Lettland-Nordost-Europa

Mitglied der Europäischen Union (EU)

64.589 km²                                                                                                                                       1.990.000 Einwohner

Die Hauptstadt ist Rīga (Riga) mit 641.007 Einwohnern, von denen nur 42 % Letten sind. Im gesamten Land sind 62,1 % der Bevölkerung Letten, 26,9 % Russen, 3,3 % Weißrussen, 2,2 % Ukrainer, 2,2 % Polen, 1,2 % Litauer und 2,1 % Sonstige. 23 % der Bevölkerung sind Katholiken, 20 % Lutheraner und 15 % Orthodoxe. Religiöse Minderheiten sind Juden und Muslime.

Partnerkirche des GAW der EKD ist die EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHE LETTLANDS (ELKL)    (Latvijas Evaņģēliski Luteriskā Baznīca)

mit 38.656 Gemeindegliedern in 288 staatlich eingetragenen Gemeinden in 16 Propsteien und drei Diözesen mit 135 Geistlichen, die eine oder mehrere Gemeinden betreuen, 27 ehrenamtlichen Evangelisten/Evangelistinnen, davon 14 Frauen.

1521 begann die lutherische Reformation in Riga. Ab 1832 gehörten die Lutheraner zur Evangelisch-lutherischen Kirche in Russland, die auch die Ostseeprovinzen umfasste.  Die ELKL wurde 1917 gegründet. Unter der sowjetischen Besatzung bis 1991 wurde ein Großteil kirchlichen Besitzes enteignet und jegliche kirchliche Arbeit außerhalb des Gottesdienstes verboten. Nach der politischen Wende begann der mühevolle Wiederaufbau kirchlicher Strukturen und Gebäude. Die diakonische Arbeit wurde 1993 wieder aufgenommen und wird inzwischen von dem Diakoniezentrum in Riga koordiniert, das mit Suppenküchen, Kleiderkammern, medizinischer Versorgung, Straßenkinderarbeit, Krankenhausseelsorge u.a. bedeutende Arbeit leistet und Mitarbeitende in den regionalen Diakoniezentren sowie in ehrenamtlichen Diakoniegruppen weiterbildet (www.diakonija.lv).  Wichtige Partner bei dem Wiederaufbau der ELKL waren die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und die Schwedische Kirche, aber auch die Lutherische Kirche – Missouri-Synode (Lutheran Church – Missouri Synod/LCMS).

Die ELKL ist Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen, des Lutherischen Weltbundes, der Konferenz Europäischer Kirchen und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Am 3. Juni 2016 beschloss die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands (ELKL) eine Verfassungsänderung, wodurch die Frauenordination untersagt wird. Daraufhin haben das GAW und andere Partner in Deutschland die Zusammenarbeit mit der Kirchenleitung ausgesetzt. Das GAW fördert 2017 nochmals ein Projekt, das von der Kirchenleitung der ELKL eingereicht worden ist. Künftig werden Projekte von einem Gremium eingereicht, in dem neben ELKL auch der Propstbezirk Lettland der Lettischen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ausland sowie die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in Lettland vertreten sind.

 

Evangelisch-Lutherische Kirche Lettlands im Ausland                                                              (Latvijas Evanģēliski Luteriskā Baznīca Ārpus Latvijas)

Diese Kirche ist aus verschiedenen Emigrationswellen hervorgegangen und hat u. a. in Schweden, Deutschland, Großbritannien, den USA, Kanada und Venezuela Gemeinden. Sie vertritt theologisch liberalere Positionen als die ELKL. Am 31. Mai 2016 hat die Kirche eine Propstei in Lettland gegründet. Geleitet wird diese Propstei mit fünf Gemeinden und zehn Pfarrerinnen und Pfarrern von Propst Kārlis Žols.

Die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in Lettland ist eine selbständige Kirche, die einen Partnerschaftsvertrag mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands abgeschlossen hat. Zur Kirche gehören lettische Staatsbürger deutscher Abstammung sowie Russlanddeutsche und zeitweilig in Lettland lebende Bundesdeutsche. Die fünf Gemeinden werden von einem Pastor aus Riga im Rahmen eines Auslandspfarramtes der EKD betreut.