Coronakrise: Wie geht es den Menschen in Georgien?

Bischof Markus Schoch schreibt uns:
„Jetzt ist es endlich soweit: noch rechtzeitig zum Ende des Kirchenjahres können wir Ihnen die Herbstausgabe unseres „Kirchenboten“ zusenden.
….. Im Editorial schreibt Pastorin Irina Solej von der sommerlichen „Atempause“ zwischen den beiden Wellen. Inzwischen hat diese zweite Welle der Pandemie uns mit voller Wucht erreicht. Und zumindest was die Zahlen der Infektionen angeht, ist sie wesentlich heftiger als das, was wir im Frühjahr erlebt haben. In Georgien insgesamt liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert (pro 100.000 Einwohner) derzeit bei ca. 630, in Tbilisi bei 770, Tendenz weiter steigend. Und das, obwohl viele Menschen, die eigentlich dringend einen Test nötig hätten (weil z.B. ein Familienmitglied oder eine andere enge Kontaktperson positiv getestet wurde) keinen Test bekommen, nicht einmal wenn sie schon Symptome haben. Es ist also davon auszugehen, dass die Zahlen in Wirklichkeit noch wesentlich höher sind. Der Staat scheint, ganz anders als im Frühjahr und im Sommer, den Kampf gegen weitere Infektionen mehr oder weniger schon aufgegeben zu haben.

Und auch unsere Gemeinde ist nun vermehrt von diesen Infektionen betroffen. Auch ich selber schreibe Ihnen diese Zeilen heute aus meiner häuslichen Quarantäne, die ich nach 14 Tagen hoffentlich bald auch wieder verlassen kann. Wir erhalten immer mehr Nachrichten, auch von Gemeindegliedern aus anderen Gemeinden, dass sie ein positives Testergebnis, bzw. deutliche Symptome für eine Infektion haben. Wobei die Infektionsquellen meist gar nicht mehr nachvollzogen werden können und unabhängig voneinander sind. Gott sei Dank ist uns bisher noch bei keinem Gemeindeglied ein so schwerer Verlauf bekannt, dass ein Krankenhausaufenthalt notwendig war. Was uns aber am meisten beunruhigt ist die Tatsache, dass auch einzelne Mitarbeiter unseres Altenheims im Saltet-Haus inzwischen schon infiziert sind (auch sie wohl meist unabhängig voneinander). Es ist derzeit unklar, wie die weitere Entwicklung sein wird. Wir hoffen, dass wir eine Infektion unserer Bewohner dort noch verhindern können.
Nach alle dem ist auch klar, dass wir Ihnen dieses mal, anders als sonst üblich, mit dem neuen Kirchenboten keinen Gottesdienstplan für die kommenden Wochen und Monate vorlegen können. Wir müssen derzeit von Woche zu Woche entscheiden, wann und wo wir einen Gottesdienst, unter Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen, durchführen und verantworten können. Die aktuellen Termine für die Gottesdienst finden Sie dann jeweils aktuell auf unserer homepage: www.elkg.info/aktuelles/gottesdienste
Trotz alle dem wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre unseres Kirchenboten, die Ihnen einen kleinen Einblick gibt, was uns während der vergangenen Monate der „Atempause“ beschäftigt hat. Auch Ihnen wünsche ich für die kommenden Tage und Wochen immer wieder „Atempausen“ für Leib und Seele und grüße Sie mit dem Lehrtext der Herrnhuter Brüdergemeine für den morgigen Tag: „Wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“ (1.Joh. 4,16).
Herzliche Grüße aus Tbilisi, Markus Schoch"