Brasilien-Südamerika

8.547.404 km²                                                                                                                       202.034.000 Einwohner

Die Hauptstadt ist Brasília (Brasilia) mit 2.852.372 Einwohnern.64,6 % der Bevölkerung sind Katholiken und 22,2 % Protestanten, wobei eine starke Zunahme evangelischer Freikirchen (Pfingstkirchen) zu verzeichnen ist. Weitere Minderheiten sind Muslime, Juden, Orthodoxe, Anglikaner, Buddhisten, Bahai sowie Anhänger von indianischen und afrobrasilianischen Kulten. 8 % der Bevölkerung sind religionslos.

Partnerkirche des GAW der EKD ist die EVANGELISCHE KIRCHE LUTHERISCHEN BEKENNTNISSES IN BRASILIEN (EKLBB) (Igreja Evangélica de Confissão Luterana no Brasil – IECLB)

mit 671.389 Gemeindegliedern in 18 Synoden (486 Parochien) und 1.799 Gemeinden und 1.014 Predigtstellen mit 974 Pfarrerinnen und Pfarrern, 86 Diakoninnen und Diakonen, 51 Diakonissen, 43 Missionarinnen und Missionaren, 66 Katechetinnen und Katecheten.

Die EKLBB ist aus der Migration von Deutschen nach Brasilien im 19. Jahrhundert hervorgegangen. Die ersten Gemeinden entstanden 1824 in Nova Friburgo und São Leopoldo. 1949 haben sich die vier Synoden auf dem Gebiet Brasiliens zu einem Bund zusammengeschlossen. Seit 1968 heißt die Kirche offizell die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien.

Die EKLBB ist eine vielfältige und lebendige Kirche. In ihrem Bereich gibt es 51 Schulen, die in einem Schulverband zusammengefasst sind. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es jedoch allein im Bundesstaat Rio Grande do Sul mehr als 500 Schulen. Außerdem existieren 15 Altenheime, die durch die Kirche betreut werden und 40 Kinderheime und Jugendzentren, in denen sozialdiakonische Unterstützung geboten wird. Die Öffentlichkeitsarbeit der Kirche geschieht über die Zeitung „JOREV Luterano” und verschiedene regionale Zeitungen, einer Zeitschrift, Radiostationen und kleinere Sender, die die „Evangelische Stunde“ ausstrahlen.  Da noch viele Gemeindeglieder auf dem Land leben, engagiert sich die Organisation CAPA (Centro de Apoio e Promoçã da Agroecologia) mit Projekten zugunsten einer alternativen und gesunden Agrarproduktion, um somit ein Zeugnis für die Gesellschaft zu geben. Ein weiterer Arbeitszweig ist COMIN (Conselho de Missão entre Povos Indígenas), der sich mit der Arbeit mit indigenen Völkern widmet.

Die EKLBB ist Mitglied im Nationalen Rat Christlicher Kirchen (Conselho Nacional de Igrejas Cristãs), im Ökumenischen Rat der Kirchen  und im Lutherischen Weltbund. Partnerorganisation des GAW der EKD in der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien ist das GUSTAV-ADOLF-WERK IN BRASILIEN (Obra Gustavo Adolfo da Igreja Evangélica de Confissão Luterana no Brasil – OGA).

 

 

COMIN - Indigenen Völkern solidarisch zur Seite stehen

COMIN wurde 1982 mit dem Ziel gegründet, indigenen Völkern Brasiliens solidarisch zur Seite zu stehen. COMIN arbeitet mit folgenden indigenen Völkern zusammen: den Kaingang, Guarani und Xokleng in den Bundesländern Rio Grande do Sul und Santa Catarina, mit den Arara und Gavião in Rondônia und mit den Apurinã in Acre und im Süden des Bundesstaates Amazonas.

Landesweit ist in Brasilien festzustellen, dass es auf der einen Seite Fortschritte bei der Rückgabe von Ländereien an die indigenen Gruppen gibt, auf der anderen Seite aber auch neue Konflikte entstehen. COMIN bemüht sich hier um Dialog zwischen den Konfliktparteien. Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit von COMIN liegt in Aus- und Weiterbildungsprogrammen für indigene Gruppen, um ihre Autonomie zu stärken. Zudem bemüht sich COMIN um Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft, um ein Bewusstsein und Verständnis für das Leben und die Kultur indigener Völker zu entwickeln.

 

Kunsthandwerk und Handnäherei unter den Guarani-Frauen

Es geht darum, das kulturelle Erbe zu pflegen und den Frauen die Chance auf finanzielle Einnahmen zu geben. Die handwerklichen Fähigkeiten werden u. a. in Workshops weitergegeben. Das GAW fördert das Handwerk der Guarani Frauen mit 5.000€.

 

 

Aus- und Weiterbildung in indigenen Gemeinschaften

Das Projekt für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen in indigenen Gemeinschaften dient der Nahrungssicherung und Einkommensverbesserung.

De gemeinschaftliche Landwirtschaft soll gestärkt und traditionelle indigene Heilkunst gefördert werden. Märkte für landwirtschaftliche Produkte und indigenes Kunsthandwerk sollen erschlossen sowie Bildungsworkshops zur Bienen- und Fischzucht durchgeführt werden. Förderung durch das GAW mit 5 000€.

Projekt des Monats August 2016

Gerechtigkeit für indigene Gemeinschaften

Die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses (EKLBB) setzt sich für indigene Gemeinschaften ein

1824 wanderten die ersten lutherischen Familien von Deutschland nach Brasilien aus. Es waren in der Regel arme Menschen, die glaubten, dass es in Brasilien Land im Überfluss und Freiheit gäbe. Sie rechneten nicht damit, dass Brasilien von Indigenen bewohnt war, die das Land, die Flüsse und die Wälder als Gemeineigentum verstanden. Europäer beanspruchten dagegen genau abgesteckte und im Grundbuch eingetragene Grenzen. Sie erkannten weder die natürlichen noch die rechtlichen Ansprüche der Indigenen an. Die Geschichte dieser Kolonisierung brachte auf beiden Seiten Opfer hervor, forderte jedoch von den indigenen Völkern einen besonders hohen Tribut.

1982 gründete die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (EKLBB) einen Rat, um die Arbeit mit Indigenen in Brasilien zu begleiten und zu koordinieren. Dieser Rat - COMIN - bekennt, dass die lutherische Kirche in Brasilien Anteil hatte an der Schuld der Christen gegenüber inidgenen Völkern. Zum Zeichen der Versöhnung stellt sich die EKLBB an ihre Seite und kämpft mit ihnen für ihre Rechte. COMIN unterstützt indigene Gemeinschaften bei Landfragen, im Bereich Landwirtschaft und in Bildungs- wie in Gesundheitsfragen. Ziel ist es, die indigenen Gemeinschaften zu stärken und ihre Eigenständigkeit zu erhalten.

In einem zunächst auf fünf Jahre angelegten Projekt werden alternative und auf Traditionen beruhende Einkommensquellen mit und für Indigene erschlossen: Sie werden in Fischfang und Bienenzucht, sowie in Landwitschaft geschult. Des Weiteren werden traditionelle indigene Kunsthandwerkstechniken vermittelt und Märkte für den Verkauf der landwirtschaftlichen und kunsthandwerklichen Produkte erschlossen. 2016 werden insgesamt 9.000 € für dieses Projekt benötigt.

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