Diakonie fordert rechtmäßige Wiederherstellung indigenen Landbesitzes

Der Gemeinsame Missionsrat für Indigene in Argentinien (JUM) und die Diakonie der Evangelischen Kirche am La Plata Hora de Obrar fordern die rechtmäßige Rückgabe von Land an die Indigenen in der Provinz Chaco in Argentinien. Zusammen mit anderen Organisation haben sie einen offenen Brief der argentinischen Menschenrechtsorganisation „Versammlung für die Menschenrechte“ (APDH) an das Parlament der Provinz Chaco unterzeichnet. Darin unterstützen die unterzeichnenden Organisationen die Forderungen der indigenen Gemeinschaften der Qom und Wichi auf Rückgabe des ihnen zustehenden Landes.

Die Gemeinschaft der Qom (auch unter der Fremdbezeichnung Toba bekannt) konnte sich bis ins 19. Jahrhundert der Eroberung durch die Spanier erfolgreich widersetzen. In den 1880er Jahren startete die argentinische Regierung eine große Kampagne zur Eroberung des Chaco-Territoriums im Norden, um die mit Paraguay umstrittene Grenze zu sichern. Das Land wurde weißen Kolonisten gegeben, darunter auch evangelischen Wolgadeutschen in der Kolonie Juan José Castelli. Die ursprünglichen Einwohner wurden zur schlecht bezahlten Arbeit in der Landwirtschaft gezwungen. Das Chaco wurde bis aufs Äußerste ausgebeutet und sein Ökosystem zerstört.

Die letzten Verteidigungsversuche der Qom wurden 1919 im Massaker von Napalpí niedergeschlagen, bei dem 400 Männer, Frauen und Kinder getötet wurden. 2008 bat die Provinzregierung des Chaco die Nachkommen der Opfer um Entschuldigung für das ihnen angetane Unrecht.

Die indigenen Gemeinschaften des Chaco unterschrieben 1930 einen Vertrag mit der Nationalregierung, der ihnen 10.000 Hektar Land zusicherte. Als 1951 die Provinz Chaco gegründet wurde, erkannte deren Regierung das Abkommen aber nicht an und verkleinerte das indigene Territorium auf ca. 3.000 Hektar. Die Qom und Wichi fordern bis heute die Wiederherstellung ihrer 1930 festgelegten vollständigen Eigentumsrechte. Auf dem zurückgeforderten Land befinden sich unter anderem verschiedene indigene Friedhöfe.

Die Trägerkirchen der ökumenischen Einrichtung JUM sind die Waldenser, die Evangelische Kirche am La Plata, die Methodisten und die Jünger Christi. Seit über 50 Jahren unterstützt JUM indigene Gemeinschaften im Norden Argentiniens bei der Verteidigung ihrer Rechte. Unter anderem finanziert die Organisation rechtlichen Beistand für die bereits Jahrzehnte andauernden Kämpfe um die Wiederherstellung indigener Eigentumstitel. Das GAW fördert JUM im kommenden Jahr beim Ausbau eines Mehrzweckraums für Fortbildungen und Versammlungen in der Stadt Juan José Castelli.