Rumänien-Südost-Europa

Mitglied der Europäischen Union (EU)

238.391 km²                                                                                                                                19.911.000 Einwohner

Die Hauptstadt ist Bucureşti (Bukarest) mit 1.883.425 Einwohnern.

Im Vielvölkerstaat Rumänien, in dem Rumänen, Ungarn, Sinti und Roma, Ukrainer, Türken, Serben, Tataren, Slowaken, Russen und Deutsche leben, gehören ca. 86,5 % der Einwohner der Rumänisch-Orthodoxen Kirche an. Religiöse Minderheiten bilden 5,1 % Protestanten, 4,6 % Römisch-Katholische, Baptisten, Muslime und Juden.

Partnerkirchen des GAW der EKD sind die REFORMIERTE KIRCHE IN RUMÄNIEN (Romániai Református Egyház) mit ca.470.000 Gemeindegliedern.

Die Geschichte der Reformierten Kirche in Transsilvanien (Siebenbürgen) ist eng verbunden mit der Kirchengeschichte der Reformierten Kirche in Ungarn. Bereits zwischen 1540 und 1550 verbreitete sich – von Ungarn kommend – die calvinistisch geprägte Reformation auch unter den ungarischsprachigen Menschen in Siebenbürgen. Ca. 90 % der Ungarn gehören zum reformierten Protestantismus. Gemeinsam mit den reformierten Christen in Ungarn bildete sich 1559 eine eigenständige Reformierte Kirche, die 1577 das Zweite Helvetische Bekenntnis und den Heidelberger Katechismus annahm. 1604 verteidigte der reformierte Fürst István Bocskai den reformierten Glauben gegen die beginnende Gegenreformation. Auch im 17. Jahrhundert konnte die Reformierte Kirche in Transsilvanien ihren Glauben frei ausüben. Die Gemeinden im Nordwesten jedoch hatten unter der Gegenreformation zu leiden.

Nachdem im 18. Jahrhundert Transsilvanien Teil des habsburgischen Empire wurde, blieb die Glaubensfreiheit weitgehend unangetastet. 1897 kam Transsilvanien zum ungarischen Königreich. 1895 konnte die Theologische Fakultät in Kolozsvár (Klausenburg) ihre Arbeit beginnen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Transsilvanien laut Friedensdiktat von Trianon Teil des neu gebildeten Staates Rumänien. Außerdem wurden, wie schon im Norden und Osten Ungarns, Teile Südungarns vom ungarischen Staat getrennt. Letztere bildeten dann einen zweiten ungarischsprachigen reformierten Kirchendistrikt (Westlicher Kirchendistrikt) im Staatengebilde Rumäniens. Als Folge der systematischen Umsiedlungspolitik nach dem Zweiten Weltkrieg bekam die bis dahin in den ungarischen Siedlungsgebieten als Mehrheitskirche geltende Reformierte Kirche den Status einer Minderheit. In den 1950er Jahren wurden viele Pfarrer inhaftiert. Nach dem Fall des Kommunismus gab es mehr Freiheit, die Minderheitenrechte wurden jedoch bei Weitem nicht vollständig eingeführt. Erst ab 1999 begann ein Prozess der langsam voranschreitenden rechtlichen Gleichstellung, wenn auch mit ständig neuen Rückschlägen.

Heute sind von den ca. 1,45 Millionen Ungarn in Rumänien etwa 50 % Reformierte. Die Kirche ist Mitglied der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Die Kirche selbst gliedert sich in zwei Distrikte:

I.       WESTLICHER KIRCHENDISTRIKT (ungarischsprachig)
(Királyhágómelléki Református Egyházkerület)

mit 160.000 Gemeindegliedern in 220 Kirchengemeinden mit 225 Pfarrerinnen und Pfarrern.

II.     SIEBENBÜRGISCHER KIRCHENDISTRIKT (ungarischsprachig)
(Erdélyi Református Egyházkerület)

mit 310.070 Gemeindegliedern in 508 Kirchengemeinden mit 553 Pfarrerinnen und Pfarrern.

Foto Mitte, 3. v.li.: Metropolit Andrei Andreicuţ, Bischof Reinhart Guib