Buchvorstellung: Die evangelische Diaspora 2020/2021

Zwischen Anpassung und Kampf um die eigene Identität: Der Gustav-Adolf-Verein im Dritten Reich

„Die Geschichte der Evangelischen Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus ist eine Geschichte des Versagens und der Blindheit gegenüber den Nöten der damaligen Zeit. Während die Evangelische Kirche heute zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung steht und als zivilgesellschaftliche Kraft ihre Stimme erhebt, ist sie in den Jahren 1933 bis 1945 insgesamt kaum in der Lage gewesen, aus der Botschaft des Evangeliums Schlüsse zu ziehen, die sie dazu gebracht hätten, dem Rad in die Speichen zu fallen‘ (Dietrich Bonhoeffer)“, schreiben die Herausgeber Klaus Fitschen und Wilhelm Hüffmeier in ihrem Vorwort für das Jahrbuch „Die evangelische Diaspora 2020/21“.

Vor einigen Jahren ist von einzelnen Hauptgruppen des GAW der Wunsch geäußert worden, die eigene Geschichte dieser Epoche aufzuarbeiten. Daraus ist das Konzept einer Tagung entstanden, die am 22. und 23. November 2019 im Gustav-Adolf-Werk in Leipzig stattgefunden hat. Die auf der Tagung gehaltenen Vorträge sind in diesem Band des Jahrbuchs dokumentiert. Sie betreffen sowohl das Wirken des Gustav-Adolf-Vereins im Ausland als auch die Geschichte deutscher Hauptgruppen. Diese Geschichte ist eben nicht auf einen Nenner zu bringen, sondern besteht aus regional unterschiedlichen Geschichten von Anpassung, Verweigerung oder auch der Suche nach Neutralität.

332 Seiten, 7,50 €