Rumänien: Patienten wegen Corona vorzeitig aus Krankenhaus entlassen

Der Pflegedienst der reformierten Diakonie in Cluj/Rumänien wurde während der Corona-Pandemie noch dringender gebraucht als vorher. Das rumänische Gesundheitssystem gilt als eines der schwächsten in der EU. Zahlreiche Krankenhäuser entließen ihre Patienten vorzeitig, um Betten für Corona-Kranke freizumachen.

Kinga Lakatos (Name geändert) war eine von ihnen. In der Neujahrsnacht zog sie sich schwere Verbrennungen 3. Grades zu, als ihr bei einem Schwächeanfall ein Topf mit kochender Suppe aus der Hand rutschte. Ein Viertel ihrer Haut war verbrüht. Seitdem befand sie sich in Behandlung im Krankenhaus. Als nach zweieinhalb Monaten das Krankenhaus wegen der Corona-Pandemie plötzlich alle Patienten entließ, waren ihre Wunden noch lange nicht verheilt. Sie war verzweifelt und wusste nicht, wie es ohne fachkundige medizinische Hilfe weitergehen sollte.

Von ihrem behandelnden Arzt bekam sie den Hinweis auf die Diakonie Cluj. Zwei Pflegekräfte, Csaba und András, kamen zu ihr nach Hause, reinigten und versorgten täglich ihre Wunden und fotografierten sie regelmäßig. Dann schickten sie die Bilder an den Arzt, der über Telefon Behandlungsanweisungen gab. Inzwischen geht es Kinga Lakatos besser. Bis zur vollständigen Genesung ist es zwar noch ein langer Weg, aber die Heilung macht Fortschritte.

Die Begleitung durch die beiden Pfleger war für Kinga Lakatos enorm wichtig, wie sie sagt: "András und Csaba haben mich jeden Tag besucht und professionell gepflegt. Das hat mich beruhigt und mir das Gefühl gegeben, auf einem guten Weg zu sein. Sie wurden wie Enkelkinder für mich; ich hatte das Gefühl, wir würden uns schon ewig kennen. Ich bin Gott dankbar, dass er mich in dieser schlimmen Situation bewahrt und mir so gute Hilfe geschickt hat."

Die Diakonie konnte mit ihrer häuslichen Pflege im ersten Halbjahr 2020 in 45 Dörfern und Städten im Kreis Cluj über 800 Patienten helfen. Da sie nur wenige staatliche Zuschüsse bekommt, wird sie durch das diesjährige Jahresprojekt der GAW-Frauenarbeit unterstützt.