Flüchtlingshilfe auf Sizilien mit GAW-Freiwilligen

Pastorin Silvia Rapisarda betreut die baptistische und waldensische Gemeinde in Catania / Sizilien. Für sie sind die aus Afrika ankommenden Flüchtlinge „Menschen mit ihren Geschichten".

"Es sind unsere Nächsten, um die wir uns kümmern müssen.

Wir hoffen mit unserem Projekt ein Zeichen setzen zu können.“

 

"Der italienische Staat ist alleine überfordert mit der Unterbringung und Begleitung von Flüchtlingen", sagt PaoloNaso, der für die Tavola Valdese die gesamte Flüchtlingsarbeitin Italienkoordiniert. "Vor allen Dingen geht esdabei um die Unterbringung der Flüchtlinge. "

Die Waldenserkirche betreibt neben dem Haus der Kulturen von Meditteranaen Hope in Vittoria(Sizilien) eineweitere Aufnahmeeinrichtung in einem zur Kirche gehörenden Altersheim.

1933 wurde das Altersheim gegründet. Anlass war, dass evangelische Senioren, die auf eine Unterbringung ineinem Heim angewiesen waren, nicht in katholischen Heimen aufgenommen wurden. Im Laufe der Jahre wurdenso Plätze für 75 Senioren geschaffen.

Als im Altersheim Plätze frei waren und die Not bestand, Flüchtlinge aufzunehmen, entschloss sich die Waldenserkirche, Flüchtlinge gemeinsam mit Senioren im Altersheimunterzubringen. Die ersten Erfahrungen zeigenpositive Effekte für beide Bewohnergruppen:

25 Senioren wohnen im Heim mit 50 Flüchtlingen unter einem Dach.

Dazu hat die Kirche weitere Wohnungen angemietet, so dass sie ca. 100 Flüchtlinge aufgenommen hat.

Das Gustav-Adolf-Werk Württemberg entsendet seit Jahren Freiwilligenach Sizilien. Derzeit helfen die Freiwilligen Hanna und Lisa aus Württemberg in Vittoria und Sicli in der beschriebenen Flüchtlingsarbeit mit. Sie setzen sich sehr für die aus Afrika gestrandeten Menschen ein . Dabei verändert sichauch ihr eigenes Leben. So schreibt bereits die letztjährige GAW-Freiwillige Franziska u.a.: „Wenn Ihr Euch jetztfragt was das eigentlich für eine Idee ist, italienische Senioren und Flüchtlinge aus Senegal, Gambia und Pakistan unter einem Dach unterzubringen, dann kann ich nur antworten: Die beste, die man haben kann. Die Jungskennen aus ihrer Heimat eine ganz andere Art, mit alten Menschen umzugehen, da ist viel weniger Scheu dahinter. Sie gehen auf Senioren zu. Da reicht einfach ein breites Grinsen und ein Handkuss und sie haben zumindestdie Damen auf ihrer Seite .... Es ist eingegenseitiges Geben und Nehmen.“Das GAW ermöglicht mir unglaubliche Erfahrungen. Es ermöglicht auch, dass Brücken gebaut werden zwischenverschiedenen Ländern und Religionen.“

Das Gustav-Adolf-Werk Württemberg unterstützt nach wie vor die Flüchtlingsarbeit der waldensischen Partnerkirche in Italien, ebenso wie in Griechenland und Syrien.