Bin wieder da!

Das sind Kassiane, Dani Lira, Sohayla, ich und Michele bei der Abschlussreise am Strand.

Hier haben wir bei der Pizzada unsere Wichtelgeschenke verschenkt.

Unser ganzer Chor "Vozes da Esperanca" mit Musikern nach dem ersten Auftritt.

Hier ist Bruno an der Querflöte, Sohayla mit ihrer Geige, Manu mit Trompte und Pereira mit seiner Posaune. Außerdem hat Eduardo Klavier gespielt, Dodo E-bass, Tcharles Gitarre und Luiz Paulo Cajon.

Sohayla und ich mit unserem Maestro Louis.

Das 4 Ano mit uns.

Es sind viele Wochen vergangen, in denen ich nichts mehr geschrieben habe. Neulich hat mich mein Vater darauf aufmerksam gemacht, dass “Bohnenpause” ein schlechter letzter Blogeintragtitel ist, um sich eine Weile nicht zu melden. Um das zu ändern, erzähle ich euch jetzt einfach in der Kurzfassung was in den letzten Wochen passiert ist. Denn es ist keineswegs so, dass in letzter Zeit nichts passiert wäre, über das ich schreiben könnte. Im Gegenteil. Es ist so viel passiert, dass ich gar keine Zeit gefunden habe zu schreiben oder einfach nicht wusste wie.

Zuerst etwas zur Abschlussreise des 4 Ano (letzter Jahrgang der ADL). Jedes Jahr lädt der Internatsleiter/Superintendete Siegmund (hier Siegimundo ausgesprochen) den Abschlussjahrgang zu sich in sein Ferienhaus am Strand in die Nähe von Vitoria ein. Auch Sohayla und ich durften mitkommen und so haben wir vom 12.-15. November Zeit mit unseren Freunden im 4. Jahr, den Lehrern Rafinha, Dani, Kalkin und Siegmund verbracht. Schon Wochen vorher haben alle die Tage bis zur Abreise mit dem ADL Sprinter gezählt, denn für die, die „na Hossa“ (auf dem Land) leben, ist das Meer und Urlaub etwas ganz Besonderes. Es waren wunderschöne 4 Tage und Sohayla und ich haben nochmal ganz andere Eindrücke bekommen. Neben Wellentauchen und dem super leckeren Essen, das Siegmund für uns gekocht hat, wurde auch über die Zeit geredet die unsere Freunde in der ADL verbracht haben, wie sehr sie sich verändert haben, was ihre Zukunftswünsche sind und wie ihre Pläne für die nächste Zeit aussehen. Bei einigen gehen diese zwei Dinge auseinander. Sie werden zurück nach Hause gehen, obwohl ich mir so sehr für sie wünsche, sie würden einen anderen Ort für sich finden. Zu diesem Zeitpunkt hatten alle aber noch einen Monat in der ADL vor sich.

Ein Monat, von dem ich noch von einigen anderen Dingen berichten muss. So haben zum Beispiel alle angefangen sich zu überlegen, was sie ihrem AmigoX schenken könnten. Denn wie in Deutschland, gibt es auch hier einige vorweihnachtliche Traditionen, zu denen unter anderem das Wichteln gehört, was hier „AmigoX“ genannt wird. In einem Internat ist das natürlich gleich eine große Sache. Tatsächlich ist hier die Geheimhaltung des „Amigos“ das höchste Gebot der Wichtelzeit und so fragt man Freunde der gezogenen Person X, was sie sich denn wünscht. Erstaunlicherweise klappt das sehr gut und keiner erfährt etwas vom Anderen. An einem vorher festgelegten Tag muss man seinem AmigoX eine Umarmung schenken. Ein Tag vor der großen Auflösung ist dann der sogenannte „Dia de Cantata“. Man muss seinem AmigoX eine Karte oder einen Brief zukommen lassen, ihm ein Kompliment machen und etwas Süßes (zum Essen oder etwas anderes kleines) schenken. Wer dann noch nichts ahnt, erfährt am großen Tag der Pizzada wer sich hinter seinem AmigoX versteckt. Ein Tag auf den auch sonst das ganze Jahr über hingefiebert wird, denn unsere Tias aus der Küche packen ihr Pizzarezept aus und bereiten die köstlichsten Pizzen zu, die man in Brasilien finden kann. Dann wird der erste AmigoX beschrieben und alle dürfen mitraten, um welche Person es sich handelt. So löst jeder der Reihe nach das Rätsel um die gezogene Person auf und bekommt sein Geschenk. Im Anschluss gibt es eine Bildershow mit den schlimmsten, lustigsten und peinlichsten Bildern und Videos des Abschlussjahrgangs.

Das bringt mich dazu, dass der letzte Monat von den merkwürdigsten Launen geprägt war. Den Schülern und Schülerinnen des 4 Ano standen ihre Projektpräsentationen bevor. Das ist vom Stil her ein bisschen mit der mündlichen Abiprüfung zu vergleichen, nur dass sich davor alle noch verrückter gemacht haben als in Deutschland. Sohayla und ich sind kurzzeitig zu quasi Vollzeitpsychologen geworden und haben versucht alle von ihrer Nervosität runterzubringen.

Zur selben Zeit hat auch unsere Weihnachtskantatentour stattgefunden. In zwei Wochen sind wir 11 Mal in den vielen evangelisch-lutherischen Gemeinden in Espírito Santo aufgetreten. Seit Monaten haben wir dafür geprobt und endlich war es soweit gewesen, dass wir Instrumente, Chorroben, Mikrofone und natürlich uns selbst in den uralten T2 VW Bus und den neuen Sprinter der ADL einladen konnten. Wir haben unglaublich viele, witzige Stunden auf den Fahrten durch den Dschungel verbracht. Sohayla und ich haben jetzt ein ganzes Repertoire an Liedern über das Lieblingsthema der Brasilianer „Saudade“ auf Lager und natürlich waren die Auftritte ein voller Erfolg. Von mal zu mal wurden wir besser und mir gingen immer mehr Lichter auf was den Text angeht, den ich gesungen habe. Die letzte Kantate war natürlich die emotionalste. Tränen wurden geweint und noch mehr Umarmungen als sonst verschenkt. Alle haben der schönen Zeit hinterher getrauert, denn der Chor und die Musiker werden sich im nächsten Jahr anders zusammensetzten.

Da all das ja noch zu wenig Anlass für wenig Schlaf war, hatte das 4 Ano zwischendrin auch noch die Musikprova (Abschlussprüfung in Musik). Natürlich waren mal wieder alle grundlos aufgeregt. Man kann sich nicht vorstellen, wie sich die musikalischsten Menschen, die ich kenne, vor einer für sie lächerlich einfachen Musikprüfung verrückt machen. Sohayla und ich durften uns glücklicherweise in die Prüfungen reinsetzen. Jeder musste auf 3 Instrumenten vorspielen und wurde mit Fragen zur Theorie der Musikstücke gelöchert. Als Luiz Paulo auf der Trompete spontan ein Stück von C-Dur in D-Dur transponieren sollte und das auch noch fehlerfrei hinbekommen hat, konnten Sohayla und ich uns ein Auflachen über diesen skurrilen Moment nicht verkneifen. Denn Luiz Paulo ist unser Mann für Percussion und Schlagzeug und vor der Prüfung konnte man seine Nervosität im ganzen Internat hören.

Am Samstag nach dem letzten Schultag vor den großen Sommer/Weihnachtsferien war dann der große Tag der Formatura gekommen. Das Gefühl, das ich an diesem Morgen im Bauch hatte, war ein ganz komisches. Sohayla und ich mussten uns von den Menschen verabschieden, die uns die letzten 3 Monate ans Herz gewachsen waren. Von einigen für immer. Mit ein bisschen Angst hatten wir uns vor dem Tag gefürchtet, aber das war nichts im Vergleich zum 4 Ano selbst. Von vielen waren die Familien gekommen, aber einige konnten auch nicht dabei sein.
Zur besseren Vorstellung stelle ich euch hier kurz Dani Lira vor. Sie ist 18 Jahre alt und hat dieses Jahr ihre Abschlussprüfung in der ADL bestanden. Ihre Familie wohnt in Pará. Das ist einer der nördlichsten Bundesstaaten Brasiliens, des an der Grenze zum Amazonasgebiet liegt. Wenn sie von der ADL nach Hause geht, reist sie durch eine ganze Klimazone, braucht über 10 Flugstunden und weitere 10 Stunden mit dem Bus. In den letzten 4 Jahren war sie 4 mal zu Hause. Abgesehen von diesem unglaublich langen Weg war es für ihre Familie aus rein kostentechnischen Gründen nicht möglich, zu ihrer Formatura zu kommen.
An diesem Tag sind mir einige Gedanken durch den Kopf gegangen und mir ist bewusst geworden, wie viel Glück ich allein damit habe, dass ich in Deutschland die Möglichkeit habe, den Menschen, die mir wichtig sind auch räumlich nahe zu sein. Es hat weh getan, allen dabei zuzusehen, wie sie einander Tschüss sagen und sich vermutlich für Ewigkeiten nicht mehr sehen werden. Das klingt jetzt alles nach einem sehr traurigen Abschied aber Sohayla und ich haben an diesem Tag mit unserer sehr, sehr, sehr spontanen Rede auch für einige Lacher gesorgt. Natürlich muss ich erwähnen, dass die Brasilianer allgemein viel emotionaler mit dem Leben umgehen, aber dieser Tag war eindeutig die Superlative. Bisher.

Seitdem hat sich die ADL verändert. Es ist schlagartig still geworden, denn alle Schüler sind nach Hause gereist um dort Weihnachten, Neujahr und den Großteil des Sommers bis Februar zu verbringen. Vielleicht fällt Sohayla und mir das nur so stark auf, weil davor so viel los war, aber es war schwer, sich daran zu gewöhnen, dass plötzlich die ganze, laute, fröhliche Lebendigkeit verschwunden ist. In der ersten Ferienwoche waren jeden Tag Lehrerkonferenzen, in denen das vergangene Schuljahr reflektiert wurde, mittlerweile sind wir aber nur noch zu viert mit Dani und Rafinha hier. So langsam kann ich die Ruhe genießen. Zwischendurch fahren wir immer wieder für ein paar Tage zu Dani nach Hause. Eine schöne Abwechslung, denn dort werden Sohayla und ich wie in einer Gastfamilie aufgenommen. Und was man eben so macht, wenn man keinen Empfang und kein WLAN hat, gehen wir angeln, bereiten selbst Weihnachtspralinen zu, helfen dabei, Hühner auszunehmen, den Weihnachtsbaum zu fällen, Mangos zu schälen, gehen in T-Shirt und kurzer Hose auf den berühmtesten Weihnachtsmarkt der Umgebung und lernen Spiele aus der brasilianischen Kindheit kennen.
Da wir unsere Zeit ja mit verrückten Musikern verbringen, ist es immer wieder witzig, zu den Adventskonzerten mitzugehen, bei denen Dani und Rafinha Posaune spielen oder sie gleich selbst dirigieren. Selbstverständlich singen Sohayla und ich die Portugiesischen Texte zu “Oh Tannenbaum“, „Stille Nacht“, „Oh du Fröhliche“ und ironischerweise auch zu „Leise rieselt der Schnee“ mit.
Weihnachten werden wir bei Danis Familie verbringen. Danach werden Sohayla und ich nach Chile reisen. Was uns dort erwartet, wissen wir noch nicht genau, aber vermutlich werde ich mich wieder eine Weile nicht melden können.

Ich wünsche euch ein „Feliz Natal“, genießt die Kälte, baut einen Schneemann oder eine Schneefrau und falls ich bis dahin keinen Empfang haben sollte: einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019! Feliz Ano novo!

Herzliche Grüße e um abraço forte,
Eure in der Hitze dahinschmelzende Sofia

directions_walk Bohnenpause

Nach den unzähligen Stunden, die ich in der letzten Woche im Bus, in Ouro Preto, wieder im Bus, in Vitória und wieder im Bus verbracht habe, kann ich nun meine ersten Tipps für eine Reise in Brasilien weitergeben, die ich nicht beachtet habe.

1. Umgehe die Unmöglichkeit ein Busticket ohne CPF Nummer (Cadastro de Pessoa Fisica) zu reservieren, indem du dir vorher eine besorgst.
2. Rechne immer damit, dass der vier-tage-lange Regen vor deiner Abreise dazu führt, dass dein Bus wegen nicht asphaltierten Straßen nicht kommen kann. (Wenn du trotzdem nicht damit gerechnet hast, bist du nicht die einzige Person, der es so geht.)
4. Die Brasilianer lieben Klimaanlagen. Vor dem Gefriertod in diesem Land ohne Jahreszeiten helfen nur unendlich viele Schichten von Pulli, Schlafsack oder Decke.
5. Reise nicht am Tag der Präsidentschaftswahl, wenn du nicht einem Busfahrerer begegnen willst, der dir voller Freude den Gewinn Bolsonarios verkündet.
6 Nimm vorsichtshalber Kotztüten mit - für den Menschen vor, hinter und neben dir.

Wenn man das alles beachtet hat, kann man zwischen gelegentlichem Einnicken mit dem Blick auf eine wunderschöne Landschaft aufwachen. Das Reisen mit dem Bus ist eine ganz andere, weitere Art Brasilien kennen zulernen. Anders als mit dem Flugzeug spürt man die Distanz, die man mit jedem Kilometer hinter sich legt. Man bekommt ein Gefühl für die Weite dieses riesigen Landes. An der Vegetation sieht man wie sehr der Bundesstaat Espírito Santo von der Sonne geprägt ist, während man in Minas Gerais bei 15 Grad aus dem Bus steigt und mit Fleecedecke schlafen muss.
Meine erste Reise mit Sohayla hat mich in das historische Städchen Ouro Preto ("Schwarzes Gold", im Bundesstaat Minas Gerais, der flächenmäßig vergleichbar mit Spanien ist) geführt. In unserer Pousada hatten wir das große Glück unseren Tag mit Hängemattenausblick auf eine der zahlreichen alten katholischen Kirchen und dem Füttern von wild umherturnenden Maskenspringäffchen beginnen zu können.
Es ist eine Besonderheit, wenn man in Brasilien auf einen Ort stößt, der sich durch seine Historizität auszeichnet. Mit seinen bunt-bemalten Häusern, den vielen alten gold-geschmückten Kirchen und den sehr steilen Gassen hat mich Ouro Preto in seinen Bann gezogen. Außerdem war es schön mal wieder selbst für sein Essen sorgen zu können. So bin ich in diesem Urlaub zu viel Nudeln, Müsli und Joghurt gekommen. Bohnen und Reis haben Sohayla und ich vorerst weggelassen.
Über Nacht sind wir am Mittwoch mit dem Bus weiter nach Vitória gefahren. Dort war unser erstes Reiseziel das wunderschöne "Ministério da Fazenda". Mit seiner beeindruckenden Außenarchitektur... nein Spaß. Sie haben da eigentlich nur einen tollen Drucker, mit dem wir endlich zu unserer CPF gekommen sind. Ich glaube ich habe mich seit meinem Visum nicht mehr so sehr gefreut bei einem Amt aufgerufen zu werden. Jedenfalls hat Vitória schönen Strände, an denen man kaum fassen kann, dass man wirklich am Atlantik sitzt. Bisher kannte ich ihn nur von der anderen Seite.
Gestern sind wir dann wieder gut in der ADL angekommen. Ohne Schüler*innen ist es hier etwas anderes. Alles ist von einer seltsamen Ruhe begleitet, die ich von hier nicht gewohnt bin. Morgen werden im Laufe des Tages die Schüler*innen eintrudeln und der Alltag wird sich wieder einfinden.
Um abraco, eure Sofia

Ceia abençoada!

Café da amanhã

Das Hefezopfbrot hier aber mit einer Erdbeerfüllung, die es in der ADL nicht gibt.

Jantar. Hier gab es natürlich Reis, Bohnen, Kartoffelbrei, Fleisch, Tomatensalat und Blattsalat.

Café am Mittag mit Brot vom Morgen und Marmelade.

Almoço. Die leckere Maissuppe mit Hähnchenfleisch und dazu Goiabasaft.

Hier das Pastel, dass wir donnerstags manchmal essen gehen. Diese hier sind mit Hackfleisch, Tomaten, Zwiebeln und Käse gefüllt.

Das heißt so viel wie „Gesegnet sei unser Essen“. In Brasilien gibt es den Spruch „Comida e vida“ („Essen ist Leben“). Ein Motto unter dem die brasilianische Esskultur stehen könnte, denn hier wird nicht nur gefrühstückt, Mittag gegessen und Abend gegessen.

Bevor ich aber über das Essen selbst schreibe, möchte ich noch kurz etwas über das ganze Drumrum schreiben.
Hier im Internat wird natürlich immer gemeinsam gegessen.
Jedes Essen wird von der Küchenchefin mit einem Gong eingeläutet. Alle Schüler*innen dürfen jetzt in den „Refeitório“ (Speisesaal) und stellen sich an ihren Platz. Dieser ist immer am selben Tisch, der durch die Sitzordnung festgelegt ist. Der Platz selbst rotiert jedoch jeden Tag eins nach rechts. Wenn man sich also erinnert hat, wo man gestern saß und verstanden hat wo man heute sitzt, wird vom „Plantão“ (Tagesleitung) ein Gebet gesprochen. Nun dürfen sich alle setzten. Allerdings darf man sich nicht einfach an dem, vom jede Woche wechselnden Schülerküchenteam hingestellten, Essen bedienen. Derjenige der am Kopfende sitzt gibt alles durch und wenn alle etwas haben, fängt man gemeinsam an zu essen. Nachdem alle satt sind, räumt jeder Tisch auf. Auch das ist eine Prozedere, bei dem einem je nach Platz unterschiedliche Aufgaben zukommen. Sobald alle Tische aufgeräumt sind wir im Stehen ein Dankeslied gesungen, das von den Schülern angestimmt wird. Dabei hält man sich an den Händen und zum Schluss wird im Chor „Ceia abençoada“ gesagt.

Das Ganze ist also bis ins kleinste Detail peinlich genau strukturiert und ihr könnt euch vorstellen wie überfordert ich am Anfang mit all dem war. Auch jetzt nach einem Monat kann ich nicht von mir behaupten alles verstanden zu haben aber das wird noch. Es ist zwar etwas frustrierend, wenn von einem erwartet wird etwas zu tun, von dem man gar nichts weiß aber gleichzeitig ist es auch witzig nach und nach hinter all die unausgesprochenen Regeln zu kommen.

Nun aber zum Essen selbst.
Zum Café da manhã (Frühstück) gibt es immer selbstgebackenes Pão, zwei verschiedene, selbstgemachte Marmeladen (meistens Banane und Papaya), Margarine und unglaublich stark gesüßten Kaffee mit Milch. Allerdings ist der Kaffee so süß, dass ihn viele lieber schwarz trinken.
Um halb 10 gibt es dann den ersten Snack. Das ist immer unterschiedlich. Mal Bananen aus dem Garten, mal salzige Kekse, mal Kaba oder Kaffee.
Jantar (Mittagessen) gibt es schon um halb 12. So früh war das am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig für mich. Jeden Tag gibt es ungefähr das Gleiche also Feijão (Bohnen), Arroz (Reis), Carne (Fleisch), Batata (Kartoffeln) oder Macarrão und Tomaten- und Blattsalat. Allerdings ist es immer ein bisschen anders zubereitet, sodass es nie wirklich gleich schmeckt.
Um 15 Uhr gibt es dann schon wieder Café. Kaffee, Milch und Kuchen oder nochmal Hefezopf mit Marmelade.
Almoço (Abendessen) gibt es um halb 7. Das ist häufig nochmal das gleiche wie Mittags, oft gibt es aber auch eine leckere Maissuppe.
Und es ist kaum zu glauben aber um halb 10 gibt es nochmal einen Snack. Das ist dann nochmal Kuchen oder Kekse. Manchmal gibt es auch Limonade dazu.

So komme ich hier alle drei Stunden zu Essen und unglaublicher Weise habe ich wirklich jedes Mal Hunger. Verrückt ist auch, dass hier so viel selbst gemacht wird aber darüber schreibe ich ein anderes mal. Auf jeden Fall schmeckt das Essen hier sehr lecker.

Ich muss aber zugeben, dass ich seit einigen Tagen wirklich gerne eine Pizza hätte. Oder Spaghetti mit Tomatensoße… Naja das liegt erstmal in ferner Zukunft für mich. Dafür freue ich mich umso mehr, wenn wir mal mit den Lehrern Pastel essen gehen. Das ist eine frittierte Teigtasche, die man mit allem Möglichem füllen lassen kann. Das stellt eine kleine Abwechslung zum Internatsessen dar.

Jetzt gibt es gleich Café...
Um abraço, eure Sofia

ZickeZackeZickeZacke HoiHoiHoi

Der Posauenenchor der ADL macht die Straßen von Baixo Guandu unsicher.

Wir alle vor der Bühne des Pommerfestes.

Von Freitag bis Sonntag haben wir in einer noch nicht fertig gestellten Kirche ohne Türen und Einrichtung übernachtet. Aber das Kreuz hing schon...

Auch das kennt man hier. Die bekanntesten Oktoberfestschlager erfreuen sich hier großer Beliebtheit. Um verstehen zu können, wie im fernen Brasilien auf einem Pommerfest mit großem Stolz „Ein Prosit“ gesungen wird, muss man einen Blick auf die Geschichte des Landes werfen. Seine Bevölkerung hat viele verschiedene Einwanderungsströme. Nicht nur die Kolonisation der Portugiesen, die Einwanderer aus Spanien, Italien, Japan und die aus Afrika verschleppten Sklaven haben das Land geprägt. Auch einige aus dem heutigen Deutschland und Polen stammenden Pommern sind Ende des 19. Jahrhunderts nach Brasilien ausgewandert. So kommt es, dass unter anderem im heutigen Bundesstaat Espírito Santo und Santa Catarina oktoberfestähnliche Festivals gefeiert werden, auf denen „Pão com linguiça” und “Bier” verkauft wird.

Am Wochenende durfte ich auf ein solches Pommerfest mit dem Posaunenchor der ADL mitgehen. Bei 39 Grad sind die 16 Bläser in traditioneller Kleidung (die Dindl und Lederhose sehr ähnelt) mit Tanzgruppe durch die Straßen von Baixo Guandu gezogen, um die Leute auf das Fest einzuladen. Später am Tag gab es noch einen größeren Umzug durch die Stadt mit vielen Musik- und Folkloretanzgruppen aus verschiedenen Städten.
Abends bis spät in die Nacht wurde auf dem Festgelände zu Musik von den zum Beispiel „Pommer Mekkas“ Forró getanzt.
Es ist ein verrücktes Gefühl als Deutsche zwischen all den Menschen in Tracht zu sein, die sich so sehr an ihrer deutschen Tradition erfreuen. Noch skurriler wird das Ganze nur noch vor dem Hintergrund der Palmen und dem tropischen Klima.

Froh wieder im etwas kühleren Serra Pelada zu sein, indem es diese Nacht das erste mal seit einem Monat richtig geregnet hat, schicke ich euch liebe Grüße!
Eure Sofia

09.10.18

terrain Die kürzeste Antwort auf etwas ist es einfach zu tun

Sohayla, ich und die Gruppe, die sich am Freitagabend zum Verstecken auf dem ganzen Gelände zusammengefunden hat.

Bei einem Zwischenstopp vor den nebelverdeckten “Pedra dos Três Pontões” mit den Geschwisterfelsen im Hintergrund.

Eimerweise haben wir auf den Plantagen von Danis Familie Erdbeeren gepflückt.

Danis verspielter Hund hat mit uns die Natur im Kaltland erkundet.

Viel Menschen sind am Sonntag ihrer Wahlpflicht nachgekommen und haben sich in langen Schlangen vor den Wahllokalen aufgestellt.

Mit diesem Motto habe ich gelernt muss man hier vieles angehen, wenn man vorher keine Ahnung hat, was auf einen zukommt. So zum Beispiel auch den letzten Freitag Abend. Sohayla und mir ist spontan die Idee gekommen den programmfreien Abend zu nutzen, um ein paar Leute zusammen zu trommeln und endlich mal eines der vielen Spiele auszuprobieren, die wir bisher im Hinterkopf aufbewahrt hatten. Als erstes waren wir eine relativ kleine Gruppe aber sobald wir einige Spiele erklärt und gespielt bekommen haben sind immer mehr Spielideen aufgekommen und am Ende ist der Abend in eine ziemlich laute Tanzparty ausgeklungen. Auf jeden Fall haben wir den Freitagabend jetzt als eine gute Möglichkeit entdeckt, ein paar Ideen auszuprobieren.
Sonst muss ich natürlich auch von vergangenem Sonntag berichten. Sohayla und ich waren bei der Dani (eine sehr liebe Lehrerin hier) nach Hause eingeladen. Auf der Strecke dorthin habe ich mich irgendwann aufgehört zu wundern, dass es überhaupt noch einen befahrbaren Weg gibt, der immer noch weiter führt. Dani wohnt im Kaltland (anders als Serra Pelada, das zum Heißland von Espírito Santo gehört), das bedeutet weiter oben gelegen zwischen bewaldeten Bergen und Tälern. Selbst dort, wo es deutlich frischer ist, wachsen die tollsten Früchte - sogar Erdbeeren, immer für zwei Jahre.
Nachdem wir bei ihr Mittag gegessen haben, sind wir zu dem Wahllokal gefahren, in dem sie ihre Stimme für Senatoren, den Präsidentschaftskandidaten und den Gouverneur abgegeben hat. Leider war die Stimmung in diesem Dorf sehr unangenehm. Leute standen teilweise angetrunken in der Warteschlange und immer wieder hat man einen “Bolsonaro”-Ruf gehört.
Leider hat sich meine Erkältung von letzter Woche so sehr verschlimmert, dass wir am Sonntagabend noch ins Krankenhaus gefahren sind. Die ersten bedrückenden Wahlergebnisse haben uns (Dani, Sohayla und mich) also über den Fernseher im Wartezimmer erreicht. Nachdem ich 2 Spritzen und genügend Schmerzmittel bekommen hab, geht es mir schon einigermaßen besser (bis auf das Bolsonaro mit 46,7% ein zu große Chance hat die Stichwahl zu gewinnen...).
Um abraço und bis bald, eure Sofia

04.10.18

library_music Um seminario de flautistas e um culto muito bonito

Hier ein kleiner Einblick in das Flötenseminar. Es war schön, dass so viele verschiedene Stimmen vertreten waren.

Bei dem Gottesdienst am Lagerfeuer hat eine ganz besondere Stimmung geherrscht.

In den Tagen vor dem Gottesdienst konnten alle Schüler*innen Fürbitten und Danksagungen aufschreiben.

Den ganzen Vormittag über hat auch die musikalische Begleitung für den Abend geprobt.

In den letzten Tagen ist wieder eine Menge passiert und das Blog schreiben fällt mir immer schwerer, weil es so viel zu erzählen gibt.
Das Wichtigste zuerst:
Am Wochenende habe ich mit dem Flötenensemble der ADL an einem Seminar für Flötisten und Flötistinnen teilgenommen. Es sind Leute aus der ganzen Synode Espírito Santo (der Bundesstaat in dem ich bin) ans Internat gekommen, wir haben viel geprobt und etwas Theorie war auch dabei. Am Sonntag sind wir gemeinsam zwei Stunden nach Baixo Guandu gefahren und haben dort in einer Kirche ein Konzert gegeben. Die Stücke waren ganz bunt gemischt. Greensleeves, brasilianische Kirchenlieder, deutsche Kirchenlieder auf Brasilianisch, sogar ein Konzert von Telemann... Nachdem die Hinfahrt sehr verschlafen war, da wir schon um 5 Uhr morgens los mussten, war die Rückfahrt umso lustiger. Bei brasilianischer Oktoberfest(/Pommerfest-)musik sind wir mit dem kleinen Bus der ADL durch die Natur gefahren.

Gestern war -wie jeden Mittwoch- ein Gottesdienst im Internat. Immer wieder begeistern mich die Kreativität und Musikalität, die die Schüler*innen hier ausleben. Das 4 Ano hat sich überlegt, den Gottesdienst wie eine kleine Pilgerwanderung durch den Garten zu gestalten. Es gab 4 Stationen, viel Musik, und am Ende ein Lagerfeuer an dem das Abendmal geteilt wurde. Dieses mal durfte ich sogar einen Teil der Schriftlesung übernehmen.

Ansonsten sind momentan die Wahlen am kommenden Sonntag ein großes Thema. Seit Monaten geht der Wahlkampf und alle sind froh, dass es allmählich zu einem Ende kommt. Allerdings liegt in der Luft eine Spannung, die kaum auszuhalten ist. Ein Kandidat der extrem rechten Partei hat große Chancen auf das Amt des Präsidenten. Hier in der ADL wird das sehr befürchtet und das Gegenteil erhofft. Für Montag wird schon mit Demonstrationen gerechnet.

In der großen Hoffnung, dass es nicht zum schlimmsten Fall der Fälle kommt und Bolsonaro in das Amt des Präsidenten kommt, schicke ich viele Grüße nach Deutschland!
Eure Sofia

28.09.18

queue_music Boa tarde!

Das ist die Klasse des 4 Ano in der ADL.

Der Frühling ist in Serra Pelada angekommen und es fühlt sich jetzt schon wie Hochsommer in Deutschland an.

Ich habe gerade Mittagspause und komme mal wieder dazu, etwas zu schreiben.
Die letzten Tage an der ADL waren wieder mit viel Neuem erfüllt. Natürlich ist da mein Wortschatz, der sich Tag für Tag erweitert. Dabei hilft auch das Singen im Chor. Gerade wird die Weihnachtskantate geübt, die der Musiklehrer Louis eigens komponiert hat. Obwohl ich nicht alles von dem was wir singen verstehe, macht es Spaß. Die Schüler*innen singen sehr gut und jede Stimme ist kraftvoll vertreten.
Ansonsten freue ich mich sehr darüber, wenn ich im Unterricht, bei dem ich morgens mitgehe, schon ein bisschen besser verstehe um was es geht.
Tatsächlich ist es nicht nur die Sprache die ich lerne, wenn ich mit den Brasilianern hier rede. Ich habe gemerkt wie viel aufmerksamer ich auf Körpersprache achte und Gesichter genauer beobachte. Eben das, auf was man angewiesen ist, wenn Worte unverständlich bleiben.

Da wir gerade auch Besuch aus Deutschland hier haben, hat der Direktor vorgestern einen Grillabend für die Lehrer und den Besuch veranstaltet. Es war ein lustiger Abend: meine erste brasilianische Caipirinha (es ist tatsächliche ein Glas von dem jeder trinken darf und wenn es ausgetrunken ist, wird wieder neue gemacht), jede Menge Fleisch mit Maniokmehl und gegen später auch meine ersten Sambaschritte.

Außerdem spiele ich jetzt im Flötenorchester mit. Wir sind 3 Sopranflöten, 3 Altflöten, 2 Tenorflöten und 2 Bassblockflöten. Am Wochenende haben wir schon den ersten Auftritt und dafür wird heute und morgen noch viel geübt. Es ist schön mit einer Gruppe zu musizieren, weil das nochmal eine andere Art von Kommunikation ist, bei der ich nicht alles für mich übersetzten muss.

Um abraco, eure Sofia

23.09.18

Um bom domingo...

Eine Kaffepflanze kann bis zu 2 Meter groß werden. Diese hier ist 1 Jahr alt und blüht gerade.

Nachdem die Bohnen geerntet worden sind, werden sie auf dem Boden ungefähr 11 Stunden getrocknet.

Die Schalen, die die Bohnen umgeben können als Dünger weiterverwendet werden.

Ein kleiner Einblick in die Kreativität der Brasilianer.

Die evangelisch-lutherische Kirche (Igreja Evangélica de Confissão Luterana do Brasil).

Abendmahlgottesdienst in der ADL am Mittwoch.

...wünsche ich euch und habe auch ich!
Gestern wurde ich von Josi dazu eingeladen ihre Familie und ihre Kirchengemeinde kennenzulernen. Sie wohnt im einem kleinen Dorf, zu dem man kommt, wenn man von der ADL aus eine halbstündige Autofahrt auf sich nimmt. Dabei kann man eine Aussicht auf Kaffeeplantagen, Zuckerrohrpflanzen, Orangen- und Avocadobäume genießen. Von ihr habe ich auch gelernt, dass nur alle zwei Jahre Kaffeebohnen wachsen und wie man sie pflückt.
Heute morgen sind wir dann zu dem Festgottesdienst der dortigen Gemeinde gegangen, die heute ihr Jubiläum hat. Ich hatte schon am Mittwoch den wöchentlichen Gottesdienst in der ADL miterlebt und auch dieser war wieder sehr schön.
Anders als in Deutschland, wo schon viel Wert darauf gelegt wird, dass die Gemeinde beim evangelischen Gottesdienst einen aktiven Teil ausmacht, wird hier nochmal besonders Wert darauf gelegt. Der Gottesdienst ist ein Fest und alle feiern mit! Mit alle sind Menschen jeden Alters aber besonders auch viele junge Menschen gemeint. Es ist eine Gemeinschaft bunter Menschen, die sich hier zusammengefunden hat. Die Gebete werden im Wechsel mit dem Pfarrer gesungen. Und es wird sehr laut gesungen!
Anschließend gab es Mittagessen und da es ein Gottesdienst mit Abendmahl war, gab es noch etwas ganz Besonderes, was ich sehr witzig finde aber auch für eine geniale Idee halte.
Jeder der will darf Lebensmittel (Süßigkeiten, Bohnen, Cola, Fanta, Ketchup, Alkohol, Reis etc.) mitbringen und der Gemeinde schenken. Nach dem Gottesdienst werden diese dann eimerweise in einer Versteigerung an den Meistbietenden verkauft. Der Erlös ging als Unterstützung an die eigene Gemeinde.

Mit diesem neuen Eindruck eines Gemeindelebens hier in Brasilien wünsche ich euch da drüben in Deutschland eine gute Nacht.
Boa noite! Eure Sofia

22.09.18

alarm Uma semana depois...

Die ADL von außen.

Die Kapelle des Internats.

Der Innenhof.

Der Speisesaal

Ein bisschen habe ich mich schon an den Tagesablauf hier im Internat gewöhnt. Mit dem Gong um 7 Uhr beginnt der Tag mit Frühstücken. Vormittags besuchen alle den Unterricht hier in der ADL in Fächern wie Diakonie, Musiktheorie, Liturgie, Theater und Gemeinschaftskunde. Dabei ist es normal das der Lehrer ab und zu ein Chimarrão (brasilianisches Matetee Getränk) durch die Reihe gehen lässt.
Nach dem Mittagessen gehen die Jüngeren (14-16 Jährige) in die Schule eine Straße weiter und haben dort die „normalen“ Fächer wie Mathematik, Portugiesisch, Physik, Chemie und Sport.
Die Älteren (17-19 Jährige) haben in der ADL Zeit um ihr Instrument zu üben, für Prüfungen zu lernen und müssen dann das Gebäude aufräumen. Wenn die Jüngeren aus der Schule kommen müssen diese das Gelände draußen aufräumen.
Nach dem Abendessen ist ein bisschen Freizeit angesagt und dann eine Abendaktivität. Um 10 Uhr ist Nachtruhe.
Es ist alles sehr durchgetaktet, trotzdem begleitet einen bei allem Musik. Es gibt fast keine Minute in der kein Instrument geübt wird (meist mehrere Posaunen, Flöten und Gitarren gleichzeitig). Und falls nicht geübt wird dröhnen aus den Lautsprechern in den Gängen fröhliche brasilianische Lieder.
Es macht Spaß an der lebendige Stimmung teilzuhaben!

Liebe Grüße, Sofia

20.09.18

nature_people Jabuticaba e Mamão

A bananeira (ein Blatt dieser Bananenpalme ist ungefähr so groß wie ich).

Eine Kaffepflanze im Jardim de ADL.

Die erste Kaffebohne, die ich ungeteocknet und ungeröstet gesehen haben

So hat mir ein Professor eine Mamão (Papaya) geerntet.

Die Früchte des Jabuticababaumes wachsen -für mich sehr ungewohnt- an dessen Ästen.

Ich bin in der ADL angekommen!
Nachdem ich vorgestern am Flughafen angekommen bin und mit Rodrigo ein 4 Stunden lange Fahrt durch den Dschungel unternommen habe, an Kaffeeplantagen, Bananenpalmen, Kokospalmen und Eukalyptuspflanzen vorbei, wurde ich herzlich von den professores e estudantes empfangen.
Mir wurde noch am gleichen Abend bei Dunkelheit der Garten und die ADL gezeigt. Die Schüler*innen haben alle sehr gespannt auf meine Ankunft gewartet und sind immer noch ganz aufgeregt, dass Besuch aus Deutschland da ist. Von allen Seiten werde ich angelächelt und mit portugiesischen Vokabeln vollgestopft. Natürlich möchten sie auch alles mögliche über Deutschland wissen und deutsche Wörter lernen. Jetzt spüre ich allerdings auch deutlich, wie sehr die Sprache eine Barriere sein kann. Ich bin sehr dankbar für die Geduld der Leute hier, die mir mit Händen, Füßen und ein paar englischen oder altpommerischen Wörtern alles zu erklären und beizubringen versuchen.

Eine andere wunderbare Sache hier sind die Früchte und Pflanzen die hier wachsen! Papayas (Mamão) Bananen, Kokosnüsse, Mangos, Jabuticaba, Salat, Tomaten, jede Menge Kräuter, Rosen, Sonnenblumen.... und alles in überdimensionalen Größen!

Ich bin gespannt auf die nächsten Tage, in denen ich einfach mal bei allem mitgehen werde, um alles kennenzulernen.

Abraços, eure Sofia

18.09.18

location_city Grüße aus Porto Alegre!

Meine erste Kokosnuss am Rio Guaíba.

Wahlkampagnen für die Wahlen im Oktober.

Heute hat mir Simone, meine Koordinatorin, die Zentrale der evangelisch-lutherischen Kirche in Brasilien (Igreja Evangélica de Confissão Luterana no Brasil)
gezeigt. Sie befindet sich im Herzen Porto-Alegres in einem der Hochhäuser. Dort habe ich viele pastores und secretárias getroffen.

Spätestens nach einem Spaziergang durch die Eine-Million-Einwohner Stadt wird einem auffallen, dass hier bald Wahlen stattfinden werden. Überall sind Stände für die einzelnen Kandidaten aufgestellt worden, Menschengruppen ziehen mit lautem Gesang und riesigen Flaggen mit dem Bild ihres Kandidaten durch die Straßen und manchen auf ihre Partei aufmerksam.

Nachdem wir ein ruhiges Plätzchen am Rio Guaíba gefunden haben, habe ich meine erste Kokosnuss getrunken! Riesige Früchte und ganz anders als man sie aus Deutschland kennt.

Morgen früh werde ich dann (wieder über São Paolo) nach Vitoria fliegen und endlich mein Projekt kennenlernen. Ich freue mich schon sehr darauf endlich die Menschen zu treffen, mit denen ich das nächste Jahr verbringen werde!

Bis dahin, boa noite!
Eure Sofia

17.09.18

people Oi!

Das sind ein paar der Jugendlichen, die ich heute kennengelernt habe.

Hier könnt ihr uns zwar nicht singen hören aber es hat sich so gar ganz gut angehört.

Heute war wieder ein aufregender Tag, an dem ich Bekanntschaft mit Schwester Ilanda gemacht habe. Eine beindruckende Frau, wie ich nach meiner Führung mit ihr durch das Diakonissenhaus und das Altenheim festgestellt habe. Als sie mir in ihrem Zimmer Fotos von ihrer diakonischen Arbeit in ganz Brasilien (unter anderem auch in Rio de Janeiro) gezeitigt hat, haben wir sogar Bilder aus Deutschland vom Kirchentag 2015 in Stuttgart gefunden.
Überraschend auf welche Art Deutschland einem hier begegnet.

Nach dem Mittagessen wollten mir die Jugendlichen (evangelische Jugendräte aus verschiedenen Synoden in Brasilien), unbedingt die „Faculdades EST“, die theologische Hochschule hier auf dem Spiegelberg, zeigen. Dort studieren viele frühere ADL-Schüler/-innen Theologie oder diakonische Arbeit.

Danach haben wir zusammen in einem kleinen Wäldchen „Terere“ getrunken. Das ist ein brasilianisches Getränk, das mit Wasser, Limonensaft und verschiedenen Kräutern aus einem Calabaza getrunken wird.
Nach ein bisschen Musik mussten wir uns dann verabschieden.

Morgen geht’s auf Erkundungstour nach Porto Alegre!

Abraços, Sofia

16.09.18

hotel Endlich müde im Bett angekommen!

So idyllisch, darf ich in São Leopoldo im Casa Matriz de Diaconisas ( Mutterhaus der Diakonissen), meine ersten Tage in Brasilien verbringen. Am Dienstag geht es dann weiter in mein Musikinternat "ADL" in Serra Pelada.

Ich hatte schon Zeit ein bisschen durch Garten des Mutterhauses in São Leopoldo zu spazieren, dort wo ich untergebracht bin.

Der Ausblick vom Garten in São Leopoldo.

Obwohl es bei mir gerade erst kurz nach 7 abends ist, bin ich total müde durch den Jetlag. Meine Reise um die halbe Welt von Frankfurt über Zürich nach São Paolo und schließlich nach Porto Alegre ist ganz gut verlaufen. Nach viel Nervosität, Abschiedstränen, Gategesuche, verschlafenen Flugstunden, netten Gesprächen mit meinen Sitznachbarn, stressigen Umstiegen und viel Vorfreude wurde ich heute morgen herzlich vom brasilianischen GAW Chef willkommen geheißen. Hier in der Stadt São Leopoldo (ca. 35km von Porto entfernt) werde ich bis Dienstag bleiben, das Diakonissenhaus und das GAW in Brasilen kennenlernen, meine ersten portugiesischen Wörter sprechen und die Stadt Porto Alegre ansehen.

Was ich bis jetzt schon mal sagen kann:
Die Schwestern in der Diakonissenanstalt sind superliebe gastfreundliche Menschen (die sehr gut Deutsch sprechen ^^), die brasilianischen Jugendlichen, die gerade im Haus ein Seminar haben, sind mir gegenüber sehr offen und ich fühle mich wohl hier.

Bin gespannt wie mir Brasilien in den nächsten Tagen begegnen wird!

Bis dahin,
Boa noite! Eure Sofia

13.09.18

Hallo

Ich bin Sofia, bin 18 Jahre alt und komme aus Stuttgart. Das kommende Jahr werde ich in Brasilien im Musikinternat "ADL" in Serra Pelada verbringen. Morgen geht's los und so langsam setzt die Nervosität ein. Ich freue mich schon riesig, dass es jetzt endlich los geht, nachdem ich einen Monat länger auf mein Visum warten musste. Jetzt ist aber erstmal Abschied angesagt...
Bis bald und liebe Grüße (noch aus Deutschland)!