Rio de Janeiro

Sonnenuntergang am Ipanema Strand

Flagge zeigen!

Blick über Rio vom Zuckerhut

Vor Kurzem bin ich mit Pablo (GAW Freiwilliger) nach Rio gereist, um das Spiel Chile gegen Uruguay in der Copa America zu sehen (Die Copa America ist vergleichbar mit der EM in Europa). Wir haben uns bei der Gelegenheit auch die Stadt angeschaut, und es war wirklich traumhaft. Das Wetter war toll, die Stadt war schön und die Vormittage am Strand haben wir sehr genossen. Ich habe Rio als sehr lebhaft wahrgenommen, mit viel Natur mitten in der Stadt. Es gibt viele Bäume am Straßenrand, Berge, Seen und natürlich das Meer. Und dazu kommen beeindruckende Sehenswürdigkeiten wie der Zuckerhut oder die Christusstatue. Zu Letzterer sind wir gewandert und haben auf dem Weg sogar freilaufende Affen gesehen. Auch ein wenig Brasilien und seine Leute kennenzulernen war interessant, nochmal ganz anders als Chile. Wir wurden sehr freundlich empfangen und man hat sich schnell wohl gefühlt.
Das Spiel war, trotz einer 0:1 Niederlage für Chile, ebenso toll und ein einzigartiges Erlebnis. Die Stimmung war ganz anders, als bei einem deutschen Länderspiel. Viel emotionaler und leidenschaftlicher. Ein bisschen so, wie man sich eben ein Spiel in Südamerika vorstellt. So ein Spiel vergisst man nicht!

Besondere Tage im Projekt

Schüler beim Nationaltanz

Alle großen Ereignisse finden auf dem Schulhof statt.

Schüler der ,,Deutschen Schule" bei der Spendenvergabe

Hin und wieder gibt es in der Schule Aktionen und Ereignisse für die Schüler. Manchmal sind es kleinere Dinge, wie z.B. der Verkauf von Completos in der Pause (Completos sind quasi Hot Dogs, nur mit Avocado zusätzlich). Oder z.B. beim letzten ,,Acto Civico“ des Semester, bei dem jeden Montag die Nationalhymne gesungen wird, führten Schüler den Nationaltanz ,,Cueca“ auf.
Ein ganz besonderer Tag war letzten Dienstag, als Schüler der ,,Deutschen Schule Santiago“ zu Besuch kamen und den neuen Schülern selbstgemachte Decken schenkten. Außerdem bekam jeder Schüler, ob neu oder nicht, einen Schal. Diese Aktion hat in dem Projekt fast schon Tradition und findet jedes Jahr statt. Gerade wegen der kalten Wintermonate die wir momentan haben, ist es eine sehr schöne Geste. Die Schüler des Projekt haben sich sichtlich gefreut, und auch der Austausch mit den Schülern der anderen Schule war sehr interessant.

Carabineros de Chile

Einsatz von Tränengas gegen Demonstranten (in der Mitte zu sehen: Eine Seniorin die sich das Gesicht bedeckt)

Bewaffnete Polizisten blockieren die Ausgänge des Universitätsgebäude

Kürzlich war ich mit den Lehrern aus dem Projekt bei einer Demonstration für bessere Arbeitsbedingungen von Lehrern, und gegen geplante Projekte des Bildungsministerium (mehr dazu im vorigen Blogeintrag). Die Demonstration wurde auch von Studenten besucht, von denen sich einige wenige vermummten und offen gewaltbereit zeigten. Schließlich kam es am Rande von Kundgebungen zu Ausschreitungen mit der Polizei, bei dem es scheinbar aus dem Nichts zu massiven Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas kam. Doch dies traf nicht nur jene Studenten, sondern auch mich sowie zahlreiche Unbeteiligte und friedliche Demonstranten, darunter auch Senioren.
Wie bei dieser Aktion zivile Opfer billigend in Kauf genommen wurden, und wie brutal die Polizei vorgegangen ist, hat mich dazu gebracht mich ausgiebiger mit dem Thema auseinanderzusetzen und hier ein paar Zeilen dazu zu schreiben:
Vorweg sei gesagt, dass es in Chile zwei innenpolizeiliche Organisationen gibt: Die erste ist die PDI (Policia de Investigaciones), die Kriminalpolizei, die beispielsweise gegen Drogenbanden ermittelt und u.a. mit Korruption zu kämpfen hat. Die zweite sind die Carabineros de Chile, das was man als Deutscher in gewisser Weise unter der klassischen Polizei versteht. Um diese soll es hier gehen.
Derartige Vorfälle sind keineswegs neu oder gar vergleichsweise erschreckend. Schon in den vergangenen Jahren kam es bei Studentenprotesten zu extremen Ausschreitungen, die sogar so weit führten, dass im Jahr 2011 erstmals mit scharfer Munition auf Studenten geschossen wurde und später sogar ein 16-Jähriger erschossen wurde. Auch im Fußballstadion bin ich persönlich Zeuge von harter Polizeigewalt geworden, insbesondere beim Superclasico zwischen Universidad de Chile und Colo-Colo. Konflikte mit der Polizei sind also keineswegs nur ein Problem für Studenten. So sind z.B. auch die Indigenen Chiles, wie z.B. die Mapuche, immer wieder Opfer von Polizeigewalt und Diskriminierung.
Eine befreundete Chilenin sagte mir, dass die Polizei eher eine unterdrückende, als eine beschützende Rolle gegenüber der Bevölkerung einnehme. Diese Rolle, sowie die Gewaltbereitschaft lässt sich u.a. darauf zurückführen, dass nach dem Putsch 1973 die Polizei unter Leitung des Verteidigungsministerium gestellt wurde, welches bis heute die nominelle Kontrolle hat. Die Polizei wurde also in einer gewissen Form militarisiert, was sich auch im Auftreten und in der Erscheinung der Beamten und Beamtinnen bemerkbar macht.
Ich lebe ganz sicher noch nicht lange genug in Chile um mir irgendeine Art von Urteil zu erlauben, und genauso wenig bin ich einwandfrei mit den Hintergründen vertraut. Nichtsdestotrotz kann ich meine persönlichen Erfahrungen teilen, und wiedergeben, was man mir erzählt. Es wird wohl kaum überraschen, wenn ich sage, dass ich keine guten Erfahrungen mit den Carabineros gemacht habe, ganz im Gegenteil. In meinen Augen findet das Problem zu wenig Beachtung und ich hoffe für alle Beteiligten und Betroffenen, dass man so bald wie möglich eine gemeinsame Lösung für die Konflikte findet. Denn den eigentlichen Sinn einer Polizei haben die Carabineros de Chile für mich weit verfehlt.

Lehrerstreik

Auf dem Weg zum Regierungsgebäude

Lehrer aus allen Regionen des Landes demonstrieren gemeinsam

Am Donnerstag hat ein Großteil der Lehrer aus dem Projekt gestreikt um an einer Demonstration gegen das Bildungssystem zu gehen. Konkret geht es um Vorschläge des Bildungsministerium Unterrichtsstunden zu ersetzen, darunter Geschichte und Sport. Das ausgerechnet diese zwei Fächer betroffen sind ist nicht unproblematisch, denn in den Schulen wird häufig viel zu wenig über Themen wie die Diktatur unter Pinochet gesprochen und der Sportunterricht ist für die Kinder, die häufig an gesundheitlichen Problemen wie Übergewicht leiden, immens wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden. Außerdem fordern die Lehrer bessere Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung für ihre Leistungen.
Tatsächlich werden Lehrer in Chile sehr schlecht bezahlt. Weltweit gehört Chile zu den Ländern die ihre Lehrer am schlechtesten bezahlt. Mit den neuen Ideen des Ministerium bekommen viele Lehrer zusätzlich das Gefühl, übergangen zu werden und rücksichtslos behandelt zu werden. Man kann nur hoffen, dass es zeitnah Verbesserungen im Bildungssystem gibt, nicht nur für die Lehrer, sondern auch für die Schüler die von der Politik betroffen sind.
An den Protest haben sich neben Lehrern aus Santiago auch Kollegen aus allen Regionen Chiles, sowie Studenten beteiligt.
Es war sehr interessant mit den Lehrern über ihre Anliegen zu sprechen und einen politischen Protest in Chile zu sehen. Ganz konfliktfrei ging es aber trotzdem nicht zu. Dazu aber mehr im nächsten Eintrag.

Und sonst so?

Dale Leones!

Dünen von Condon

Panorama im Cajon del Maipo

Neben der Arbeit im Projekt habe ich auch ausreichend viel Freizeit. Unter der Woche gehe ich nach wie vor zum Training im Schwimmverein und durfte dieses Jahr auch bereits an zwei Wettkämpfen teilnehmen. An den Wochenenden versuche ich regelmäßig etwas zu unternehmen und neue Dinge zu erleben und neue Orte zu sehen. Z.B. auf einer Wanderung zu einem Gletscher kurz vor der Grenze zu Argentinien oder beim Sandboarding in den Dünen von Concon.
Immer häufiger gehe ich außerdem mit Pablo ins Stadion zu Universidad de Chile (auch wenn die fußballerischen Leistungen eher mäßig sind...). Absolutes Highlight war das Superclasico, das Derby zwischen La U und Colo. Viel Polizeipräsenz, viel Leidenschaft auf den Tribünen und ebenso auf dem Platz. Ein Spiel das mir immer in Erinnerung bleiben wird.

Neues im Projekt

Die Schüler haben Markstände zu verschiedenen Themen der Naturwissenschaft vorbereitet

Das neue Jahr im Projekt läuft nun schon eine ganze Weile und es hat sich viel getan. Es gab bereits einige Events in der Schule. Z.B. die Verteilung von Kleiderspenden aus der Deutschen Schule und den ,,Dia de libro" (Tag des Buches) bei dem die Kinder bekannte Bücher als Theaterstücke aufgeführt und sich verkleidet haben. Die vielen besonderen Tage im Projekt sind für mich immer wieder interessant und eine neue Überraschung. Welche Feste hier wie gefeiert werden ist manchmal doch sehr anders als an meiner Schule in Deutschland.
Auch meine Arbeit in der Schule hat sich mehr oder weniger verändert. Denn mittlerweile durfte/musste ich den Sportlehrer, den ich auch wie vor täglich bei seiner Arbeit unterstütze, manchmal eine ganze Woche vertreten. Alleine den Unterricht zu leiten hat mich am Anfang zugegebenermaßen etwas verunsichert. Aber dieser Verunsicherung verflog schnell als die ersten Stunden super funktioniert haben, zuletzt vor allem wegen der Kinder die mich als Vertretung akzeptieren und gemeinsam mit mir arbeiten (zwar nicht immer, aber das wäre auch zu viel verlangt). Ich bin sehr stolz auf diese Arbeit, gerade wegen meiner eher begrenzten Sprachkenntnisse, und sehr dankbar für das Vertrauen der Schulleitung.
Ich habe viel gelernt in diesem Projekt und freue mich sehr, dass ich auch etwas zurückgeben und meinen Beitrag leisten kann.

Valdivia

Blick auf einen der Flüsse Valdivias

Papas Rellenas (gefüllte Kartoffeln - in diesem Falle mit Spinat)

Letztes Wochenende habe ich Helen (GAW Freiwillige) in Valdivia besucht. Ich durfte ihre Gastfamilie kennenlernen und die Stadt und Umgebung entdecken. Wir haben Spaziergänge durch die Stadt gemacht (z.B. über den berühmten Markt), sind ans Meer gefahren, haben Seelöwen auf den Gehwegen gesehen und traditionelles chilenisches Essen gegessen.
Es war ein schöner Ausflug (trotz kalter Temperaturen) auch einfach weil es mal angenehm ist das graue Santiago mit seinem Smog zu verlassen und ein bisschen frische Luft und grüne Parks zu genießen.

Nuevo Año

Sportunterricht mit der Vorschule

Seit etwas mehr als 3 Wochen arbeiten wir Freiwilligen wieder im Colegio. Mit dem neuen Schuljahr kamen auch einige Veränderungen. Einige neue Kollegen (u.a. ein neuer Direktor), viele neue Schüler und mehre Renovierungen und Neubauten am Schulgebäude (zB das neue Dach über dem Schulhof). In das neue Jahr sind wir Mitarbeiter mit einer Art Gruppenaktivität gestartet. Fürs Teambuildung und zum Kennenlernen.
Während sich so einiges geändert hat, ist meine Arbeit im Grunde gleich geblieben. Auf Grund des neuen Stundenplan begleite ich jetzt nicht mehr den Englischlehrer, sondern hauptsächlich den Sportlehrer. Die Arbeit macht mir auch weiterhin viel Spaß, sowohl mit den Schülern, als auch meinem Kollegen. Meine Aufgaben sind mehr oder weniger die gleichen wie im letzten Jahr. Nur darf ich jetzt noch mehr Verantwortung übernehmen, zB als ich letztens den Sportlehrer einen ganzen Tag vertreten musste/durfte.
So hat das neue Jahr gut angefangen und ich freue mich schon auf die kommende Zeit im Colegio.
Bis bald!

Schuldach

Das neue Schuldach

Das neue Schuljahr hat gestern offiziell in unserem Projekt begonnen. Und mit dem neuen Schuljahr kamen auch einige Veränderungen in der Schule. Neben ein paar Lehrerwechseln und neuen Kollegen, hat sich auch das Schulgebäude sehr verändert. U.a. dank der beeindruckenden Unterstützung zahlreicher Spender konnte die Schule zB weitere Klassenräume bauen und alte oder kaputte Materialien durch Neue ersetzen.
Doch die größte Veränderung ist ganz sicher die neue Dachkonstruktion auf dem Schulhof.
Jetzt sind die Kinder in den Pausen und im Sportunterricht vor der starken Sonneneinstrahlung im Sommer oder vor Regen im Winter geschützt und der Schulalltag ist viel weniger vom Wetter abhängig.
Ich möchte mich bei allen Spendern bedanken, denn ohne euch wäre das alles nicht möglich. Ein ganz großes Dankeschön von mir und allen Beteiligten des Projekt.
Bis bald!

Sur Chico

Delfine an der Küste Chiles

Traditionelle Häuser auf Chiloe

Vulkan Osorno

Am Fuß des Vulkan

Für ein paar Tage bin ich auf die Insel Chiloe und später in die Gegend um Puerto Varas in den Süden Chiles gereist.
Auf Chiloe, der größten Insel Chiles, konnte man ein ganz anderes Lebensgefühl spüren. Die Uhren scheinen hier noch langsamer zu ticken und alles scheint insgesamt ruhig und friedlich. Die Menschen verkörpern dieses Gefühl und teilen gerne ihre kulturellen Besonderheiten wie zB Mythen über Waldgeister oder alle möglichen Rezepte mit Kartoffeln (Chiloe gilt als die Urheimat der Kartoffel).
Nach Chiloe ging es per Anhalter weiter nach Puerto Varas. Der Ort erinnert ein wenig an Pucon. Alles sehr touristisch, gelegen an einem großen See und mit vielen deutsch/europäischen Einflüssen. Die Natur in der Region war atemberaubend und während der Wanderung am Fuß des Vulkans und der Kayak Tour auf den Fjorden habe ich einer der schönsten Landschaften in denen ich je war gesehen.
Es war wahrscheinlich meine letzte Reise in Chiles Süden und ich bin sicher, dass ich die Grünen Wälder, die frische Luft und die Berge vermissen werde.
Bis bald!

Halbzeit

Heute ist die Hälfte meines Freiwilligendienst und von meinem Jahr in Südamerika vorbei.
Ich möchte an dieser Stelle nicht in tiefgründige Rückblicke verfallen.
Ich will mich eigentlich nur bedanken. Beim GAW, die mir Vertrauen in meine Fähigkeiten geben, bei meinen Unterstützern, die sich tatkräftig für das Projekt engagieren und ganz besonders bei meinen Freunden und meiner Familie, ohne die ich mir das alles hier nicht vorstellen könnte.
Danke! :-)
Die letzten Monate waren einzigartig, und die kommenden Monate werden es ganz sicher auch. Ich freue, mich diesen Weg mit euch bis hier gegangen zu sein, und freue mich noch mehr darauf ihn weiter zu gehen.
Bis bald!

Urlaub

Busfahrt über die Anden

Bariloche

HSVer im La Bombonera

Sonnenuntergang in Uruguay

Montevideo

Iguazu Wasserfälle

Buenos Aires

Nach Silvester begann das neue Jahr für mich mit einer Reise: Zwei Wochen mit meiner Mitfreiwilligen Henni unterwegs, über Argentinien, Uruguay, Paraguay zurück nach Santiago.
Im Süden Argentiniens haben wir in Bariloche die grünen Wälder, klaren Seen und frische Luft genossen. Die Gegend erinnert ein wenig an die Schweiz, auch weil Bariloche als Touristenmagnet für seine vielen Schokoladenläden bekannt ist. Der starke Tourismus nimmt dem Ort vielleicht ein wenig seinen Charme, ändert aber nichts an der Schönheit der Natur oder daran, dass man den Aufenthalt absolut genießen kann.
In Buenos Aires konnten wir die riesige, laute und spannende Hauptstadt Argentiniens kennenlernen. Noch größer als Hamburg & Santiago, eine ganz andere Art von Großstadt. Im Kultviertel ,,La Boca“, auf dem berühmten Friedhof in Recoleta oder in den vielen kleinen Cafés durften wir in sehr kurzer Zeit Buenos Aires kennenlernen. Highlight für mich war jedoch ohne Frage der Besuch des ,,La Bombonera“, dem Stadion der Boca Juniors, einer der erfolgreichsten Clubs Südamerikas und weltweit bekannt.
In Uruguay konnten wir in der kleinen Kolonialstadt Colonia del Sacramento ein wenig entspannen und einfach die Ruhe und Schönheit der Stadt genießen. In Montevideo haben wir einen kleinen Eindruck von der entspannten Lebenskultur der Einheimischen bekommen, die sich nochmal merklich von der in Chile und Argentinien abhebt.
Zum Abschluss ging es zu den Wasserfällen nach Iguazu. Trotz der Ein beeindruckender Ort. Klima und Natur, alles anders und die Landschaft unendlich schön.
Am Ende habe ich in 2 Wochen mehr Dinge gesehen als ich fähig bin vernünftig aufzunehmen. Nicht nur touristische Highlights, auch ganz einfache Dinge wie aus dem Busfenster die Landschaft zu sehen die an einem vorbeizieht und die unterschiedlichen Menschen kennenzulernen die man unterwegs trifft. Und auch wenn die unzähligen Stunden im Bus mehr Spaß gemacht haben als man glauben mag, habe ich mich gefreut am Ende von Paraguay aus zurück nach Santiago fliegen zu dürfen.
Nun ruhe ich mich noch ein paar Tage zuhause aus bevor es dann demnächst zum Zwischenseminar geht.
Bis bald!

Fin de año

Schüler führen den Nationaltanz ,,Cueca" auf

Wir Freiwilligen nach der Wasserschlacht zum Jahresabschluss

,,Certificacion" der ,,Kinder" bevor es nächstes Jahr in die 1. Klasse geht

Mit der Einschulung der neuen Erstklässler und der Verabschiedung der 8. Klasse endet heute das Schuljahr im Colegio.
Das nehme ich als Anlass kurz etwas über das vergangene Halbjahr zu schreiben.
Die Zeit verging, wenn ich jetzt zurückdenke, wirklich erschreckend schnell. Ich kann mich noch an meinen ersten Tag erinnern (der mir ewig lange her vorkommt): Keinen anderen Lehrer oder die Schüler kennen, nicht wissen wo man hin soll, nicht wissen wo welche Sachen sind und dazu nicht mal die Menschen zu verstehen. Mittlerweile kenne ich meine Kollegen, konnte mit vielen Schülern eine gute Bindung aufbauen, weiß wo ich wann sein muss und kann mich viel besser verständigen und verstehe ebenso viel besser was Menschen von mir wollen.
Ich bin sehr glücklich mit meiner Arbeit hier. Der Sport- und Englischunterricht macht mir noch immer genauso viel Spaß wie in den ersten Tagen und auch meine Aufgabenbereiche haben sich erweitert. So konnte ich zB schon alleine Spiele anleiten oder Teile des Unterrichts leiten. Während des Unterrichts fällt mir auch der Kontakt mit den Schülern immer leichter, da man sich mittlerweile schon gegenseitig einigermaßen kennt und man nicht mehr ganz so fremd für die Schüler ist.
Trotzdem gibt es Tage an denen man sehr wenig zu tun hat, sich nutzlos fühlt und gerne ein/zwei Stunden länger geschlafen hätte. Gerade in den letzten Tagen muss ich mir eingestehen deutlich weniger motiviert zu sein als noch am Anfang. Wenn die Arbeit mal gefühlt eintönig ist und man nicht gebraucht wird hat man viel weniger Lust morgens aufzustehen. Aber ich habe gelernt, dass auch das zu der Arbeit hier dazugehört. Es ist gar nicht mehr schlimm für eine Unterrichtsstunde nichts zu tun zu haben, irgendwie kann man sich immer beschäftigen. Umso schöner sind dann die Tage oder Stunden in denen man viel zu tun hat und helfen kann.
Ich hatte ein sehr schönes erstes Halbjahr und konnte mich sehr gut einleben. An viele der Routinen in der Schule hat man sich schon gewöhnt, wie zB der wöchentliche Acte Civico bei dem die Nationalhymne gesungen wird und eine kurze Andacht gehalten wird.
Ich freue mich schon auf das kommende neue Schuljahr und hoffe u.a. mein Spanisch noch weiter verbessern zu können und meine Tätigkeiten im Sportunterricht zu erweitern.
Bis bald!

Spendenaufruf

Pause auf dem Schulhof

Momentan ist es bei uns in Santiago jeden Tag drückend heiß. Die dünne Ozonschicht über Chile sorgt dafür, dass man nur 2 Minuten in der Sonne stehen zu braucht um zu schwitzen und erschöpft zu werden.
Deswegen kann der Sportunterricht in der Schule nicht mehr wie gewohnt stattfinden und auch in den Pausen sind die Kinder schnell kaputt. Das liegt daran, dass der Schulhof, auf dem der Sportunterricht und die Klassen stattfinden, nicht überdacht ist. Schon morgens findet man kaum Schatten und am Nachmittag sucht man ihn vergebens. Aus diesem Grund möchte unsere Gemeinde Geld sammeln, um in den Sommerferien in ein Dach zu investieren. Es soll im Sommer für Schatten sorgen und im Winter vor Regen schützen.
Leider fehlt noch ein Teil des notwendigen Geldes. Falls Sie die Gemeinde und das Projekt in ihrem Vorhaben unterstützen wollen können Sie an folgendes Konto spenden:

Gustav-Adolf-Werk Württemberg
Evangelische Bank eG
IBAN: DE92 5206 0410 0003 6944 37 | BIC: GENODEF1EK1
Verwendungszweck: Schulhofdach Santiago

Jede Spende hilft uns und wir freuen uns über jegliche Form der Unterstützung.
Bis bald!

Pucón

Blick auf den Vulkan Villarrica

Panorama kurz vor Erreichen des Gipfel

Nur der HSV!

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag bin ich von Santiago in den Süden nach Pucón gefahren. Der Ort und die Umgebung steht im krassen Gegensatz zum grauen und unorganisiertem Alltag der Großstadt. Pucón ist, gerade durch seinen Tourismus, eine gepflegte und sehr hübsche Stadt, umgeben von Bergen, grünen Wäldern und klaren Seen die man besuchen kann. Das eigentliche Ziel der Reise begann dann am Samstag. Zusammen mit meiner Mitfreiwilligen Helen sind wir auf den Vulkan Villarrica geklettert, einer der größten und aktivsten Vulkane Südamerikas. Der Aufstieg mit Spikes an den Füßen und Eispickel in der Hand war richtig toll. Der Blick auf die Landschaft unter einem war immer beeindruckend und oben am Krater konnte man das rote Leuchten der Lava sehen. Runter ging es dann nicht zu Fuß, sondern auf Plastikrutschern. Ein einmaliges Erlebnis! Ein großes Dankeschön an Helen, die diese Idee hatte und organisierte.
Bis bald!

Fußball in Chile

Heimspiel Universidad de Chile

Graffiti der ,,La U" Fanszene

Als leidenschaftlicher Fußballfan hat mich von Anfang an die Fußballszene Chiles interessiert. Und auch wenn es ganz sicher nur die wenigsten Leser dieses Interesse teilen, möchte ich hier etwas zum Fußball schreiben.
In Chile ist Fußball der Nationalsport und genießt einen ähnlich hohen Stellenwert in der Gesellschaft wie in Deutschland. Fast jeder Chilene hat eine Meinung zum Sport und auch mehr oder weniger ein Lieblingsteam. Und wer keinen Ligaverein unterstützt, der feuert (wie ohnehin jeder) leidenschaftlich die Nationalmannschaft an. Die Nationalmannschaft ,,La Roja“ ist eine der erfolgreichsten Mannschaften Südamerikas. Als mehrmaliger Sieger der Copa America (vergleichbar mit der EM), als Gastgeber der WM 1962, und dank Spieler wie Arturo Vidal (Barcelona) oder Alexis Sanchez (Manchester United) ist ,,La Roja“ auch außerhalb Südamerikas bekannt.
Die Liga Chiles (Primera Division) kann mit der Popularität der Nationalmannschaften nicht mithalten. Sie gehört nicht unbedingt zu den besten Ligen des Kontinents.
Doch innerhalb des Landes erfreut sich der chilenische Ligafußball und der Pokal (Copa Chile) trotzdem großer Beliebtheit, auch wenn beide Wettbewerbe seit Jahrzehnten von den drei großen Vereinen Santiagos (Colo Colo, Universidad de Chile, Universidad Católica) dominiert werden.
Gesellschaftlich gesehen spaltet der Fußball hier leider noch mehr als bei uns, denn oft geht mit einer Mannschaft auch ein gewisser Gesellschaftsstatus einher. So kommen zB die Fans von Colo eher aus ärmeren Regionen Santiagos, während Fans von Católica eher aus dem reichen Norden der Stadt kommen. Zusätzlich sind in Städten wie z.B. Santiago ganze Viertel in der Hand von Fußballfans (vergleichbar mit HSV - St Pauli) und bei Derbys kommt es fast immer zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.
Für mich ist der Fußball hier mehr als nur ein Zeitvertreib. Es ist die Möglichkeit für mich die Landeskultur auf eine andere Weise kennenzulernen und mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Ich hoffe noch das ein oder andere Mal ein Spiel im Stadion sehen können.
Bis bald!

Abseits des Projekt

Wettkampf im Estadio Nacional

Strandbesuch während der Konfifahrt

Auch neben der Arbeit in der Schule bin ich hier gut beschäftigt.
Unter der Woche gehe ich Nachmittags zum Training beim Schwimmverein in dem ich mich angemeldet habe. Ich durfte schon bei meinem ersten Wettkampf mit der Mannschaft antreten und bin sehr glücklich über die Möglichkeit auch in Chile gut trainieren zu können. Das wäre nicht möglich ohne die Unterstützung die ich von zuhause bekomme und meine Dankbarkeit dafür lässt sich für mich gar nicht in Worte ausdrücken.
An Wochenenden helfe ich regelmäßig in der evangelischen Gemeinde die Träger meines Projekt ist. Dort helfe ich ab und an bei Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche (zB Komfirmationsunterricht). Eine Besonderheit war die 4 tägige Konfifahrt auf die ich mit meinen Mitfreiwilligen mitfahren durfte um die beiden Pastoren bei ihrer Arbeit mit den Kindern zu unterstützen.
Bis bald!

Erster Eindruck & Kulturschock

Traditioneller Tanz in der Schule

Ich lebe schon seit mehr als 2 Monaten in Chile (was ich selber kaum glauben kann) und habe schon viel über die chilenische Kultur lernen dürfen. Ich möchte an dieser Stelle ein paar meiner Eindrücke schildern, wobei ich ganz sicher weder ansatzweise alles weiß noch alles mit Sicherheit so stimmt wie ich es erfahren habe.
Die Einflüsse der chilenischen Kultur sind sehr vielseitig. Einerseits fallen, besonders in der Großstadt, häufig die spanisch/europäischen Einflüsse auf, andererseits stellt man zB bei Feiertagen fest das auch Teile der indigenen Kultur noch präsent sind. Das Verhältnis zur den Indigenen in Chile, um es kurz am Rande zu erwähnen, ist leider trotzdem angespannt u.a. durch Verbrechen an Ureinwohnern in der Vergangenheit.
Nichtsdestotrotz lieben die Chilenen ihr Land und ihre Kultur. Man ist hier sehr stolz auf sein Land und eine der ersten Fragen die ich in Gesprächen höre ist ,,te gusta Chile?“ (gefällt dir Chile?), auf die man im Grunde immer nur antwortet ,,si es grandioso“ (ja, es ist großartig). Es ist ein ganz anderes Heimatgefühl als in Deutschland. So sieht man zB überall wo man hingeht die Landesfarben und Fahnen an den Häusern. Und an den vielen Nationalfeiertagen wird zu traditioneller Musik getanzt und die eigenen Kultur zelebriert. Zu dieser gehören u.a. sowohl die indigenen, als auch die christlichen Religionen, die Traditionen und Volksfeste, ein Lebensgefühl von Gelassenheit, Optimismus und Selbstwertgefühl, die Bindung zur beeindruckenden Natur oder auch alltägliche Dinge wie das wöchentliche ,,Asado" (Grillen) mit der ganzen Familie.
Im Alltag stelle ich immer wieder fest wie herzlich die Chilenen sind. Hilfsbereitschaft und Höflichkeit werden hier groß geschrieben. Auch die Familie hat hier einen hohen Stellenwert und ganz allgemein gibt es ein starkes Bewusstsein für Gemeinschaft (zB in der Schule). Doch auch wenn die Unterhaltungen immer freundlich sind, sind sie nicht unbedingt ehrlich oder direkt. So fällt mir auf das eine freundliche Antwort im Grunde immer einer ehrlichen vorgezogen wird und man zB auf die Frage ,,como estas?“ (wie geht es dir), die zur Begrüßung so sehr dazugehört wie ein einfaches Hallo, nur ,,bien“ (gut) antwortet, egal wie es einem geht.
Doch was in den ersten Tagen noch ungewohnt für mich war ist mittlerweile alltäglich geworden. An viele kulturelle Unterschiede habe ich mich schon gewöhnt und trotzdem entdecke ich immer wieder neue Dinge.
Ich freue mich schon auf die vielen Eindrücke die noch kommen werden und die Fettnäpfchen in die ich treten werde (denn auch das gehört natürlich dazu).
Bis bald!

Valparaíso/Viña del Mar

Der Strand von Viña del Mar

Blick auf Valparaíso

Hafen von Valparaíso

Von Sonntag bis Montag sind wir nach Valparaíso gefahren um eine andere Freiwillige und ihre Gasteltern zu besuchen. Wir haben uns die Nachbarstadt Viña del Mar angeschaut, eine Touristenstadt an der Küste und am nächsten Tag einen Spaziergang durch Valparaíso gemacht. Die Stadt gilt als das kulturelle Zentrum Chiles und besitzt einen der wichtigsten des Landes. Valparaíso ist bekannt für seine bunt bemalten Straßen sowie für seinen ganz besonderen Charakter und Charme. Die vielen Hügel der Stadt, die verwinkelten Straßen und die Seilbahnen die einen auf die Gipfel bringen machen diese Stadt zu etwas ganz Besonderem. Besonders schön war auch der Ausblick von den zahlreichen Bergen der Stadt über die bunten Häuser und den Ozean.
Bis bald!

Das Projekt

Colegio Belen O´Higgins

Vorgestern begann bereits meine vierte Arbeitswoche und daher hab ich mir gedacht, dass ich heute mal ein bisschen etwas über das Projekt und meine Arbeit schreibe.
Das Colegio Belen O´Higgins ist eine Schule im Viertel Villa O´Higgins für Kinder vom Kindergarten bis zur 8. Klasse. Hier bekommen Kinder aus verhältnismäßig einkommensschwachen Familien die Chance in einem friedlichen Umfeld zu lernen und allgemein zu leben. Es gibt eine Klasse pro Jahrgang und alle Fächer die wir bei uns auch haben. Trotzdem ist vieles anders als an deutschen Schulen. Beispiele dafür sind u.a. der sehr offene Kontakt zwischen Schülern und Lehrern und die in meinen Augen manchmal doch recht lockere Disziplin und Arbeitsmoral. Aber zu sehen, dass Schule auch anders funktionieren kann als bei uns ist eine interessante, neue Erfahrung.
Meine Arbeit in der Schule besteht daraus den Sportlehrer in seinen Unterrichtsstunden und Nachmittags Workshops zu begleiten. Wenn kein Sport stattfindet begleite ich den Englischlehrer. Mal gibt es mehr und mal weniger zu tun aber nichtsdestotrotz macht mir die Arbeit großen Spaß! Trotz meines mehr als mangelhaften Spanisch kann ich mit Schülern und Lehrern kommunizieren und meinen Teil zum Schulalltag und kulturellem Austausch beitragen.
Ich bin sehr dankbar so gut aufgenommen worden zu sein und freue mich schon auf die kommende Zeit.
Bis bald!

Kurzurlaub

Sonnenuntergang in La Serena

Seelöwen

Von Mittwoch bis Samstag war ich zusammen mit einem anderen Freiwilligen vom GAW in La Serena (6 Stunden entfernt von Santiago).
Wir haben die kurze Zeit u.a. genutzt um uns die Hafenstadt Coquimbo anzusehen und eine Tour zum Pinguinreservat zu machen wo wir neben Humboldt Pinguinen auch zahlreiche Seelöwen, Otter und Vogelarten gesehen haben.
Es war schön mal andere Teile des Landes zu sehen und auf Reisen zu gehen, jedoch freue ich mich auch schon wieder auf die Arbeit im Projekt die morgen weiter geht.
Bis bald!

Erste Projektwoche

Geschmückter Schulhof

Auftritt der Schüler

Die erste Woche im Projekt ist schon vorbei! Wir haben uns fast alle Klassen angesehen, viele verschiedene Unterrichtsstunden besucht und auch schon die unterschiedlichsten Aufgaben gehabt.
Allerdings war diese Woche nicht wie jede andere, da sie ganz im Zeichen des Nationalfeiertag am 18.09. stand. Es wurden Tänze geprobt und die Schule in blau, weiß, rot dekoriert. Heute, am Freitag, fand dann die Feier der Schule statt, bei der Schüler aller Klassen regionale Tänze aus Chile präsentierten. Es war eine richtig schöne Veranstaltung und ein guter Weg die Kultur Chiles etwas näher kennenzulernen.
Jetzt haben wir die nächste Woche erstmal frei wegen der Feiertage. Ich versuche die Zeit zu nutzen um für ein paar Tage ein Stück in den Norden Chiles zu reisen.
Bis bald!

Die ersten Wochen

Im Stadion (Universidad de Chile)

Blick vom Cerro San Cristobal

Blick vom Manquito

Seit nun fast 3 Wochen bin ich in Santiago und kann sagen dass ich mich zunehmend wohler fühle.
Ich habe schon viel von der Stadt sehen können, war u.a. bei einem Schwimmverein, mit anderen Freiwilligen auf dem Cerro San Cristobal, auf dem Berg Manquito und im Stadion beim chilenischen Pokalhalbfinale.
Auch den Sprachkurs habe ich erfolgreich beendet und kann zwar immer noch nicht behaupten anständig auf Spanisch eine Unterhaltung führen zu können, aber freue mich trotzdem Fortschritte gemacht zu haben.
Am Montag geht dann die Arbeit im Projekt los. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf die kommende Zeit.
Bis bald!

Angekommen!

WG Hund Pisco

Heute sind wir in Santiago gelandet.
Nachdem wir von unserer Koordinatorin in Empfang genommen wurden sind wir (Evita & Ich) zur WG gefahren und haben mit unser Betreuerin das Haus angeschaut und erste Einkäufe erledigt.
Den Rest des Tages haben wir dann draußen in der Sonne gelegen und entspannt.
Die nächste Zeit werde ich damit beschäftigt sein richtig anzukommen, den Sprachkurs zu besuchen und die Gegend zu erkunden.
Bis bald!

Moin!

Ich bin Henry!
Ich komme aus Hamburg und reise am 19. August 2018 nach Chile um dort bis August 2019 als Freiwilliger im Projekt ,,Escuela Basica Belén O´Higgins" arbeiten.
Ich freue mich schon riesig auf die Zeit in Chile und hoffe dass ich oft genug die Motivation finde hier etwas zu posten um Interessierte auf dem Laufenden zu halten.

Liebe Grüße aus dem Norden
:-)