Kirgistan-Zentral-Asien

199.900 km2                                                                                                                                   5.834.000 Einwohner

Seit 1991 ist Kirgisistan Präsidialrepublik. Die Hauptstadt ist Biškek (Bischkek) mit 923.300 Einwohnern. Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 70 % Kirgisen, 15 % Usbeken, 8,4 % Russen und anderen. 75 % sind Muslime (v.a. Sunniten), 20 % Russisch-Orthodoxe. Religiöse Minderheiten sind Protestanten, Juden, Buddhisten und Katholiken.

Partnerkirche des GAW der EKD ist die

Evangelisch-Lutherische Kirche in der republik Kirgisistan

mit ca. 1.000 Gemeindegliedern in 16 Gemeinden mit sechs Pastoren und sechs Predigern.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kirgisistan ist seit 2001 offiziell als eigenständige Kirche registriert. Sie ist Mitglied im Bund der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Russland und anderen Staaten (Bund der ELKRAS)

Ihre Geschichte geht bis in das Jahr 1907 zurück, als Deutsche (auch Lutheraner) wegen Landmangel freiwillig aus dem Gebiet Saratow nach Kirgisistan kamen. In den 1930er Jahren wurden zahlreiche Deutsche nach Kirgisistan zwangsumgesiedelt. Weitere folgten, als die Sonderkommandantur für Deutsche 1956 abgeschafft wurde, diese jedoch nicht in ihre ursprünglichen Herkunftsgebiete zurückkehren durften. 1968/69 wurden erste Bethäuser gebaut und die ersten Gemeinden staatlich registriert.

Heute gibt es in jeder Gemeinde Gemeindeleiter und -leiterinnen sowie Mitarbeitende für die Sonntagsschule. Über eine intensive Kinder- und Jugendarbeit war ein Zuwachs aus der russischsprachigen Bevölkerung zu verzeichnen, der die starke Abwanderung deutschstämmiger Gemeindeglieder in den 1990er Jahren teilweise ausgeglichen hat.  In Bischkek steht der Kirche ein geräumiges Seminargebäude mit Gästehaus zur Verfügung, in dem jährlich die Synode stattfindet. Schulungen und Seminare für Prediger und Predigerinnen sowie für Mitarbeitende in den Sonntagsschulen und in der Diakonie werden hier ebenfalls durchgeführt. Die Kirche ist bemüht, sich den verschiedenen in Kirgisistan lebenden Volksgruppen zu öffnen und ihnen muttersprachliche Gottesdienste anzubieten.

Seit 1995 besteht eine Kirchenpartnerschaft zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, die auch Bischof Eichholz entsandt hat. Im Jahr 2012 wurden vom kirgisischen Parlament neue Leitlinien zum bestehenden Religionsgesetz festgelegt, die die Zukunft der Evangelischen Kirche in Kirgisistan gefährden. Sie sehen eine „Umregistrierung“ vor, die das Ende der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgisistan als zentrale Religionsgemeinschaft bedeuten könnte. Jede örtliche Gemeinde mit weniger als 200 Mitgliedern soll für illegal erklärt und ihre Versammlungen unter Strafe gestellt werden. Hintergrund dieser Entwicklung ist das Interesse der Regierung, den Einfluss wahabitischer und salafistischer Gruppen zu behindern.

 

 

Projekt des Monats November 2016

Motorisierungshilfe für Kirgisistan

Diaspora heißt Zerstreuung. Pfarrerinnen und Pfarrer in der Diaspora betreuen Gemeinden, deren Mitglieder über hunderte von Quadratkilometern verstreut leben. Das geht nicht ohne ein Dienstfahrzeug.

Eben hat Alfred Eichholz, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgisistan, erfahren, dass bei seinem Dienstauto der Motor irreparabel kaputt gegangen ist. „Wir haben verschiedene Möglichkeiten geprüft und haben feststellen müssen, dass es in Kirgisistan nicht möglich ist, den Motor wieder sicher instand zu setzen.“ Es müsste ein neuer Motor aus Deutschland importiert werden, was sich am Ende nicht lohnt.

Die Kirche zählt ca. 1.000 Gemeindeglieder in 16 Gemeinden. Die Wege sind lang und manchmal „unwegsam“. „Ich besuche öfters auch im Winter Gemeinden, die im südlichen Teil des Landes liegen. Die Straßen, die dorthin führen, gehen über Pässe in 3 500 Metern Höhe“, beschreibt Bischof Eichholz die Situation. Deshalb ist ein Allradfahrzeug notwendig.

Zusätzlich zu den vorhandenen Eigenmitteln werden zum Kauf eines gebrauchten Wagens noch 7 000 Euro benötigt.

Diasporakirchen sind Kirchen der weiten Wege.

Helfen Sie mit, Seelsorge in schwer zugänglichen Gebieten zu ermöglichen!

>> Spenden

 

 

 

Jahresprojekt der Frauenarbeit 2017

Wir helfen in Kirgisistan:

„Die beiden lutherischen Kirchen in Kasachstan und Kirgisistan setzen sich für die Rechte und die angemessene Versorgung von Waisenkindern ein. Außerdem stärken sie junge Mütter, damit sie ihren Kindern trotz Armut ein liebevolles Zuhause bieten können.

Ihr Engagement sorgt dafür, dass Familien sicherer leben und junge Frauen den eigenen Platz im Leben finden. Dazu bitten wir Sie um Ihre Unterstützung.“  Inge Rühl, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im GAW 

„Unsere Stimme“ – Selbstständigkeit für Waisenkinder (Kirgisistan)

Mit 17 Jahren stand Machabat (Name geändert) plötzlich auf der Straße: Nach dem Schulabschluss musste sie ihr Kinderheim verlassen. Sie hatte keinen Beruf und hatte auch nicht gelernt, für sich selbst zu sorgen. Der Weg für Mädchen wie sie führt oft in die Prostitution.

Doch Machabat hatte Glück: Die von der lutherischen Kirche gegründete Stiftung „Unsere Stimme“ in Bischkek nahm sie auf. Jedes Jahr erhalten zehn Mädchen im Sozialhaus der Stiftung eine Unterkunft und Unterstützung auf dem Weg in ein selbstständiges Leben. Die Mädchen ergreifen dankbar die Chance: Sie erlernen einen Beruf, manche beginnen sogar ein Studium.