Serbien-Südost-Europa

Republik Serbien

77.474 km2                                                                                                                                       7.129.000 Einwohner

Die Hauptstadt von Serbien ist Beograd (Belgrad) mit 1.166.763 Einwohnern.  85 % der Bevölkerung gehören zur Serbisch-Orthodoxen Kirche. Religiöse Minderheiten sind 5 % Katholiken, 3 % Muslime, 1 % Protestanten und Juden. Serbien ist seit dem 5. Juni 2006 Nachfolgestaat von Serbien und Montenegro. Laut Verfassung der Republik Serbien hat die Region Vojvodina den Status einer autonomen Provinz.

Am 5. Mai 2006 wurde in Serbien das neue Religionsgesetz rechtskräftig, das u. a. sieben historische Religionsgemeinschaften staatlich anerkennt. Zu diesen zählen auch die beiden Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werks. Dem Religionsgesetz folgte im Juni 2006 ein weiteres Gesetz, das die Rückgabe des enteigneten kirchlichen Besitzes regelt.

Partnerkirchen des GAW der EKD sind die SLOWAKISCHE EVANGELISCHE KIRCHE A.B. IN SERBIEN (Slovačka evangelička a.v. crkva u Srbiji/Slovenská evanjelická a. v. cirkev v Srbsku) mit 49.000 Gemeindegliedern in 27 Gemeinden mit 14 Filialen und 17 Pfarrern und fünf Pfarrerinnen.

Die Slowakische Evangelische Kirche A.B. ist die größte lutherische Kirche im ehemaligen Jugoslawien. Sie entstand 1921 als Gründung slowakischer Christen, die zuvor zur Evangelischen Kirche Ungarns gehörten und deren Siedlungsgebiet nach dem Ersten Weltkrieg dem neu gegründeten jugoslawischen Staat zugesprochen wurde. 1967 schlossen sich ihr auch ungarisch-sprachige Lutheraner aus der Evangelischen Kirche in Serbien an. Die Ausbildung der Pastoren der Slowakischen Evangelischen Kirche A.B. findet an der Lutherischen Theologischen Fakultät in Bratislava statt.

Die Gemeinden zeigen eine traditionelle Lebendigkeit. Sie leiden derzeit aber noch unter den wirtschaftlichen Problemen des Landes. Viele jüngere Gemeindeglieder sehen sich zur Abwanderung gezwungen.

 

REFORMIERTE CHRISTLICHE KIRCHE IN SERBIEN (Reformatska Hriscanskva Crkva u Srbiji/Szerbiai Református Keresztyén Egyház) mit 15.000 Gemeindegliedern in 15 Gemeinden mit 43 Filialen und vier Pfarrerinnen und neun Pfarrern.

Im 16. Jahrhundert führte Mihály Sztáray, einer der ersten ungarischen Reformatoren, die Reformation in Baranja ein. Als nach dem Ersten Weltkrieg Teile des südlichen österreichisch-ungarischen Kaiserreichs im Jahr 1920 an das jugoslawische Königreich gingen, bildete sich eine eigenständige Reformierte Kirche in Jugoslawien. Sie wurde 1933 staatlich anerkannt.  

In ihr waren auch einige deutschsprachige Gemeinden integriert. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die deutschsprachige Bevölkerung Jugoslawien verlassen. Auch die ungarischsprachigen Reformierten waren unter dem kommunistischen Regime vielen Repressionen ausgesetzt. Zahlreiche Gemeindeglieder wanderten aus, vor allem nach Ungarn.  Ungarisch ist die Muttersprache der meisten Gemeindeglieder. Es gibt jedoch auch eine kroatisch- und zwei tschechischsprachige Gemeinden.

Die Bürgerkriege im auseinanderfallenden Staatenbund Jugoslawien brachten auch für die Kirche eine neue Situation. Die massive Einwanderung von serbischen Flüchtlingen in die Vojvodina veränderte die Situation der ungarischsprachigen Bevölkerung, die zunehmend zu einer kleinen Minderheit wurde. Diese Entwicklung verstärkte nochmals den Trend zur Abwanderung von Gemeindegliedern.

Brot brauchen - Neues aus der Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde Belgrad - Juli 2016

Was heißt „nasušni“? hab ich gefragt, und die Sprachlehrerin antwortet: „desperately needed“ – verzweifelt nötig. Es geht um die vierte Vaterunserbitte. Mir fährt ins Herz, wie die Sprache der Serben die vertraute aber auch formelhafte Wendung vom „täglichen Brot“ mit Erfahrung füllt: eine Generationengeschichte der Entbehrung. Noch 1999, unter den Nato-Bomben und dem Embargo, haben viele Leute hier gehungert. ...