Wir kämpfen gegen Corona in Brasilien

Anelise Knuppe war GAW-Stipendiatin und ist seit einigen Jahren Pfarrerin der brasilianischen lutherischen Kirche (IECLB) in einer Gemeinde im Norden des Landes. Sie schreibt uns:

"Genau wie auf der ganzen Welt kämpfen wir hier gegen die Coronavirus-Pandemie. Wir sind alle sehr besorgt über die Situation. Ich arbeite seit vier Jahren als Pastorin der Evangelische Kirche des Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) im Amazonasgebiet Brasiliens.

Seit März gibt es keine persönlichen Aktivitäten mehr in unseren zehn Gemeinden. Die Gemeindeglieder treffen sich nicht mehr persönlich! Gottesdienste und Bibelstunden finden online statt. Obwohl die Landesregierung bereits wieder persönliche Aktivitäten in den Kirchen erlaubt hat, achten wir immer noch darauf, denn wir sind der Meinung, dass die Sorge um das menschliche Leben zuerst kommt. Unsere Hoffnung ist fest in Gott, in der Gewissheit, dass all dies bald vergehen wird, und dass wir bald wieder Gemeinschaft miteinander erleben können."

Am 25. Juli haben sich nach offiziellen Angaben der Regierung 2,34 Millionen Menschen in Brasilien mit dem Virus infiziert, 85.400 Menschen sind verstorben. Die tatsächlichen Zahlen dürften aber sehr viel höher liegen.

Besonders gefährdet sind die indigenen Völker Brasiliens. Immer wieder haben seit Eroberung des lateinamerikanischen Kontinents eingeschleppte Krankheiten sie bedroht und getötet. Nun melden dutzende Gemeinschaften einen Ausbruch des Coronavirus. Expert*innen befürchten das Aussterben ganzer Völker. Renate Gierus ist Leiterin von Comin, der missionarischen Arbeit der lutherischen Kirche mit den indigenen Gemeinschaften. Sie schreibt: "Insgesamt 78 indigene Gruppen des brasilianischen Amazonas sind von Covid-19 betroffen, unter ihnen auch das Apurinã Volk, mit dem wir zusammenarbeiten. In einem der Apurinã Dörfer wurden 45 positive Fälle registriert."

Immer wieder hat das GAW in der Vergangenheit Projekte von Comin unterstützt. Neben Corona sind die indigenen Völker Brasiliens besonders durch die Vernichtung des Regenwaldes, durch Holzfäller, durch Raubbau und illegale Goldsucher bedroht. Die Regierung des derzeitigen Präsidenten trägt hier einen Hauptteil der Verantwortung.