Kolumbien-Südamerika

1.141.748 km²                                                                                                                           48.930.000 Einwohner

Die Hauptstadt ist Bogotá mit 7.760.500 Einwohnern.  80,7 % der Bevölkerung gehören zur Römisch-Katholischen Kirche, während die Protestanten mit einem Anteil von 15 %, Muslime und Juden religiöse Minderheiten bilden.

Partnerkirche des GAW der EKD ist die EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHE IN KOLUMBIEN (Iglesia Evangélica Luterana de Colombia – IELCO)

mit 2.500 Gemeindegliedern in 16 Gemeinden und sieben Missionsorten mit fünf Pastorinnen, 12 Pastoren, drei Evangelisten und zwei Vikaren. Die IELCO ist aus der Mission der nordamerikanischen lutherischen Kirchen entstanden. 1936 kamen die ersten drei Missionare nach Kolumbien. 1955 wurden die ersten zwei kolumbianischen Pastoren, die im Seminar Concordia in Buenos Aires/ Argentinien studiert hatten, ordiniert. Im Jahre 1958 konnte die IELCO als verfasste Kirche gegründet werden, diese blieb jedoch noch immer verbunden mit der nordamerikanischen Kirche. Zugleich nahm ab diesem Jahr – das gleichzeitig das Ende der „Epoche der Gewalt“ (1948-1958) markiert – auch die Gewalt gegen die evangelischen Kirchen ab. 1982 wurde die lutherische Kirche selbstständig und trat dem Lutherischen Weltbund bei.

Die Kirche ist synodal organisiert. Männer und Frauen haben die gleichen Rechte. Diese Gleichheit drückt sich auch in der Ordination aus. Jede Gemeinde hat einen Kirchenvorstand, der durch Mehrheit gewählt wird. Der Vorstand der IELCO wird vom Bischof und Präsidenten geleitet, die für einen Zeitraum von fünf Jahren gewählt werden.

Wichtig ist der IELCO, Zeugnis des evangelischen Glaubens in der kolumbianischen Gesellschaft zu geben. Davon zeugen die zahlreichen diakonischen Projekte der Kirche, wie z.B. die Arbeit mit der indigenen Gruppe der Kogi oder die Arbeit mit Bürgerkriegsflüchtlingen u.a. in Bogotá und Bucaramanga. Ein eigenständiges theologisches Ausbildungsinstitut gibt es im Kirchenzentrum in Bogotá. Die Ausbildung erfolgt in Fernstudienkursen durch die virtuell betriebene Escuela Luterana de Teologia - ELT. Die IELCO ist Mitglied des Lutherischen Weltbundes und des Lateinamerikanischen Kirchenrats CLAI.

Projekt des Monats September 2016

Projekt des Monats September 2016

Stimme kolumbianischer Frauen stärken

Jahresprojekt der GAW-Frauenarbeit 2016

Nach viereinhalb Jahren Verhandlungen haben sich die Regierung Kolumbiens und die FARC-Guerilla auf einen Friedensvertrag geeinigt. Der Bürgerkrieg, der über 50 Jahre gedauert hat, könnte zu Ende gehen. Am 2. Oktober werden die Kolumbianer in einem Referendum über den Vertrag abstimmen.

Zwei Generationen Kolumbianer kennen das Land nur im Kriegszustand. Es gibt Millionen Vertriebene – und zugleich Millionen von Menschen, die davon verschont geblieben sind. „Manchen von ihnen ist der Friedensprozess egal“, erzählt Adi Martinez, Theologiestudentin und Stipendiatin des GAW au Kolumbien. „Wer reich ist, auf eine gute Schule geht und in einem wohlhabenden Viertel wohnt, der kann schnell vergessen, dass es in Kolumbien Armut gibt.“ Deshalb gilt auch die Zustimmung bei dem Referendum als unsicher.

Auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kolumbien ist ein „Kriegskind“. Sie wurde zwar 1958 gegründet, wurde aber erst 1982 selbstständig. Viele Gemeindeglieder sind selbst Flüchtlinge, zugleich kümmern sich lutherische Gemeinden intensiv um Familien, die sich auf ihrer Flucht in Slums am Rande von Großstädten niedergelassen haben.

Die Frauenarbeit der IELCO entstand 1985 in Bogotá. Die erste nationale Frauenkonferenz folgte 1987 mit bereits 55 Teilnehmerinnen. Das Hauptziel der Frauenarbeit ist ein geistliches, doch in vielen Projekten geht es darum, die Rolle der Frauen in der Kirche sowie in der Gesellschaft zu stärken. Zwar haben die Frauen in der kolumbianischen Gesellschaft Zugang zu allen Bildungsmöglichkeiten und Gesundheitsangeboten sowie zur aktiven Teilnahme am politischen Leben. Aber viele Frauen können sich das nicht leisten oder kennen ihre Möglichkeiten nicht. Oft schrecken die Frauen sogar in der Kirche vor Übernahme von Verantwortung zurück und machen sich selbst klein.

Die GAW-Frauenarbeit möchte im Jahr 2016 Projekte unterstützen, die kolumbianische Frauen stärken. Für Frauen, die vor Gewalt in ihren Familien fliehen, möchte die Kirche Schutzwohnungen errichten. Und Frauen, denen der Mut fehlt, ihre Talente weiter zu entwickeln, sollen Weiterbildungen den Weg zeigen.

Helfen Sie mit, die Stimmen der Frauen in Kolumbien zu stärken!

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