Italien-Süd-Europa

Mitglied der Europäischen Union (EU)

301.336 km²                                                                                                                                61.336.000 Einwohner (mit den Inseln Sizilien, Sardinien und Elba)

Die Hauptstadt ist Roma (Rom) mit 2.872.021 Einwohnern. 89 % der Bevölkerung Italiens gehören zur Römisch-Katholischen Kirche. Religiöse Minderheiten sind 2 % Muslime, 2 % Orthodoxe, 1 % Protestanten und Juden.

Partnerkirchen des GAW der EKD sind die EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHE IN ITALIEN (ELKI) (Chiesa Evangelica Luterana in Italia – CELI) mit ca. 7.000 Gemeindegliedern in 15 Gemeinden und weiteren Gemeindegruppen mit 17 Pfarrern.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien ist jünger als die meisten ihrer Gemeinden. Die älteste von ihnen, Venedig, kann ihre Geschichte lückenlos bis zur Reformation zurückverfolgen, andere (z. B. Triest, gegründet 1778, und Bozen) haben eine habsburgische Vergangenheit. Im Schutz preußischer Gesandtschaften entstanden Gemeinden in Rom (1819) und Neapel (1826).

Es waren die Erfahrungen des Zusammenbruchs in zwei Weltkriegen, die den Wunsch nach einem Neuanfang und nach Integration in das italienische Umfeld und damit 1948 den Zusammenschluss fast aller deutschsprachigen Auslandsgemeinden zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien bewirkten.

1957 schlossen sich drei Gemeinden am Golf von Neapel der ELKI an. Eine neue Gemeinde ist 1996 auf Sizilien entstanden. Im Jahr 2008 wurden die Gemeinden Meran und Verona-Gardone, 2009 die Gemeinde Turin in die ELKI aufgenommen.

Seit 1993 ist die ELKI als lutherische Kirche in Italien vom Staat anerkannt. Im Jahre 1999 hat die ELKI in Italien zum ersten Mal aus den Otto-Per-Mille-Kultursteuern (OPM) einen anteiligen Betrag erhalten. Seitdem konnte die ELKI auch Projekte von Partnerorganisationen wie dem Gustav-Adolf-Werk unterstützen. Die Kirche ist Mitglied der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

EVANGELISCHE WALDENSERKIRCHE (Chiesa Evangelica Valdese/Unione delle Chiese Valdesi e Metodiste in Italia) mit ca. 19.800 Gemeindegliedern in 137 Gemeinden mit 103 Pfarrerinnen und Pfarrern.

Etwa um 1170 begann in Lyon der Kaufmann Petrus Waldes öffentlich in der Volkssprache zu predigen. Zusammen mit anderen Ketzergruppen wurden seine Anhän­ger durch Papst Lucius III. aus der katholischen Kirche ausgeschlossen. Nach ihrer Vertreibung aus Lyon gewannen die im Untergrund predigenden Waldenser vor allem in Südfrankreich und Oberitalien neue Anhänger. 1532 schlossen sich die Waldenser der schweizerischen Reformation an und wurden zugleich eine Zielscheibe der immer stärker werdenden Gegenreformation.

Pfarrer Henri Arnaud aus Angrognatal organisierte erbitterten Widerstand, bis die Waldenser in 13 Brigaden in die Schweiz ziehen durften. 1689 gelang ihnen unter verlustreichen Kämpfen die Rückeroberung der Täler, die „glorreiche Rückkehr“. 1698 wurden die Waldenser allerdings erneut vertrieben. Erst 1848 wurde den italienischen Waldensern in einem Patent von Karl Albert I., dem König von Piemont-Sardinien, die Glaubensfreiheit sowie die bürgerliche Gleichberechtigung zugestanden. Seitdem sind zahlreiche neue Gemeinden in allen größeren Städten Italiens und zahlreiche soziale Einrichtungen entstanden. Das geografische Zentrum der Waldenser bilden jedoch weiterhin die sogenannten Waldensertäler in den Cottischen Alpen westlich von Turin. Die Kirche ist Mitglied der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Die METHODISTISCHE KIRCHE IN ITALIEN wurde 1946 offiziell gegründet. Ihre Anfänge legten die aus New York 1861 nach Italien entsandten methodistischen Missionare. Bis 1962 wurde die Methodistische Kirche von London aus geleitet.

1978 beschlossen die Synoden der Waldenser und der Methodisten den Zusammenschluss beider Kirchen. Seitdem entsenden die Methodisten zwei Vertreter ihrer Kirche in die Tavola Valdese. Die erste gemeinsame Synode der vereinigten Kirche fand 1979 statt. Am 1. November 1990 fand die erste Tagung der Synode der Waldenser und Methodisten mit der Generalversammlung der Baptisten statt. Kleine Gemeinden können seitdem durch eine Pfarrerin oder einen Pfarrer aus einer dieser drei Kirchen betreut werden. Gemeinsame Tagungen finden regelmäßig alle fünf Jahre statt.

Auch die Evangelische Waldenserkirche erhält einen Anteil aus OPM-Mitteln, verwendet diese jedoch nach Synodenbeschluss ausschließlich für sozial-diakonische Projekte und nicht für Gehälter sowie Verwaltungsausgaben. Zwischen der Tavola Valdese und dem Gustav-Adolf-Werk besteht eine Vereinbarung über eine gemeinsame finanzielle Beteiligung an Diasporaprojekten weltweit.