Merong Tapurumã aus dem Volk der Pataxó

Merong Tapurumã war Deutschland zusammen mit einer kleinen Delegation mit Hans Trein von COMIN zu Gast um auf die Lage der indigenen Völker Brasiliens aufmerksam zu machen.
Während der Reise haben wir Merong interviewt und um einen Einblick in sein und das Leben seines Volkes zu geben.

 

 

Copyright GAW Württemberg, Y. Hügele

Merong unterwegs in Stuttgart

"Mein Name ist Merong Tapurumã. Ich stamme aus dem Volk der Pataxó Hãe Hãe Hãe, in Contagem, Minas Gerais. Ich gehöre zu der Familie Gamake und lebe heute im Bundesstaat Rio Grande du Sul in Brasilien unter den Gurani.

Unser Volk die Pataxó im Bundesland Bahia waren das erste Volk, das mit der nicht-indigenen Gesellschaft  Kontakt hatte. Es hat viele Massaker durchgemacht. Wir sind die Überlebenden dieser Geschichte.

Heute, nach 40 Jahren hat unser Volk es geschafft, das eigene Territorium in Bahia wieder zurück zu erobern. Was für mich heute wichtig ist; gutes Leben, in meiner Kultur leben - eine Kultur, die in früheren Zeiten verboten war. Wichtig ist für mich, dass wir uns heute mit Gott in Verbindung setzten, mit Gott reden, Gott loben können mit den Elementen unserer eigenen Kultur.

Es ist für mich wichtig, dass ich in meiner Kultur leben und meinen Kindern die Kultur auch beibringen kann. Die Pataxó werden für ein frohes Volk gehalten, weil wir in unserer Sprache sehr gerne singen. Wir bemalen uns gerne. In früheren Zeiten wurde unsere Kultur verboten. Heute beleben wir das wieder, was unsere Vorfahren nicht durften.

Copyright Merong Tapurumã

Merong und seine Frau Márcia mit Tochter

Jetzt erzähle ich etwas über das Volk der Guaraní, ich bin nämlich mit einer Guaraní verheiratet. Ich denke auch, dass bei den Guaraní das Wichtige ihre eigene Kultur ist. Ihre Art und Weise, wie sie Gott loben, wie sie mit Gott reden, die heiligen Gesänge, die sie machen. Mit den Guaraní zusammen kämpfen wir um die Rückgabe des Territoriums der Guaraní. Kampf bedeutet, dass das Volk der Guaraní wieder auf das Land zurück möchte und nicht nur wartet, sondern sich an die Regierungsstelle wendet, damit sie endlich ihre Pflicht erfüllen. Denn wir lagern und fordern ein Territorium von 4.230 ha zurück. Das Land ist für uns indigene Menschen sehr wichtig. Wir brauchen diesen Raum für unser Dorf, um unsere Kultur zu bewahren. All das wird von der sogenannten Globalisierung und von der Sojaproduktion auch bedroht. Ich denke, dass die indigene Kultur sehr vielseitig und reich ist. Sie hat viele Beiträge für die Kultur in Brasilien gegeben. Wir dürfen nicht zulassen, dass dieses von der sogenannten Globalisierung weggewischt wird. Wir können in der Gesellschaft integriert sein ohne unsere Kultur aufgeben zu müssen.

 Im Namen des Volkes der Gurani im Besetzungslager Mato Preto, die  in der Nähe von Getulio Vargas leben möchte ich eine Botschaft hier lassen:
Wir brauchen das Land um zu überleben, damit unsere Kinder in Freiheit aufwachsen können. Wir möchten sehen die nächsten Generationen aufwachsen, ihre Kultur beibehalten und leben könne. Das bedeutet, dass sie mit der Natur in Harmonie leben. Dies ist wichtig damit  wir die Freiheit haben, in den Wald zu gehen. Heute, solange wir in dem Lager an der Straßenseite sind, können wir nicht in den Wald gehen. Wir möchten unseren Kindern die medizinischen Pflanzen beibringen  sowie die Namen der Tiere, die es im Wald gibt  und den Wald bewahren. Es gibt mittlerweile  dort sehr wenig Wald. Durch die Großgrundbesitzer gibt es große Sojaplantagen. Wir Indigenen Völker haben eine Beziehung zum  Land und wir wissen, wie man produzieren kann, ohne zu zerstören um die Natur und das Leben zu erhalten."

Das Interview fand am 09. April 2014 mit Yvonne  Hügele in Wolfschlugen statt. Übersetzt wurde es von Hans Trein.