Kroatien-Südost-Europa

56.542 km²                                                                                                                                       4.236.000 Einwohner

Die Hauptstadt ist Zagreb mit 688.163 Einwohnern. Kroatiens Bevölkerung setzt sich zusammen aus 90,4 % Kroaten, 4,4 % Serben und 5,2 % anderen Nationalitäten. Rund drei Millionen Kroaten leben im Ausland, die größte Gruppe in Deutschland (ca. 330.000) und Österreich.

86,3 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch. Religiöse Minderheiten sind 4,4 % Orthodoxe, 1,5 % Muslime, Protestanten und Juden. In der Republik Kroatien sind die Protestanten verschiedener Denominationen gesetzlich als religiöse Minderheiten anerkannt. Sie erhalten für die Pfarrgehälter Unterstützung vom kroatischen Staat.

Partnerkirchen des GAW der EKD sind die Reformierte Christliche (Calvinistische) Kirche in Kroatien (Reformirana kršćanska (kalvinska) Crkva u Hrvatskoj/Horvátországi Református Keresztyén (Kálvini) Egyház) mit ca. 4.000 Gemeindegliedern in 23 Gemeinden (hauptsächlich in Slawonien und der Baranja) mit acht Pfarrern, vier Pfarrerinnen und zwei Pfarrern im Ruhestand.

Im 16. Jahrhundert existierte in Kroatien eine starke protestantische Bewegung. Schon 1562-63 wurde das Neue Testament ins Kroatische übersetzt und in Bad Urach gedruckt. In der folgenden Gegenreformation wurden diese Anfänge zerschlagen.

Bis zur Unabhängigkeit Kroatiens 1991 war die Reformierte Kirche in Kroatien Teil der 1931 gegründeten Reformierten Christlichen Kirche in Jugoslawien. Diese Kirche vereinte die nach dem Ersten Weltkrieg zum Königreich Jugoslawien zählenden ungarischsprachigen reformierten Gemeinden. 1992 erfolgte die Neubildung der Reformierten Kirche in Kroatien. Dieser Prozess wurde von innerkirchlichen Spannungen begleitet und hatte zwei Abspaltungen zur Folge. 2011 wählte die Synode eine neue Kirchenleitung und machte damit einen Neuanfang möglich. Die Reformierte Christliche Kirche in Kroatien ist Mitglied der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, im Ökumenischen Rat der Kirchen, der Konferenz Europäischer Kirchen sowie der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft der Kirchen in Kroatien.

EVANGELISCHE KIRCHE IN DER REPUBLIK KROATIEN (EKRK) (Evangelička Crkva u Republici Hrvatskoj) mit ca. 3.300 Gemeindegliedern in 11 Gemeinden und einer Anzahl von Filialgemeinden.

Seit der staatlichen Unabhängigkeit Kroatiens ist die Geschichte der EKRK von Streitigkeiten und Zerwürfnissen geprägt. Unter Federführung des Lutherischen Weltbundes wurde Ende 2007 ein Interimsausschuss eingesetzt, der von Bischöfen aus Slowenien und Serbien geleitet wurde und unter Einhaltung der Satzung der EKRK eine gemeinsame Synode der verschiedenen Parteien der EKRK vorbereiten sollte. Die vereinbarten Schritte sind bis heute nicht erfolgt. Das GAW unterstützt alle Bemühungen, den Versöhnungsprozess innerhalb der Kirche unter Anerkennung und Beachtung der Satzung voranzubringen.

Neben der Fakultät in Zagreb bestehen für die kleinen evangelischen Denominationen in Kroatien noch ein Seminar in Osijek, ein Biblisches Institut in Zagreb (rechts-evangelikal), ein von MacArthur geführtes fundamentalistisches Seminar in Krapina sowie ein Seminar der Adventisten.