Was ist "Diaspora"?

Der Begriff "Diaspora" ist aus dem Griechischen abgeletet und bedeutet "Zerstreuung". Im religiösen Sinn wird "Diaspora" für eine Minderheitssituation einer Glaubensrichtung unter Andersgläubigen gebraucht.
Das Gustav-Adolf-Werk e.V. - Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland - ist Partner evangelischer Minderheiten in der Welt.
Partnerschaft auf gleichberechtigter Ebene wurde vom GAW schon damals praktiziert, als die Kirche noch von Patengemeinden, Patensynoden oder jungen Kirchen sprach. Ausdruck einer solchen Partnerschaft ist der Projektkatalog, über den die Partnerkirchen in Europa, Mittelasien und Lateinamerika alljährlich ihre Wünsche einreichen und selbst nach Dringlichkeit ordnen.
Das Finanzielle soll aber aus einer geistlichen Partnerschaft erwachsen. Die Partnerkirchen wünschen theologischen Austausch mit uns, und sie können unseren Gemeinden geistige Impulse vermitteln.
In vielen Partnerkirchen gibt es schon eigene Gustav-Adolf-Werke oder ähnliche Hilfswerke unter anderem Namen. Auch Empfänger wollen und können selber geben.

 

 

Projektkatalog GAW

Salz der Erde zu sein, das ist eine Berufung,...  Egal ob wir Viele oder Wenige sind. Das Geheimnis des Salzwortes besagt, dass wir klar zu unserem evangelischen Glauben stehen und uns engagiert für unsere Nächsten einsetzen: Aus dem Glauben heraus Gutes tun an jedermann!

Ihr seid das Salz der Erde! Jesu Worte ermutigen, Liebe zu üben und den Werken der Barmherzigkeit Raum geben: Fremde beheimaten, Hungrigen zu essen geben, Durstigen zu trinken geben, Gefangene besuchen, Obdachlosen ein Dach geben, Kranke besuchen... Das ist unsere Mission: evangelischen Diasporakirchen helfen und sie bestärken, dass sie Salz der Erde in ihrem Kontext sein können. 

So erlebt es die Griechische Evangelische Kirche mit ihrem Moderator Meletios Meletiadis. Trotz der großen wirtschaftlichen Probleme im Land und den immensen Herausforderungen in der Flüchtlingskrise zieht sich die Kirche nicht zurück. Im Gegenteil: Sie öffnet ihre Türen, sie schafft Raum und Lebensmöglichkeiten für Fremde, die bei ihr leben. Das Projekt der griechischen Kirche in Serres will genau das schaffen: Lebensraum für Flüchtlinge in einem Pfarrhaus. Dazu setzt sich die Kirche weiterhin intensiv für die Roma-Minderheit ein. Diese dürfen nicht vergessen werden! Ihre Integration in die Gesellschaften Europas muss unterstützt werden. An der Roma-Thematik zeigt sich durch zwei Projekte der Reformierten Kirche in Ungarn, dass dies eine europäische Aufgabe bleibt. Wahrscheinlich wird sie in Zukunft noch wichtiger. Salz der Erde sind solche Projekte wie die Förderung einer Theologischen Fakultät in Rabat/Marokko. Die Vereinigte Protestantische Kirche in Frankreich hat uns um Förderung gebeten. Hier wird wirklich gemeinsam protestantische Solidarität sichtbar: französische Professoren unterrichten dort regelmäßig, das GAW unterstützt bei dem Erhalt der Fakultät und die französische Kirche koordiniert. 

Nach langer Zeit wird ein Projekt aus Usbekistan in den Projektkatalog aufgenommen. Bischof Eichholz aus Kirgisistan koordiniert hier den Aufbau und die Stärkung eines „verbleibenden Restes“, damit sie in ihrem Umfeld Salz der Erde sein können. Dafür braucht es die Sanierung der Kirche in Taschkent. Wieder spielen die Projekte für „Bedrängte und verfolgte Christen“ eine große Rolle bei der Arbeit des GAW. Mit zahlreichen Partnern, z.B. in Syrien, Griechenland und Ägypten, werden die Projekte koordiniert. Insbesondere die Schulprojekte in Syrien zeigen, wie wichtig diese Solidaritätsarbeit ist. Diese Projekte ermutigen Menschen, nicht auf die Flucht zu gehen, sondern zu bleiben.

Wir haben als Salz der Erde – als Diaspora – eine Mission. Und die heißt: Lasst uns Gutes tun! Lasst uns unsere evangelischen Glaubensgeschwister nicht vergessen, an sie erinnern, sie besuchen, ihnen helfen! Lasst uns gemeinsam miteinander evangelische Kirche – und in dieser Weise Salz der Erde sein! Dafür brauchen wir einander! Dafür sammeln wir mit diesem Projektkatalog und helfen, dass wir alle miteinander Salz der Erde sein können.

Ihre Gabriele Wulz, Präsidentin des GAW