BRASILIEN: Wie geht die Briefmarkenaktion zu Corona Zeiten weiter?

Herbert Knup, der Leiter der Briefmarkenaktion IECLB-Selos schreibt:
Seit Mitte März sind wir hier in Belo Horizonte wegen Covid -19 unter Quarantäne. Belo Horizonte hat etwas mehr als 3 Millionen Einwohner und ist die sechstgrößte brasilianische Metropole. Im Gegensatz zum schrecklichen Beispiel unseres Präsidenten hat der Bürgermeister unserer Stadt alle notwendigen Vorkehrungen getroffen (in Brasilien werden die Entscheidungen über Hygienemaßnahmen auf kommunaler Ebene getroffen), um Leben zu retten. Heute hat Belo Horizonte mit 60 Todesfällen die niedrigste Sterblichkeitsrate in den 10 größten Städten Brasiliens. Leider ist dies in den meisten brasilianischen Städten nicht der Fall, und Brasilien wird bald nach den USA den zweiten Platz in Bezug auf die Zahl der Todesfälle einnehmen.

Allmählich ermächtigt der Bürgermeister einige kleinere Einrichtungen, zur Arbeit zurückzukehren. Wir befinden uns immer noch in Teilquarantäne, da beispielsweise Schulen, Einkaufszentren, Bars und Restaurants sowie Bekleidungsgeschäfte geschlossen bleiben.

Die von uns unterstützten sozialen Projekte sind geschlossen, aber die Unterstützung für Kinder und ihre Familien geht weiter. Das Centro de Integração Martinho - CIM (Integrations Zentrum Martin)  befindet sich mitten im Aglomerado da Serra, der größten Favela-Ansammlung in Belo Horizonte. Dort werden, unter normale Bedingungen 110 Kinder und Jugendlichen zwischen 7 und 18 Jahren Kunst und Erziehungs-Aktivitäten sowie padagogische und psychologische Hilfestellung angeboten, an denen sie in der schulfreien Zeit teilnehmen. Die Kinder sind jetzt zu Hause, aber sie werden bei der Bereitstellung von Nahrungsmitteln, Masken und Lehrmaterial vom CIM geholfen.

Auch die IECLB Selos musste sich anpassen. Wir können nicht mehr zusammenkommen, um die Briefmarken zu organisieren. Wir machen diese Aktivitäten jetzt zu Hause. Die Post wurde nicht geschlossen, sondern nur die Öffnungszeiten verkürzt. Jetzt tragen wir Masken und müssen einen Abstand von 2 Metern in der Postlinie einhalten. Wir senden weiterhin wie gewohnt Bestellungen und Anfragen bekommen wir per E-Mail und Handy.

Da die Menschen mehr Zeit für ihre Hobbys haben, hat die Nachfrage nach Briefmarken zugenommen und wir machen weiterhin gute Geschäfte. Und wir werden diese Werte brauchen, um unseren Kindern zu helfen, weil die wirtschaftliche Situation in Brasilien stark verschlechtert hat.

Im Moment ist es immer noch kompliziert, Pakete aus dem Ausland zu erhalten, aber ich danke im Voraus allen, die weiterhin Briefmarken für uns sammeln. Wir haben in 2019 viele Briefmarkenspenden aus Deutschland und Europa erhalten, und so haben wir immer noch Material, um noch einige Monate arbeiten zu können. Wir glauben aber, dass die Importdienste in der zweiten Hälfte 2020 reguliert werden. Wie alles in dieser Covid-19-Ära müssen wir sehr geduldig sein und uns an neue Situationen anpassen.

Vielen Dank an alle, die unser Projekt weiterhin unterstützten! Möge Gott unsere Arbeit mit Ihnen weiterhin segnen und unseren Kindern und Jugendlichen weiterhin helfen.

Herbert Knup
Leiter der IECLB Selos
ieclbselosbh@gmail.com
IBML
Rua Dona Salvadora 37
30220-230 Belo Horizonte – MG
Brasilien

Kontakttelefone: (55 31) 3227-4847 Festnetz und (55 31) 99660-8340

Das Projekt

Die Gemeinde Ananindeua befindet sich in der Metropolregion Belém, in deren Hoheitsgebiet eine der größte städtische Besetzung Lateinamerikas liegt, in dem Tausende Familien und junge Menschen unter sozialem und persönlichem Risiko leben. Das Stadtviertel Icuí Guajará, Ananindeua, ist ein Ort ohne grundlegende Infrastruktur für soziale Hilfe, der für eine Reihe von Situationen anfällig ist, darunter Gewalt in der Stadt, Drogenhandel, Kinderarbeit und sexuelle Ausbeutung von Jugendlichen. Es gibt Familien, die fast kein Einkommen haben.

Das Projekt soll auch eine integrative Maßnahme sein und die Leistung der Kinder in der Schule stärken. Das Projekt ist notwendig, da die meisten Kinder in Icuí-Guajará aufgrund ihrer familiären Situation nicht die notwendige Integration in die Schule oder in das Gemeinschaftsleben erhalten. Es gibt weder Kindergärten, oder andere Vorschulschulen. Wir hoffen, dass mit der Durchführung des Projekts ein Beitrag zur Erziehung dieser Kinder geleistet wird und sensible Menschen gebildet werden, die am Gemeinschaftsleben beteiligt sind, liebevoll, tolerant und für die Umwelt und die Gemeinschaft sorgen, zu denen sie gehören..  

GAW-Briefmarkensammelaktion

 

Mit dem Verkauf von Briefmarken aus aller Welt – gestempelt oder ungestempelt/postfrisch – finanziert die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (EKLBB/IECLB)  Projekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Mit dem Erlös werden unter anderem Unterkünfte für Straßen­kinder, die tägliche Versorgung, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Favelas, aber auch Verbesserungen in Altenheimen finanziert.

 

Auch Sie können mit Briefmarken helfen:

  • Werfen Sie benutzte und mit Briefmarken frankierte Umschläge nicht weg.
  • Schicken Sie uns entweder die ganzen Briefumschläge (bitte keine aufgedruckten Marken = Infopost / Infobrief) oder die daraus - mit etwa 1 cm versehenem Rand - ausgeschnittenen Briefmarken.
  • Wir sammeln diese und leiten sie nach Brasilien weiter.

 

Der langjährige Leiter, Dieter Fertsch aus Vera Cruz, hat seine verdienstvolle Arbeit nach 37 Jahren nun in die Hände des Instituição Beneficente Martim Lutero/IBML in Belo Horizonte gelegt. Koordiniert wird sie von Herbert Knup.

IBML ist der sozial-diakonische Arm der dortigen ev. Gemeinde. Neu ist, dass bei der Arbeit mit den Briefmarken die Jugendlichen und Senioren, die in den Heimen untergebracht sind, einbezogen werden sollen.