Bulgarien-Südost-Europa

Mitglied der Europäischen Union (EU)

110.994 km²                                                                                                                                   7.265.000 Einwohner

Die Hauptstadt ist Sofija (Sofia) mit 1.212.935 Einwohnern. 85 % der Bevölkerung sind Bulgaren, 9 % Türken, 5 % Roma, 2 % Russen, Armenier, Aromunen und Griechen.

76 % gehören zur Bulgarisch-Orthodoxen Kirche. 10 % sind Muslime. Religiöse Minderheiten sind 1 % Protestanten, Katholiken, armenisch-gregorianische Christen und Juden.

Das Religionsgesetz gewährt allein der orthodoxen Kirche als „traditioneller Kirche“ die Privilegien einer religiösen Gemeinschaft. Alle anderen Kirchen müssen sich derzeit als juristische Personen registrieren lassen, wodurch sie privaten Unternehmen, jedoch nicht der orthodoxen Kirche gleichgestellt werden. Erst auf der Grundlage dieser Registrierung können sie z. B. Grundstücke erwerben und unterhalten.

Partnerkirche des GAW der EKD ist die

Evangelisch-Methodistische Kirche in Bulgarien (EMKB)

mit ca. 1.500 Gemeindegliedern in 33 Gemeinden, davon sechs Minderheitengemeinden, bestehend aus Roma oder Türken, und 22 Pfarrerinnen und Pfarrern.

Die ersten methodistischen Missionare ließen sich im Jahr 1857 in den Städten Schumen, Veliko Tarnovo und Russe nieder. Unter Federführung von Missionaren Albert Long und Elias Riggs haben die Methodisten sich im Rahmen der Union Evangelischer Kirchen an der Bibelübersetzung in die bulgarische Sprache 1871 beteiligt. Durch die Wahl des Ostdialekts hat die Übersetzung die moderne bulgarische Sprache maßgeblich mitgeprägt.

Während der kommunistischen Herrschaft zwischen 1947 und 1989 musste die methodistische Kirche genau wie andere christlichen Kirchen ums Überleben kämpfen. Zahlreiche Kirchen wurden geschlossen, Pfarrer verhaftet und als amerikanische Spione verurteilt. 1990 existierten nur noch drei der ursprünglich 16 Gemeinden.

Die EMKB konnte die früheren Gemeinden wieder beleben und neue gründen. Die Predigtsprachen sind neben dem Bulgarischen auch Armenisch, Türkisch sowie zwei Roma-Dialekte. Mit sozialdiakonischen Projekten wie Suppenküchen, Alphabetisierungskurse und Gefängnisseelsorge leistet die Kirche einen wertvollen Beitrag zur Linderung der Not in der Bevölkerung.

Die EMKB ist Mitglied im Weltrat Methodistischer Kirchen und als Mitglied der Zentralkonferenz Zentral- und Südeuropa der Evangelisch-Methodistischen Kirche in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Bulgarische Evangelische Allianz

Erstmals hatten sich 1909 die protestantischen Denominationen unter dem Namen „Union der Evangelischen Kirchen“ zusammengeschlossen. 1948 wurden alle Führer dieser Union von der kommunistischen Regierung für Jahre inhaftiert.

Am 10. Mai 1993 wurde die Organisation unter der Bezeichnung „Bulgarische Evangelische Allianz“ neu gegründet. Zur Allianz gehören elf Mitgliedskirchen, darunter der Bund der evangelischen Pfingstgemeinden, der Bund der Baptisten, die Evangelisch-Methodistische Kirche, die Evangelisch-Kongregationalistische Kirche, die Evangelische Kirche „Gute Nachricht“ u.a. Der Vorsitz des Bundes wechselt regelmäßig zwischen den Mitgliedskirchen.