Sofia Kik - 2. Bericht aus Serra Pelada, Brasilien

Liebe Familie, liebe Freunde, liebe Unterstützer,

Mit meinem zweiten Rundbrief aus Brasilien melde ich mich nun nach weiteren drei Monaten mit einem „Olá” bei euch, das hoffentlich schon ein bisschen den brasilianischen Akzent von Espírito Santo angenommen hat.

Die letzte Zeit war wieder von vielen Impressionen und neuen Gedanken geprägt. Wenn ich es ab und zu wage schon einen Blick zurück zu werfen, muss ich feststellen, wie schnell die Zeit bisher vorübergegangen ist.

Weihnachtszeit in Brasilien

Es ist die Weihnachtszeit, die ich hier in Brasilien auf einem ganz andere Art und Weise erleben durfte als ich es bisher kannte. Dieses Jahr hat nicht der Adventskranz, die klirrende Kälte oder etwa Plätzchen und Lebkuchen dafür gesorgt, dass die vorweihnachtliche Stimmung aufgekommen ist. Nein, wahrlich nicht davon habe ich vielleicht ab und zu geträumt aber das liegt von hier aus gesehen in weiter Ferne. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich dieses Jahr kein Weihnachten hatte. Es sind andere - manchmal auch ähnliche - Dinge an denen man gemerkt hat, dass es allmählich Weihnachten wurde.

Als allererstes war da natürlich unsere Weihnachtskante, mit der wir auf Tour gegangen sind. Nach etlichen, langen Proben waren unsere elf Auftritte in den evangelischen Gemeinden unseres Bundesstaates letztendlich ein großer Erfolg. Natürlich ist nicht immer alles nach Plan gelaufen aber genau daran war es schön eine Entwicklung feststellen zu können. Mit jedem Auftritt sind die Solos sicherer geworden, die verschiedenen Stimmen haben besser aufeinander gehört und die Instrumente haben sich getraut kleine Improvisationen einzubringen. Das hat unsere Kantate immer lebendiger werden lassen und so wie ich das einschätzen kann, ist die Nachricht auf jeden Fall bei unseren Zuhörern angekommen.

Während wir von der einen Stadt ins nächste Dorf gefahren sind und unzählig viele, lustige Stunden in den ADL Bussen verbracht haben, hat unsere Tia Alzira mit dem Primeiro Ano das Musikinternat in ein leuchtendes, bunt blinkendes Gelände verwandelt. Ganz erstaunt waren Sohayla und ich als in den Palmen plötzlich „Pisca-pisca“ (Lichterketten) funkelten und überrascht stellten wir fest, dass die Dekoration obwohl sie oft genauso kitschig wie in Deutschland ausfällt eine ganz andere Wirkung hat. 38 Grad und aufblasbare Schneemänner konnte ich am Anfang einfach nicht zusammenbringen. Mir hat aber gefallen, dass die kleinen Kunstwerke, die der erste Jahrgang im Unterricht gebastelt hat, überall zu entdecken war.

Glückliche Gesichter nach einer gelungenen Aufführung unserer Weihnachtskantate.

Neben unserem Chor "Voces da Esperanca" haben Bruno (Querflöte), Sohayla (Violine), Manu (Trompete), Lucas (Posaune), Eduardo (Klavier), Dodo (E-Bass), Tcharles (Gitarre) und Luiz Paulo (Percussion) uns instrumental begleitet.

Abschied vom 4 Ano

Wenn ich nun schon vom Primeiro Ano erzähle, dann darf der Abschied vom Quarto Ano natürlich nicht fehlen. Die Jugendlichen vom Quarto Ano waren 17-20 Jahre alt, also ungefähr im gleichen Alter wie Sohayla und ich. Am Anfang hat mich das etwas verwundert, aber es hat sich als große Chance ergeben, denn je besser wir sie kennengelernt haben, desto tiefgründiger wurden die Gespräche und desto mehr haben wir über ihre Probleme, Sorgen und Träume erfahren. Wir haben es als ein großes Kompliment aufgefasst, als wir gemerkt haben, wie wir nach und nach zu einer  Vertrauensperson für sie geworden sind. Für mich persönlich war es oft ein Blick in eine manchmal schockierende andere Lebensrealität aber dazu schreibe ich später noch etwas genauer.

Im letzten Monat ist etwas Stress in der ADL ausgebrochen, denn neben den Weihnachtskantaten und dem bevorstehenden Abschied, mussten Projektpräsentationen geplant und auf Musikprüfungen gelernt und geübt werden. Die Abschlussprüfungen haben hier eine Form, die teilweise mit der mündlichen Abiturprüfung in Deutschland vergleichbar ist. Jeder musste ein Projekt ausarbeiten, dass in einer evangelischen Gemeinde umsetzbar sein sollte. Die Jugendlichen sind dabei in der Wahl ihres thematischen Schwerpunktes frei, meistens wählen sie Themen mit denen sie sich in den letzten Jahren persönlich viel beschäftigt haben. Häufig waren es Projekte die mit Musik zu tun hatten, zum Beispiel ist bei Tcharles ein Gitarrenensemble zustande gekommen oder bei Michelle ein Tanzprojekt.

Davor sind alle schrecklich nervös geworden und haben sich großen Druck gemacht, so dass Sohayla und ich voll und ganz damit beschäftigt waren die Jugendlichen von ihrem Stress und ihrer Nervosität ein bisschen herunterzubringen. Gleichzeitig sind sie uns immer näher ans Herz gewachsen und letztendlich haben nach vier Jahren in der ADL dieses Jahr alle 17 Schüler und Schülerinnen ihren Abschluss geschafft.

Das wurde am Tag der Formatura gebührend mit einem Gottesdienst und einem Essen für alle Familien gefeiert. Dabei kam Sohayla und mir die spontane Idee selbst auch eine kleine Rede zu halten und so kam es, dass wir in fünf Minuten zu Meisterinnen der Improvisation wurden und eine Rede gehalten haben, die mehr oder weniger von allen aber am besten von unseren Freunden des Quarto Ano verstanden wurde. Der Abschied ist uns sehr schwer gefallen, denn einige werden wir vermutlich wegen der großen Distanz zu ihrer Heimat nie wieder treffen können, andere werden zu Festen und anderen Gelegenheiten an die ADL zurückkommen. Es steht aber fest, dass ich alle vermissen werde und ich bin mir sicher dabei bin ich nicht die Einzige.

Sohayla und ich, während wir unsere spontan improvisierte Rede für das 4 Ano gehalten haben.

Alle haben sich riesig gefreut, endlich den ADL-Abschluss in der Tasche zu haben.

Sommerferienbeginn der ADL

Nach diesem großen Abschiedsfest ist es erstmal still im Musikinternat geworden. Bis Anfang Februar war das Internat für die Sommerferien geschlossen. In der ersten Ferienwoche war Lehrerkonferenz angesagt, in der wir das letzte Schuljahr reflektiert haben, die Bewerbungen der neuen Schüler durchgegangen sind und die Umfragestatistiken bei den Schülern und Schülerinnen über ihr Befinden in der ADL besprochen haben. Es war spannend zu sehen mit welchen Problemen die ADL zu kämpfen hat und wie versucht wird Lösungen zu finden. Allgemein ist es interessant ein Schulleben mehr oder weniger aus der Lehrerperspektive zu erleben. Natürlich ist das schwer vergleichbar mit meinem Gymnasium in Deutschland aber Gespräche über Schüler und Schülerinnen und dass man versucht, sich um die Tagesleitung zu drücken gibt es wohl überall.

Danach haben für Sohayla und mich die Ferien so richtig begonnen. Wir sind von unserem Zimmer im Mädchentrakt in eine Wohnung umgezogen, die genau zwischen dem Jungs- und dem Mädelsgang liegt. Für die 23 Kilo Gepäck, die wir beide jeweils nach Brasilien mitgebracht haben, haben wir eigentlich viel zu viel Platz, aber das hat unsere Kreativität geweckt und nun füllen sich so langsam die leeren Wände. Auch die selbstgezeichneten Kunstwerke von Sidia (eine Schülerin) hängen an einer Wand und vor den Fenstern hängen Traumfänger, die wir zu Weihnachten geschenkt bekommen haben.

Ein kleiner Einblick in eine andere Lebensrealität

Den Rest des Dezembers haben Sohayla und ich zusammen mit Rafinha, Dani (beide sind Lehrer und Lehrerin in der ADL) und ihrer Familie abwechselnd in der ADL und bei Dani zu Hause verbracht. Sie sind ein bisschen so etwas wie eine Gastfamilie für uns geworden. Zusammen sind wir auf die Posaunenchoradventskonzerte gegangen, bei denen Sohayla und ich selbstverständlich auf Portugiesisch „Oh Tannenbaum“, „Stille Nacht“ , „Oh du Fröhliche“ und ironischerweise auch „Leise rieselt der Schnee“ mitgesungen haben, haben gelernt wie man unendlich viele Mangos mit der besten Technik schält und wie köstlich ihr Saft schmeckt, sind in kurzer Hose und T-Shirt über einen Weihnachtsmarkt geschlendert und haben viele Abende damit verbracht neue Kartenspiele zu lernen und die, die wir schon kannten, den anderen beizubringen.

Die schönsten Abende waren die, an denen wir gar nicht mehr aus dem Lachen herausgekommen sind. Die schockierendsten waren die, an denen unsere Gespräche zu Orten abgeschweift sind, an die das brasilianische Bildungssystem nicht hinreicht und die Menschen im Schnitt drei Jahre in der Schule waren. Bei einem Jungen, wenn er Glück hat und es hoch kommt, sind es vielleicht sechs Jahre. Dani lebt an einem Ort, der von wunderbarer Natur umgeben ist, es gibt keinen Empfang und kein Internet. In meinem Blog habe ich es einmal als das „Ende der Welt“ beschreiben. Damals kam mir das wunderschön unberührt vor aber mittlerweile ist mir klar geworden, dass es auch große Probleme darstellen kann. Die Schulwege müssen über Kilometer zu Fuß zurückgelegt werden und wenn man in die höhere Klasse versetzt wird und deshalb die Schule wechseln muss, muss man den Bus nehmen der Stunden braucht, falls er überhaupt auftaucht, was dem Zufall überlassen bleibt. Dani war selbst einmal Schülerin in der ADL und hat erzählt, dass es für sie großes Glück war zur ADL gefunden zu haben, denn so konnte sie ihren Schulabschluss machen.

Bei Gesprächen wie diesen fällt es mir schwer, mit dem Privileg umzugehen, in ein Land auf der anderen Erdhalbkugel reisen zu können während andere nicht einmal die Möglichkeit haben ihren Schulweg hinter sich zu bringen. Es fällt mir immer deutlicher auf mit wie vielen Privilegien ich aufgewachsen bin und ich bin dankbarer für das geworden, was ich habe.

Bei einem Weihnachtskonzert.

Feliz Natal!

Dieses Weihnachten war auf jeden Fall ein Besonderes. Nachdem wir selbst einen Baum gefällt haben (Tannen, wie man sie in Deutschland als Weihnachtsbaum aufstellt wachsen hier nicht aber wir haben etwas Tannenähnliches gefunden), ihn mit Papierrosen und selbstgebastelten Weihnachtssternen geschmückt haben und den Heiligabendgottesdienst unserer Gemeinde in Serra Pelada mit Geige und Flöte begleitet haben, konnten wir Danis Familie endlich unser selbstgekochtes Weihnachtsessen auftischen. Selbstgeschabte Käßpätzle mit Fleischküchle und Gurkensalat treffen auch hier auf große Begeisterung. So hat mein Weihnachten sogar ein bisschen nach Heimat geschmeckt. In der Nacht auf den ersten Weihnachtsfeiertag haben Sohayla und ich unter dem Tannenbaum der ADL geschlafen, den wir uns in unsere Wohnung getragen haben. In Brasilien packt man erst am Morgen des 25. Dezember Geschenke aus und Sohayla und ich durften dabei gleich noch Zeuge des Heiratsantrags von Rafinha für Dani werden. Das haben wir anschließend den ganzen Tag mit Churrasco (eine speziell brasilianische Art Fleisch über dem Feuer zu grillen) gefeiert.

Sohayla und ich haben an Heiligabend den Gottesdienst mit Violine und Flöte begleitet.

An Weihnachten hatten wir sogar einen Tannenbaum. Hier sind wir mit Danis Familie noch in der ADL.

¡Hola Chile!

Da die Schulferien bis Anfang Februar gingen, hatten Sohayla und ich sehr viel Zeit zum Reisen. Wir sind nach Chile geflogen und haben dort die Santiago-WG mit Freiwilligen des GAW und von Mission EineWelt  besucht.
Die ersten Minuten des neuen Jahres habe ich mit Staunen über das riesige Feuerwerk an der Pazifikküste in Valparaiso verbracht. Danach bin ich mit Hannah (auch eine GAW-Freiwillige, die in Valparaiso ihren Freiwilligendienst macht) losgezogen, um den „Kleinen Süden“ Chiles zu entdecken. Es war definitiv eine Reise, die ich nicht vergessen werde. Mit einem eher weniger genauen Plan sind wir gemeinsam die 1.247 Kilometer lange „Carretera Austral“ entlang getrampt. Nach 26 ½ Mitfahrgelegenheiten ist es unglaublich festzustellen wie hilfsbereit, freundlich und neugierig die Leute im Süden Chiles sind. Auf meinem Rückweg wieder in Richtung Norden/Santiago habe ich Helen (auch eine GAW Freiwillige) besucht, die in Valdivia bei einer Gastfamilie wohnt. Nach ein paar weiteren Tagen in Santiago und dem großen Wiedersehen mit Sohayla haben wir uns auf den Heimweg nach Brasilien gemacht. Mit einem Zwischenstopp in der beeindruckenden 12 Millionen Einwohner Metropole Buenos Aires habe ich die restliche Strecke bis Serra Pelada über die Iguaçuwasserfälle mit dem Bus bewältigt. Nach einem Monat auf Reisen und aus dem Backpackerrucksack leben, habe ich gemerkt, dass es mich wieder zurück nach Hause in die ADL zieht.

Während meiner Reise habe ich viele Freiwillige des GAW getroffen und konnte einen kleinen Einblick in ihr Leben auf dem südamerikanischen Kontinent gewinnen. Das Interessante war, dass ich erst durch die Distanz zu meinem Projekt festgestellt habe, wie unterschiedlich wir Freiwillige unser Jahr erleben und wie glücklich ich mit meinem bin.

Hannah und ich auf der Carretera Austral, als wir mal wieder warten mussten.

Hannah und ich auf der Gletscherwanderung in Chile.

Bem-vinda a casa!

Das Ankommen in der ADL hat sich für mich wie nach Hause kommen angefühlt und mit dem Wiedersehen mit den Lehrern, Lehrerinnen, Schülern und Schülerinnen habe ich erst recht gemerkt wie froh ich bin, wieder da zu sein.

Einiges hat sich schon jetzt im neuen Jahr geändert.
Der neue Jahrgang ist angekommen und der letzte ist nicht mehr da. Mit neuen Leuten ändert sich natürlich auch das Zusammenleben. Da das Quarto Ano von letztem Jahr so energiegeladen war, wird es dieses Jahr etwas ruhiger. Die neuen Schüler und Schülerinnen müssen sich erst einmal in das ADL-Leben mit seinen vielen Regeln, Aktivitäten und Umgangsformen einfinden. Es ist teilweise lustig zu beobachten, wie manche sich zum Beispiel beim Essen verhalten. Ich finde mein „Ich-von-vor-5-Monaten“ in den neuen verdutzten Gesichtern wieder, denn auch ich war am Anfang von so viel eingespieltem System leicht überfordert. Aber es ist auch schön zu sehen, wie „die Neuen“ langsam in die Gemeinschaft aufgenommen werden und anfangen, aus sich herauszukommen. Mit neuen Menschen gibt es wieder so viele verschiedene Charaktere und Geschichten zum Kennenlernen.

David und Junior spielen Gitarre, während Martha dazu singt. Nach den langen Ferien ist die Musik endlich wieder in die ADL zurückgekehrt.

Luiz Paulo, Arnold und ich spielen während einer Freistunde Bilisca auf dem Gang.

Unterrichtsbeginn

Auch meine Aufgabenfelder haben sich erweitert. Die Hälfte des Primeiro Ano unterrichte ich in Sopranflöte, was mir jetzt schon große Freude bereitet. Natürlich hat nicht jeder die gleiche Motivation, denn für viele ist es das erste Instrument, das sie lernen. Das Notenlesen ist ganz neu und gestaltet sich für manche als schwierig. Mit Rafinha, der Lehrer der für die Blechblasinstrumente und Flöten zuständig ist, habe ich mir die Altflötenschüler aus dem Segundo Ano aufgeteilt. Sie lernen freiwillig und machen schon etwas schneller Fortschritte. Außerdem sind Sohayla und ich jetzt viel damit beschäftigt, Deutsch- und Englischunterricht zu geben. Wir haben unsere Zeiten im Stundenplan und fast die ganze ADL -inklusive Lehrer und Lehrerinnen- sind fest entschlossen unsere Sprachen zu lernen. Es hat mich überrascht mit welchem Ernst das viele angehen, aber nachdem wir immer wieder mitbekommen, wie frustrierend der Englischunterricht in der öffentlichen Schule für die meisten ist, kann ich nachvollziehen wie sehr sie den Wunsch haben, endlich richtig etwas zu lernen. Dass sich meine Rolle in der ADL etwas verändert hat, habe ich erst realisiert als Arnold, einer der jüngsten Schüler, angefangen hat mich im Deutschunterricht mit „Professora“ anzusprechen. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber auch lustig.

Bei dem großen ADL-Geländespiel, das Sohayla und ich an einem Wochenende vorbereitet hatten, waren alle begeistert dabei und haben mit viel Ehrgeiz die kuriosesten Dinge über die ADL herausgefunden.

Obrigada!

In nächster Zeit werde ich also viel damit beschäftigt sein, so kreativ wie möglich den Unterricht vorzubereiten und dann vermutlich ganz anders zu halten als ich es geplant habe. Ich möchte mich an dieser Stelle auch ganz herzlich für eure Unterstützung bedanken. Ich schätze es immer mehr, was für eine große Chance ich habe hier in Brasilien sein zu dürfen und neue Erfahrungen machen zu können. Dass ihr mir dabei helft, das zu ermöglichen, bedeutet mir viel!

 

Um grande abraço,

 

Eure Sofia

 

 

Von dem Berg "Tres Pontoes" aus hatten Sohayla und ich einen wunderschönen Ausblick auf Serra Pelada und Umgebung. Von der ADL aus sieht man nur seine Gipfel.