Tim R. - 2.Bericht aus Buenos Aires, Argentinien

Halbzeit!

Mit Dario, dem Bademeister vom Projekt in Baradero, habe ich mich super verstanden

Liebe Unterstützer, liebes GAW, liebe Leser,

nun ist schon die Hälfte meines Freiwilligendienstes um und es ist beängstigend wie schnell die Zeit vergeht. Auch wenn schon sechs Monate um sind, wirkt es manchmal noch surreal, dass ich in einem Land bin, mehr als 10.000 Kilometer von Deutschland entfernt, und dort für ein komplettes Jahr einen Freiwilligendienst mache.

Mittlerweile habe ich mich aber gut hier eingelebt und mich an die Großstadt gewöhnt. Man hat argentinische Freunde gefunden mit denen man Sachen unternimmt. Dadurch vertieft man seine Spanischkenntnisse nochmal ein wenig, da man mehr Spanisch spricht.

Ende Januar hatten wir das Zwischenseminar, um die vergangenen sechs Monate zu reflektieren.

Da wir eine große Anzahl an Freiwilligen sind, wurden wir auf zwei Gruppen aufgeteilt, die an aufeinanderfolgenden Wochen am Seminar teilgenommen haben.

Da mein Projekt noch zu dem Zeitpunkt geschlossen war, da Sommerferien waren, bin ich beide Wochen nach Baradero, die Stadt, in der das Zwischenseminar statt fand. In der ersten Woche bin ich dort in das Projekt gegangen, eine Tagesstätte in die Schüler vor und nach der Schule hingehen. Ich habe mich auf Anhieb mit den Kindern verstanden und da es Hochsommer war, waren wir die meiste Zeit in dem Pool, den sie dort haben.

In der zweiten Woche nahm ich dann am Seminar teil. Wir haben über Herausforderungen gesprochen, welche Probleme wir anfangs hatten und welche man eventuell noch hat. Wir haben dann darüber gesprochen, wie man diese lösen könnte. Zum Ende hin ging es darum, was man sich für die kommenden sechs Monate für Ziele setzt.

Ich war froh darüber beide Wochen dort gewesen zu sein, denn so habe ich ein weiteres Projekt kennengelernt und alle Freiwillige nochmal getroffen.

Was ist im Projekt passiert?

Der Spielplatz für die Kleinen. Nun frisch gestrichen

Zumindest für ein Jahr haben wir uns verewigt bis das Klettergerüst wieder gestrichen wird

Mittlerweile kenne ich alle Namen aus den Gruppen, in denen ich arbeite und ich komme super zurecht, sowohl mit den Kindern als auch mit den ErzieherInnen.

Ende November fingen dann schon die Vorbereitungen statt, um das Schuljahr abzuschließen, was im Dezember aufgehört hat. Im Kindergarten hieß es, alle gemalten Bilder der Kinder in deren Mappe zu räumen. Um diese zu verzieren, haben wir ein selbst gestaltetes Deckblatt draufgeklebt.

Und dann kam auch schon der letzte „normale“ Tag für die Kindergartenkinder, denn bis zum offiziellen Ferienbeginn, zwei Wochen später am 21.12.2018, war nur noch die Urkundenvergabe für die Fünf-Jährigen, die nächstes Jahr eingeschult werden. Dies fand in einem angemietetem großem Saal mit Bühne statt. Die Kinder wurden einzeln mit ihrer Familie aufgerufen, das Zertifikat wurde überreicht und ein Foto mit den Erzieherinnen gemacht.

Ich war richtig überrascht, dass sie das Beenden des Kindergartens so groß zelebrieren. Es hat mich selber an meine Abizeugnisvergabe erinnert.

Im Verlauf der darauffolgenden Tage kamen alle Kinder, aufgeteilt in ihre Gruppen, um ihre Mappe mit ihren Bildern abzuholen. Zusätzlich gab es ein Jengaspiel als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk.

Im schulischen Teil kamen ab Anfang Dezember nur noch diejenigen, die in die Nachprüfungen gehen mussten. Anders als in Deutschland hat man nicht einfach nur eine schlechte Note auf dem Zeugnis, sondern hier muss man in jedem Fach, in dem man weniger als sechs von zehn Punkte am Ende des Jahres hat, in die Nachprüfung. Diese finden dann kurz vor den Sommerferien statt.

Am 4.02.2019 habe ich dann nach den Ferien wieder angefangen. Die Schüler kommen aber erst am 6.03. Es wurden Räume gestrichen und in der kompletten ersten Woche beschäftigten Hannah und ich uns damit das Klettergerüst vom Kindergarten zu streichen, sowie deren Umzäunung. Außerdem haben wir die aufgemalten Spiele auf dem Schulhof übermalt.

Ansonsten ist es bis jetzt noch relativ entspannt. Ab und zu gibt es noch was zu tun, wie zum Beispiel die Räume im Kindergarten dekorieren oder Willkommensgeschenke für die Kids basteln. 

 

 

Weihnachten und Silvester

Valdivia

Ihr fragt euch sicherlich wie ich hier in Südamerika Weihnachten und Silvester gefeiert habe und möchte daher zum Abschluss meines Berichtes über meine Ferien berichten.

Über Weihnachten bin ich nach Santiago, die Hauptstadt von Chile, geflogen und habe dort mit meinem Cousin und seiner Familie gefeiert. Obwohl ich ihn gar nicht kannte und erst einige Monate vorher Kontakt aufgenommen habe, haben sie mich herzlich aufgenommen und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden.

Da es zu der Zeit Sommer war, wollte auf Grund der Hitze nicht das typische Weihnachtsgefühl aufkommen. Wir haben den ganzen Tag im Pool verbracht und Abends die Bescherung gemacht. Danach haben wir groß zu Abend gegessen.

Ich fand es um ehrlich zu sein richtig komisch im Warmen Weihnachten zu feiern. Es lag vielleicht auch daran, dass ich zum ersten Mal zu der Zeit im Süden war, aber es ist ungewohnt, dass es nicht schon um 17 Uhr dunkel ist und man nicht friert.

Nach einer Woche bin ich dann ins 800 km entfernte Valdivia geflogen, wo ich bei Freunden untergekommen bin.

Silvester feiert man hier genauso wie in Deutschland. Abends haben wir als große Gruppe zu Abend gegessen und zur Silvesterstunde haben wir angestoßen und im Fernsehen das Feuerwerk von Santiago angeschaut.

Anders als in Deutschland kann man hier keine Feuerwerkskörper im Supermarkt kaufen, sondern es gibt ein großes Feuerwerk von der Stadt.

Ich hoffe ihr hattet ebenfalls so schöne Feiertag wie ich und während es bei euch immer wärmer wird, werden hier die kühleren Tage immer häufiger.

Saludos und bis in drei Monaten,

Tim R.