Gerhild Rudolf, Hermannstadt/Sibiu Evangelische Kirche A.B. in Rumänien

Das Hermannstädter Begegnungs- und Kulturzentrum der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien ist nach dem Bischof und Historiker Friedrich Teutsch benannt. Kulturelle Veranstaltungen, Forschungsmöglichkeiten im Zentralarchiv und ein Rundgang durch das Landeskirchliche Museum, das die über 800-jährige Geschichte der Siebenbürger Sachsen gehören ... mehr >> (Juni 2013)

Osmanischer Teppich kehrt zurück

© Siebenbürgische Zeitung, München, 31.08.2013

Die Replik eines osmanischen Teppichs erhielt die Bistritzer Gemeinde als Geschenk vom Hermannstädter Landeskonsistorium (v.l. Friedrich Gunesch, Reinhart Guib, Johann Dieter Krauss, Friedrich Philippi, Katharina Borşoş). Foto: Holger Wermke

Sie alle erlebten einen bewegenden Gottesdienst, der von Pfarrer Krauss, dem Schäßburger Bezirksdechanten Johannes Halmen und Bischof Reinhart Guib zelebriert wurde. Auf der Orgelempore hatten die Sänger der Siebenbürgischen Kantorei unter Leitung von Ilse Maria Reich Platz gefunden, die das zweistündige Programm mit musikalischen Glanzpunkten bereicherten. Zu den Überraschungen des Gottesdienstes gehörte die Rückkehr eines osmanischen Säulenteppichs in die Stadtpfarrkirche.
Das Landeskonsistorium der evangelischen Kirche A. B. in Hermannstadt hatte die Replik eigens als Geschenk an die Gemeinde anfertigen lassen, nachdem das Original aus dem 16. Jahrhundert, das sich heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg befindet, wie viele andere Einrichtungsgegenstände im Zuge der Evakuierung der Nordsiebenbürger Sachsen im Jahr 1944 nach Deutschland gelangt war. Diese Gabe solle nach fast 70 Jahren des Fehlens seine Glückwünsche für „diese schöne Kirche ergänzen“, sagte Bischof Guib bei der Übergabe des Teppichs an Krauss. In seiner Festpredigt erinnerte Guib an die Leistung der Bistritzer Sachsen, die zwischen 1559 und 1563 ihre baufällige Kirche teilweise abgerissen und im Renaissance-Stil wieder aufgebaut hatten. Er würdigte das vielfältige Engagement beim Wiederaufbau, insbesondere jenes der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Creţu, die mehr als zwei Millionen Euro für die Sanierung bereit gestellt hat und seit letztem Winter den Besucherdienst für Kirche und Turm organisiert und finanziert. Guib mahnte im gleichen Atemzug, die Kirche lebendig zu halten – angesichts von nur noch 300 evangelischen Gemeindegliedern ein berechtigter Einwurf. „Ich bin zuversichtlich, dass die Kirche zu einem ökumenischen Symbol, zur Stadtkirche für alle Christen von Bistritz und Nordsiebenbürgen wird.“

Gelebte Ökumene

Dass gerade im Norden Siebenbürgens die Ökumene gelebt wird, bewiesen am Folgetag die Vertreter sechs historischer Konfessionen Siebenbürgens, darunter Bischof Reinhart Guib und der Klausenburger Metropolit Andrei Andreicuţ sowie Repräsentanten der Griechisch-Katholischen Kirche, der Ungarisch-Reformierten Kirche, der Ungarisch-Lutherischen Kirche und der Römisch-Katholischen Kirche. Diese unterzeichneten anlässlich eines ökumenischen Gottesdienstes in der Kirche eine „Bistritzer Erklärung zur ökumenischen und brüderlichen Zusammenarbeit“ ihrer Kirchen.

(Quelle: Siebenbürgische Zeitung, 31. August 2013

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(Quelle: Siebenbürgische Zeitung, München 2013)

Ein weiterer Bericht ist hier >>
(Quelle: newsletter “Razboi intru Cuvant, Rumänien 2013)

Bistritzer feierten 450. Kirchweih-Jubiläum der evangelischen Stadtpfarrkirche

© Siebenbürgische Zeitung, München_31.08.2013

Blick in die mit rund 1000 Besuchern gefüllte Stadtpfarrkirche in Bistritz. Foto: Holger Wermke

Fünf Jahre nach dem verheerenden Feuer macht die Restaurierung der Bistritzer Stadtpfarrkirche große Fortschritte. „Die unmittelbaren Folgen an Turm und Kirchenschiff, an Dach und Gewölbe, sind heute, nahezu fünfeinhalb Jahre nach dem Brand beseitigt“, konstatiert Stadtpfarrer Johann Dieter Krauss. Diese Leistung sei das “Werk aller Bistritzer”, sagte Krauss, der am 24. August die Bistritzer Bevölkerung zum Festgottesdienst anlässlich des 450. Jubiläums der Kirchweihe einlud.

Mehr als tausend Menschen folgten dieser Einladung, darunter alle wichtigen Persönlichkeiten der Bistritzer Politik und lokaler Institutionen, allen voran Bürgermeister Ovidiu Creţu. Großen Anteil an diesem Ereignis nahmen die im Ausland lebenden Bistritzer, von denen mehr als 600 in die Heimat gereist waren, allen voran der Vorsitzende der HOG Bistritz-Nösen, Dr. Hans Georg Franchy, und sein Stellvertreter Horst Göbbel. Ihre Verbundenheit mit dem in Bistritz Erreichten zeigten Rainer Lehni, Stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, und Manfred Schuller seitens des Bundesverbandes der Siebenbürger Sachsen in Österreich. Unter den Gästen waren daneben der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Bistritz, Eckehardt Zaig, der Vorsitzende des Siebenbürgenforums, Martin Bottesch, Hans Schebesch vom Deutschen Generalkonsulat in Hermannstadt und der Bürgermeister der Bistritzer Partnerstadt Herzogenrath, Christoph von den Driesch. Nicht vergessen werden sollen an dieser Stelle die mehr als ein Dutzend Würdenträger aus den Reihen der evangelischen Kirche in Rumänien und Deutschland, darunter die ehemaligen Bistritzer Pfarrer Peter Obermaier, Hans Hamrich und Günther Klöss-Schuster.

"Vorspann" zum folgenden Bericht über die Kirchen-Wiedereinweihung der Stadtpfarrkirche in Bistritz

© Siebenbürgische Zeitung, München 2008

Ein furchtbarer Brand zerstörte 2008 die Bistritzer Kirche

„Ein furchtbarer Brand hat gestern Abend den Turm und einen Teil des Daches des Schiffes unserer Bistritzer Stadtpfarrkirche verzehrt. Ausgebrochen ist der Brand am 11. Juni um 19.40 Uhr an der Basis des Gerüstes, das den Turm umgab und hat innerhalb kürzester Zeit das gesamte Gerüst und das Turminnere erfasst“, teilt der Bistritzer Stadtpfarrer Johann-Dieter Krauss mit.
„Der Turm ist völlig ausgebrannt, einschließlich das neu gedeckte Kupferdach, ebenso ein Teil des Daches des Kirchenschiffes. Nach etwa drei Stunden gelang es der Feuerwehr, den Brand zu löschen. Eine gespenstische ausgebrannte Ruine ... ein Bild des Grauens...
Gottes Gnade ist es, dass kein Menschenleben zu Schaden gekommen ist“, heißt es im Schreiben des Bistritzer Stadtpfarrers.

Quelle: Siebenbürgische Zeitung, München: http://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/rumaenien/7843-brand-der-stadtpfarrkirche-in-bistritz.html