Guatemala

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann im Gespräch mit Cabrera, Jeromino

Kirchen sowie Nichtregierungsorganisationen in Deutschland lehnten 2013 das Assoziierungsabkommen EU – Zentralamerika ab, da sie eine Verschlechterung der Menschenrechtssituation in Ländern wie Guatemala und Honduras befürchteten. Im gleichen Jahr wurde das Abkommen von Bundestag und Bundesrat ratifiziert. Welche Konsequenzen des Handelsabkommens zeichnen sich in der Region Zentralamerika ab? Wie schätzen Experten die Folgen für die Menschenrechtssituation und Entwicklung in Ländern wie Guatemala ein?

Brot für die Welt lud zum Fachgespräch mit dem GAW und der SEZ in der Diakonie Württemberg mit Jose Pilar Cabrera, Claudia Samayoa, Juan Maria Boxus und Omar Jeronimo aus Guatemala ein.

„Gestern kamen bewaffnete Männer in unsere Gemeinde und bedrohten Bäuerinnen und Kinder, um den Regenwald auf unserem Land fällen zu können“, beschreibt José Pilar Cabrera von der Lutherischen Kirche in Guatemala die aktuelle Situation in seiner Heimat Zacapa in Guatemala. „Mayavölker und die Evangelische sowie Katholische Kirche aus ganz Guatemala schließen sich zusammen, um gegen die Rodung der Wälder, die Erschließung von Minen und riesige Staudammprojekte zu kämpfen um ihre Lebensräume zu erhalten“, berichtet Jacob Omar Jerónimo, Vertreter der indigenen Gemeinschaft der Chortí.

 Dank der Arbeit dieses Bündnisses  und insbesondere der Bildungsarbeit der Kirchen gibt es Hoffnung.  „ Weil wir uns als Kirche und Völker zusammen geschlossen haben sind die Menschen mutig und fühlen sich bestärkt. Denn sie wissen, die Kirche lässt sie nicht im Stich“  so Juan Maria Boxus  der Katholischen Kirche in Guatemala.
Die Menschen in den Gemeinden lernen, dass sie Träger von Rechten sind und diese einfordern können. Somit wehren sie sich als Gemeinschaft in lokalen Protesten und machen friedlich aber bestimmt auf ihre Lage aufmerksam.  Sie sind alles andere als hoffnungslos. Pilar Cabrera gibt nicht auf „Wir sind hier, weil wir Hoffnung haben. Diejenigen die Gewalt anwenden um uns vom Weg abzubringen sind hoffnungslos.“  

Im Rahmen der Reise berichten Cabrera und Jeromimo in Kirchengemeinden und bei zahlreichen Nichtregierungsorganisationen in Deutschland und haben  Fachgespräche in Oslo, Stockholm und beim EU Sitz in Brüssel um auf die Situation der Gemeinden und Bevölkerung aufmerksam zu machen.  Denn ihnen ist klar, ohne die Unterstützung und Rückendeckung von Übersee insbesondere aus Deutschland hätten sie bei ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement nicht so viel erreicht.

Teilnehmer des Fachgespräches.

Es berichteten Claudia Samayoa , Leiterin des nationalen Menschenrechtsbüros Guatemalas / UDEFEGUA 

Omar Jeronimo, Verantwortlich für Menschenrechtsarbeit und Landrechte im Osten Guatemala

Juan Maria Boxus und Jose Pilar Alvarez Cabrera Vertreter des Netzwerkes der Katholischen und Evangelischen Kirche zum Schutz der Regenwälder, der Landrechte und gegen Megaprojekte im Bereich Extraktiver Industrie und Staudammbau in Guatemala, Region Zacapa.