen Staedten Chiles sind extra fuer zwei Tage nach Valdivia gekommen, um an Seminaren, Diskussionsrunden und am Gottesdienst teilzunehmen. Da Chile so lang ist, kamen hauptsaechlich nur die Leute aus der "Naehe" (10 Stunden Fahrt). Zusammen mit anderen Jugendlichen aus Valdivia war ich dafuer zustaendig den Leuten bei der Suche nach dem richtigen Raum zu helfen und mittags haben wir unsere eigenen completos (Hotdogs) verkauft.
Der Hogar Luterano, wo ich arbeite, hatte seinen eigenen Stand mit selbstgemachten recycelten Gegenstaenden, Fotos und Videos.

20.10.18

Bootsfahrt in Valdivia mit dem Hogar

Heute wurden die Kinder vom Hogar von einem Bootsclub zu einer Rundfahrt auf den Fluessen um die Isla Teja eingeladen. Es gab fuer alle Getraenke, Suesigkeiten, Kuchen, Torte und zum Schluss zwei Taschen voll mit Knabbersachen fuer alle. Das war wirklich ein sehr schoenes Geschenk fuer die Kinder, denn die meisten waren noch nie auf einem Boot. Die Landschaft ist mit dem ganzen Wasser und all den Pflanzen wirklich schoen. Wir sind auf drei verschiedenen Fluessen und unter zwei Bruecken durchgefahren.
Die Kinder hatten sehr viel Spass dabei allen Leuten am Ufer zuzurufen und zu winken. Manche hatten auch Angst vorm Wasser, aber alle sahen sehr gluecklich aus. Es war auch sehr suess wie sich die Kinder am Ende bei den Vertretern bedankt haben. Die Kinder sind so dankbar fuer alles und geben einem so viel durch ihre Froehlichkeit und Herzlichkeit zurueck!

19.10.18

Pucón

Letztes Wochenende sind meine Mitfreiwillige aus Osorno, Isis, und ich ins 3 Stunden entfernte Touristenstaedtchen Pucón gefahren. Direkt unterm Vulkan Villarica und am See Villarica reihen sich Restaurants, Hotels, Hostels, Bars und Touristenangebote aneinander. Es gibt einen Strand und einen "Hafen". Es ist alles sehr touristisch, was mir persoenlich nicht so sehr gefallen hat. Dafuer ist der staendige Blick auf den Vulkan unglaublich.
Von Pucón eine halbe Stunde entfernt, befindet sich das Dorf Caburgua mit einem wunderschoenen See! Der Blick war atemberaubend, vor allem wenn man sich umdreht und dann den Vulkan sieht! Dort gibt es auch den Playa Negra (schwarzer Strand). Aber eigentlich war es nur ein bisschen dunkler als normal, sodass wir am Anfang gar nicht wussten, ob wir schon da sind. Danach ging es zu den Ojos (Augen) de Caburgua - ein mini Wasserfall und zwei tuerkisblaue Lagunen mitten im Wald.
Am Sonntag sind wir in einem ueberfuellten Bus eine Stunde zum Parque Huerquehue gefahren. Die Schotterstrasse war sehr steil, eng und kurvig - richtig suedamerikanisch :D
Im Park haben wir eine 5-stuendige Wanderung zu Seen, Lagunen und Wasserfaellen gemacht. Es war sehr sehr matschig, es lag Schnee und gleichzeitig war alles so gruen! Ein ganz ungewohnter Anblick, weil alles normalerweise immer ziemlich grau ist wenn Schnee liegt. Die anderen Pflanzenarten sind sehr interessant und der Ausblick auf die Landschaft ist gigantisch.

Jardín Botánico de la UACH

Der Botanische Garten der Universidad Austral de Chile ist oeffentlich und sehr schoen zum Spazieren gehen (sofern es mal nicht regnet...). Er liegt sogar direkt am Fluss, aber schwimmen sollte man nicht. Es sind leider schon welche wegen der starken Stroemungen ertrunken.

Chor

Der Chor der Iglesia Luterana de Valdivia hat mich auch eingeladen mitzusingen. So habe ich nach gerade einmal zwei Proben schon im Gottesdienst mitgesungen. Die Leute hier sind so nett und nehmen mich sehr lieb in die Gemeinde auf.
Gesungen wird auf deutsch und auf spanisch. Viele Gemeindemitglieder haben deutsche Vorfahren und sprechen deshalb sehr gut deutsch.
Es wurde sogar gefilmt! ;)
https://www.youtube.com/watch?v=JrnJA5tO74Q
https://www.youtube.com/watch?v=nEyOikvf3lU

El Carneval de la Primavera

Den Fruehling feiern die Menschen in Valdivia mit dem Carneval de la Primavera (Fruehling). Es wird sehr viel Essen verkauft, es gibt einen Umzug, einen Wettbewerb fuer den besten Wagen und zum Schluss ein Feuerwerk. Es war so kalt, dass ich trotz Fliesspulli und Winterjacke gefroren habe und gleichzeitig sind die Taenzerinnen (und ein Taenzer :D) mit fast nichts am Koerper, teilweise barfuss, ueber die Strasse gelaufen.
Der Umzug war ganz schoen anzusehen, war aber sehr schlecht geplant und hatte etwa eine Stunde Verspaetung, typisch Chile eben.

Grupo de Jóvenes

Jeden Donnerstag Abend trifft sich eine kleine Gruppe von Jugendlichen in der Kirche um ueber eine Bibelstelle zu diskutieren und um Tee zu trinken. Ich wurde auch gleich eingeladen und es sind alle total nett. Fuer mich ist es eine super Moeglichkeit um chilenische Jugendliche kennenzulernen und Spanisch zu sprechen. Mit den 2 bis 4 jaehrigen Kindern kommt ja nicht so richtig eine Unterhaltung zustande, wo ich meine Sprachkenntnisse verbessern kann... :D

El Parque Saval

Die Laguna de Lotos

Mein treuer Begleiter durch den Park

Das hat mich sofort an "Findet Nemo" erinnert :D

Fuer 500$ (65 ct) kann man den Park Saval besuchen. Hier werden oft Feste veranstaltet, es gibt eine Kunstausstellung und es gibt einen wunderschoenen Weg um die Lagune.

Seeloewen - Los leones marinos

In Valdivia gibt es viele Seeloewen (,die nicht ungefaehrlich sind). Extra fuer sie, gibt es Flosse auf dem Fluss.
Leider kommt es immer haeufiger vor, dass die Seeloewen die Schwarzkopfschwaene fressen. Mein Gastvater hat erst kuerzlich elternlose Kuecken aus dem Fluss gerettet und sie zu anderen Schwaenen gebracht.

Feria Fluvial

Blick auf die Feria Fluvial von der Bruecke Calle Calle. Die Seeloewen liegen immer auf ihren Flossen.

Pelikane, Geier, andere Voegel und Seeloewen warten auf ihr Mittagessen

Obst und Gemuese auf der Feria Fluvial

Am Ufer zum Río Valdivia befindet sich der Markt "Feria Fluvial". Hier werden Fische, Obst, Gemuese, Muetzen und Schals verkauft. Die Pelikane und Seeloewen stehen von Wasser und Land bereit die Reste zu essen.
Gegenueber kann man auch auf dem Kuenstlermarkt einkaufen.

30.09.18

Chilenischer Gottesdienst

La Iglesia Luterana de Valdivia

Nach dem Gottesdienst gibt es Kaffee, Tee und Kekse

Der Gottesdienst in Chile ist viel interaktiver als in Deutschland.
In jeder Kirchenbank sind mindestens drei Saetze an einer Bibel, einer "Liturgia Luterana" und einem Gesangbuch. In der "Liturgia Luterana" finden sich die Glaubensbekenntnisse und das Vaterunser auf deutsch und auf spanisch - zum Glueck! - dann kann ich wenigstens da ablesen und mitsprechen! Zwei Gemeindemitglieder lesen einen Text aus der Bibel vor und alle koennen mitlesen. Viele aus der Gemeinde singen auch im Chor, der Pfarrer singt ein bisschen ins Mikrofon und der Organist (gleichzeitig auch Chorleiter) singt neben dem Orgelspielen auch noch die Tenorstimme mit. So hoeren sich die Lieder sehr schoen an, die gesungen werden. Der Pastor ist sehr sympathisch und bleibt nicht strikt bei seinen Notizen, sondern fragt die Gemeinde wie es geht (die dann im Chor mit "bien" antwortet), erzaehlt von anderen Dingen, lobt den Gesang und macht Witze (,die ich leider noch nicht verstehen kann). Das lockert den Gottesdienst sehr auf und er vergeht deshalb auch ziemlich schnell. Die Spenden wurden heute fuer den Hogar Luterano gesammelt, also fuer meinen Arbeitsplatz.
Nachdem der Pfarrer an der Tuer begruesst/verabschiedet wurde, ist die Gemeinde immer zu Kaffee und Keksen eingeladen und alle bleiben noch eine Weile um sich mit den anderen auszutauschen. In der Gemeinde gibt es auch viele Deutschstaemmige und Deutsche, sodass ich mich hier auch wirklich mit den Leuten unterhalten kann. Aber mir ist es natuerlich lieber, wenn sie spanisch mit mir reden, damit ich es schneller lerne.

restaurant Empanadas und Tischmanieren

Empanada del horno

Den Teller hat mein Gastvater extra fuer das Bild hingerichtet :D

Die Empanadas gehoeren zu den typischen Spezialitaeten Chiles. Die Teigtaschen koennen mit unterschiedlichen Sachen gefuellt werden: Schinken, Huehnchen, Kaese, Oliven, Zwiebeln,... Es gibt Empanadas aus dem Ofen (del horno) oder frittiert. Schmeckt beides sehr lecker!
Guten Appetit wuenscht man hier mit "Buen apetito" oder "Buen provecho" und beim Anstossen sagt man "Salud".
Mit der Ausrichtung des Bestecks auf dem Teller zeigt man, ob man schon satt ist oder noch mehr moechte. Legt man das Besteck ueberkreuzt, ist man noch nicht fertig und wenn man es in der Mitte vom Teller gerade von sich weg legt, ist man fertig. So weiss die Bedienung im Restaurant auch immer, ob sie die Teller schon mitnehmen kann.
Uebrigens wuenscht man sich hier gegenseitig nicht Gesundheit, wenn jemand niesen muss. Fuer manche ist es eine Zeichen von schlechter Bildung, wenn man es macht. Es war am Anfang ziemlich schwer fuer mich nichts zu sagen, weil man es aus Deutschland so gewoehnt ist.

directions_bus "La micro"

Micros werden hier die Linienbusse genannt, waehrend die Langstreckenbusse ganz normal "bus" heissen. Anders als in Deutschland fahren die Busse hier nicht nach einem genauen Zeitplan. Deshalb kann es vorkommen, dass man mal 5 min oder 10 min oder laenger warten muss bis mal einer vorbeifaehrt. Manchmal hat man Glueck und es kommt gleich einer.
Egal ob man gerade an einer Haltestelle steht oder irgendwo am Strassenrand, man muss nur den Arm heben damit der Bus haelt. Vorne beim Fahrer zahlt man einen festen Preis, - Adultos 450$ (56 ct) und Estudiantes 150$ (19 ct) - egal wie weit man fahren moechte. Auch beim Aussteigen ist es egal ob man gerade an einer Haltestelle vorbeifaehrt oder nicht, einfach dem Busfahrer signalisieren, dass man aussteigen moechte und er laesst einen raus.
Bus zu fahren ist in Chile viel entspannter und viel viel billiger als in Deutschland.
Leider kommt es auch vor, dass die Busfahrer auch einfach nicht anhalten... Wie gestern zum Beispiel, da sind drei Busse einfach an mir vorbeigefahren, sodass ich 10 min zu spaet zum Chor gekommen bin...

Basketball in Valdivia

In Osorno und Valdivia dreht sich sportlich alles um Basketball. Fast alle chilenischen Nationalspieler kommen aus Valdivia, deshalb fand hier gestern auch das WM-Qualifikationsspiel gegen Kanada statt. Die chilenische Nationalhymne ist laenger als andere Nationalhymnen, deshalb wird sie fuer sportliche Events gekuerzt. Die Chilenen lassen es sich trotzdem nicht nehmen noch etwa eine Minute einfach weiterzusingen, obwohl es auf dem Spielfeld dann schon losgeht. Danach geht es mit anderen Gesaengen weiter wie "Vamos, vamos Chile" oder "Chi-Le, Chi- Chi- Chi-, -Le -Le -Le". Leider hat Chile ziemlich deutlich verloren, 61-84.

18.09.18

Las Fiestas Patrias

Heute ist der eigentliche Jahrestag der Unabhaengigkeit Chiles. Deswegen faellt in fast allen Schulen und Kindergaerten fuer die ganze Woche der Unterricht aus und auch fuer alle anderen Chilenen gibt es drei freie Tage. Letzten Donnerstag ging es mit Rodeo los und die Studenten der vielen Universitaeten hier in Valdivia feierten bis spaet in die Nacht. Seitdem hoert man jeden Abend laute Musik und morgens wecken einen die Pferde und Kuehe, die zum Rodeo bereitstehen. Im Park Saval, direkt neben unserem Haus, gibt es taeglich ab 14 Uhr Programm: viele Auffuehrungen, Ausstellungen und natuerlich chilenisches Essen und Trinken.
Vorgestern haben wir uns den Volkstanz cueca geschaut und eine Gruppe hat dazu Volksmusik gespielt. Nachdem die Auffuehrung vorbei war, durften die Zuschauer ran. Jedes Paar, das wollte konnte mittanzen und nach jedem Lied haben die professionellen Cueca-Taenzer enschieden, wer eine Runde weiter ist.
Danach wurden Taenze aus Peru, Paraguay, Kolumbien und Mexiko gezeigt.

Umgebung Valdivia

Etwa 5 Minuten Fussweg von unserem Haus entfernt, kann man den Park Saval besuchen und neben der Bruecke Cau-Cau, die zum Festland fuehrt, grasen viele Lamas und Pferde.
In Valdivia gibt es sehr viel Wasser und fuer fast jeden Flussabschnitt hat man sich einen anderen Namen fuer den Fluss ausgedacht. Natuerlich gibt es hier auch viele Bootbegeisterte und auf dem Río Valdivia trainieren die chilenischen Ruderer.
Auf dem Weg zum Meer kommt man bei der Brauerei Kunstmann vorbei, wo es sehr gutes Bier geben soll. Es wird auch mit dem Slogan "...das gute Bier" geworben, denn hier soll es sehr viele Deutsche geben, aber bis jetzt habe ich erst wenige getroffen, die deutsch koennen.
Nach 15 min Fahrt ist man auch schon am Pazifischen Ozean und kann die tolle Aussicht geniessen.

Erste Arbeitstage

Am Montag ging es ohne Pause gleich zum Jardín, dem evangelischen Kindergarten im Zentrum Valdivias. Dort werde ich drei Mal die Woche vormittags arbeiten. Nachmittags geht es dann in den Hogar Luterano, der etwas ausserhalb liegt.
Im Jardín sind ungefaehr 30 Kinder auf zwei Gruppen verteilt und es wurde schon kraeftig geprobt, denn anlaesslich des Nationalfeiertags am 18. September, dem "Geburtstag Chiles", gab es ein Vorspiel fuer die Eltern. Zu traditioneller chilenischer Musik wurde der Nationaltanz cueca mit weissen Tuechern getanzt. im Kindergarten lernen die Kinder schon ein paar Woerter deutsch wie zum Beispiel "leise", "eine lange Schlange" oder "nein".
Im Hogar sind etwa 150 Kinder zwischen zwei und 14 Jahren. Die Kleineren sind den ganzen Tag im Kindergarten und um 14 Uhr kommen die anderen aus der Schule um mit den Betreuerinnen, den Tías, Spiele zu spielen, zu lernen oder Hausaufgaben zu machen.
Da die Chilenen sehr schnelles und sehr schlechtes Spanisch sprechen, habe ich bei meinen Eisatzstellen bisher noch nicht sehr viel verstanden, aber es wird schon besser!

Valdivia

Am Samstag nacht ging es dann mit dem Reisebus nach Valdivia, wo ich fuer das Jahr arbeiten und wohnen werde. Die Reisebusse sind hier viel besser ausgestattet als in Deutschland und man kann verschiedene Sitze buchen: Semi-Cama, Cama (Bett) oder Premium. Auf der 10-stuendigen Fahrt konnte ich zum Glueck fast durchschlafen. Am Bus-Terminal von Valdivia haben mich dann meine Gasteltern, Erica und Chorche, abgeholt und wir sind gleich zum Haus auf der Insel "Isla Teja" gefahren. Von der Bruecke aus kann man fast immer die Seeloewen sehen, die am Flussufer liegen. Zuhause gab es dann erstmal Fruehstueck mit chilenischen alfajores. Das sind kleine runde Kekse mit irgendetwas gefuellt, das aussieht wie Karamellcreme. Wenn ich besser Spanisch kann, frag ich mal aus was es genau besteht. Es schmeckt auf jeden Fall sehr lecker und ist ein guter Ersatz fuer Nutella und Schokolade, was hier beides wirklich sehr teuer ist.
In meiner Familie fuehle ich mich sehr wohl! Ich habe mich von Anfang an aufgenommen gefuehlt und verstehe mich super mit meinen Gasteltern und meiner Gastschwester Emilia.
Wie schon erwartet ist es in Valdivia sehr viel kaelter als in Santiago und die Umstellung auf das andere Klima fuehrte leider dazu, dass ich gleich krank geworden bin. Aber ich hoffe dass es bald wieder besser wird!

Bellavista - Kunst und Bars

Sicht vom Cerro San Cristóbal

Sehenswuerdigkeiten

Auf dem Cerro San Cristóbal mit den anderen Freiwilligen

"La República Independiente del Pisco"

Kunst im Viertel "Bellas Artes"

Natuerlich haben wir in Santiago, ausserhalb unseres 2-woechigen Sprachkurses im Goethe-Institut, auch die Sehenswuerdigkeiten angeschaut. So ging es zum Beispiel gleich mit den anderen Freiwilligen von Mission EineWelt auf den Cerro San Cristóbal, wo Maria ihre schuetzenden Arme ueber der Stadt ausbreitet. Nachdem wir etwa eine Stunde hochgelaufen sind, konnten wir die unglaubliche Aussicht auf die Millionenstadt mit dem wunderschoenen Gebirge im Hintergrund geniessen. Hier gab es dann auch das erste chilenische Essen: Empanadas - das sind gefuellte Teigtaschen mit Kaese, Schinken, Pilsen, Tomaten oder anderem Fleisch.
Im Zentrum der Stadt gibt es neben dem Aussichtspunkt Santa Lucia einen kleinen Kuenstlermarkt, wo man tollen Schmuck, Taschen oder auch Alpakka-Pullis kaufen kann. Nicht weit davon entfernt befindet sich das Viertel Bellas Artes. Dort ist der einzige Ort, wo nicht gestritten wird, ob der traditionelle Cocktail "Pisco Sour" in Chile oder Peru erfunden wurde, die República Independiente del Pisco. Nicht weit davon befindet sich das beruehmte Viertel Bellavista. Dort steht eine Bar neben der naechsten und die Haeuser sind wunderschoen verziert. Natuerlich haben wir an unserem letzten Abend in Santiago Bellavista auch nachts besucht und haben den chilenischen Cocktail Terremoto (Erdbeben) ausprobiert. Mit Weisswein, Granatapfel und Ananas-Eis wird dieser sehr starke typische Cocktail zubereitet. Mir hat es geschmeckt, aber wirklich lecker fand ich es nicht.

Santiago

Fuer drei Wochen waren wir in Santiago, der Hauptstadt Chiles, und bekamen einen ersten Eindruck von Land und Leute. Hier sind alle wirklich sehr nett, hilfsbereit und offen! Man sieht uns sofort an, dass wir keine Chilenen sind, deswegen wurden wir oft gefragt wo wir herkommen und ein Mann wollte sogar Fotos mit uns machen, weil unsere Haare so hell sind. Die Stadt ist sehr laut, ziemlich grau, sehr dreckig, (Smog) und so gross! Von der Kirche zu den anderen in die WG braucht man, wenn man Glueck hat, mit Metro und Bus eine Stunde.
In Santiago hat es viele Strassenhunde, die laut dem Glauben der Chilenen nur boese Menschen anbellen, aber sonst sind sie sehr friedlich und manchmal begleiten sie einen auch ein Stueck.
In der Innenstadt kann man an fast jeder Ecke frisches Obst und Gemuese kaufen, was aber gar nicht so billig ist wie manche vielleicht glauben.

local_airport Flug

Am 19. August 2018 ging es endlich los: Mit dem ICE von Stuttgart nach Frankfurt, mit dem Flieger weiter nach Paris und nach kurzer Verwirrung, weil wir den Ausgang nicht gefunden haben, ging es auf den 14-stuendigen Flug nach Santiago de Chile. Nachdem wir insgesamt etwa 24 Stunden unterwegs waren, kamen wir um 9:00 Uhr Ortszeit endlich an. Entgegen meiner Erwartungen war es ziemlich warm und ich habe meine dicke Winterjacke gar nicht gebraucht. In unserer kleinen Wohnung fuer die drei Wochen Santiago, ueber einer Kirche, war es allerdings deutlich kaelter. Aber mit dickem Schal und Fleecjacke konnte man sich daran schnell gewoehnen.

30.07.18

¡Hola!

Ich bin Helen und im nächsten Jahr werde ich im Bildungsprojekt in Valdivia in Chile arbeiten.
Jetzt sind es nur noch drei Wochen bis zur Abreise nach Santiago de Chile und die Vorfreude steigt. Ich bin total gespannt auf die neue Kultur und freue mich unheimlich auf die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen und natürlich auf die tolle Zeit in Südamerika!

Bis bald!