Rückkehr in eine zerstörte Stadt

Kharaba ist eine kleine Stadt in Syrien mit einst 5.000 Einwohnern, hauptsächlich Christen. Sie liegt im Süden an der Grenze zu Jordanien. Hier gab es einst eine große evangelische Gemeinde mit 135 Familien. Die Gemeindeglieder lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft.
Als die Stadt 2014 von bewaffneten Kräften der "Sunni Youth Forces", die gegen die Regierung kämpften, angegriffen wurde, flohen die Bewohner in die nächstgrößere Stadt Swaydah oder nach Damaskus. Die landwirtschaftlichen Betriebe gingen verloren. Dort mussten sie Wohnungen mieten und lebten in Armut. Der Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Damaskus Saleem Ferah betreut die Gemeinde in ihrem Exil und organisiert auch materielle Hilfe.
Andere wurden entführt und umgebracht, wie z.B. einer der Gemeindeältesten, Shawkee. Auch der Sohn von Lydia, einer Frau, die in der Frauengruppe aktiv ist, wurde entführt. Lydias Ehemann brachte den Entführern das Lösegeld und wurde dabei von einem orthodoxen Priester begleitet. Die Entführer hielten die beiden fest, um noch mehr Geld zu erpressen. Schließlich wurden Lydias Ehemann und ihr Sohn freigelassen, der Priester aber wurde getötet. Sein Name hieß Fadi, das bedeutet auf Arabisch "Erlöser". Das sind tragische Geschichten.

Trotz der schrecklichen Erfahrungen wollten die Bewohner Kharabas unbedingt in ihre Heimat zurückkehren. Die Geistlichen der verschiedenen christlichen Konfessionen, orthodox, katholisch und evangelisch, taten sich zusammen. Sie verhandelten mit der russischen Armee und den sunnitischen Besatzern und erreichten schließlich die Rückgabe der Stadt. Erst dann wurde offensichtlich, wie viele Häuser und Kirchen zerstört waren, darunter die presbyterianische Kirche, das Gemeindehaus und Wohnhäuser vieler Gemeindeglieder. Die Milizen hatten die Gebäude auch mit islamistischen Parolen beschmiert. 

Um die Häuser zu reparieren und den Menschen die Rückkehr zu ermöglichen, bittet die Evangelische Kirche in Syrien und Libanon das GAW und andere Partner um Mithilfe. Insgesamt werden noch 35.000 Euro benötigt. Die Hoffnung auf ein weitgehend "normales" Leben in der alten Heimat ist für die ehemaligen Bewohner von Karabah zum Greifen nah...

Das GAW will versuchen, den Glaubensgeschwistern in Kharaba zu helfen. 

Bitte helfen Sie mit!