Spanien-Südwest-Europa

Mitglied der Europäischen Union (EU)

504.645km²       46.405.000 Einwohner                              (mit den Balearen und den Kanarischen Inseln)

Die Hauptstadt ist Madrid mit 3.207.247 Einwohnern. 90 % der Bevölkerung gehören zur Römisch-Katholischen Kirche. Religiöse Minderheiten sind Muslime, Protestanten, Juden und andere.

Die Minderheitskirchen werden in Spanien nicht gleichwertig mit der katholischen Kirche behandelt, sondern durch besondere Abkommen bedacht. 2004 wurde vom Ministerrat des spanischen Staates die staatliche öffentliche Stiftung „Stiftung Vielfalt und Miteinander“ („Fundación Pluralismo y Convivencia – FPyC“) gegründet. Ihre Satzung beschreibt als Hauptzweck die „Förderung der Religionsfreiheit in Spanien“. Unterstützt werden diejenigen Minderheitsreligionen, die im Jahr 1992 die Kooperationsverträge mit dem Staat unterzeichnet haben: die Föderation der Evangelischen Kirchen und Einrichtungen (FEREDE), die Föderation israelitischer Gemeinden (FCJE) und die Spanische Islamische Kommission (CIE).

SPANISCHE EVANGELISCHE KIRCHE (Iglesia Evangélica Española – IEE) mit 2.500 Gemeindegliedern in 35 Gemeinden in den Regionen Norte, Cataluña, Madrid-Extremadura, Mallorca, Menorca, Levante und Andalusia-Extremadura mit 4 Pfarrerinnen und 16 Pfarrern.

Als Spanien in den Jahren 1868–1874 vorübergehend Republik geworden war, schlossen sich die kurz vorher entstandenen kleinen evangelischen Gemeinden 1869 zusammen. Das geschah in der Zeit der „Zweiten Reformation“ des 19. Jahrhunderts. Im Unterschied zu anderen heutigen evangelischen Glaubensgemeinschaften versteht sich die IEE bewusst als Erbe der ersten reformatorischen Bewegung des 16. Jahrhunderts in Spanien.

Während des Bürgerkriegs (1936–1939) und der anschließenden Diktatur des Franco-Regimes hatten die Protestanten in Spanien eine schwere Zeit zu überstehen. In Sevilla und Granada wurden die evangelischen Pfarrer erschossen. Die Erklärung des Katholizismus zum einzigen religiösen Bekenntnis der spanischen Nation hatte die Schließung aller evangelischen Kirchen und Kapellen zur Folge. Einzige Ausnahme war Madrid. Erst nach dem Tod Francos im Jahr 1975 ließ die schwere Bedrängung der Protestanten allmählich nach. Seit der Verfassung von 1978 gilt das Prinzip der Religionsfreiheit auch für nicht römisch-katholische Gemeinschaften. Die IEE ist Mitgliedskirche im Ökumenischen Rat der Kirchen, in der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, im Weltrat der Methodisten und in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

 

 

Projekt des Monats Juli 2016

Endlich Ferien!

Das Freizeitzentrum „Aiguaviva“ in Lérida (Spanien) benötigt eine Sanierung

Generationen von Evangelischen aus Katalonien haben in diesem kirchlichen Freizeitzentrum wunderbare Tage verbracht. Heute sind unter den Gästen auch Flüchtlings- und Migrantenkinder, die die Diakoniezentren der Spanischen Evangelischen Kirche besuchen und sonst keine Chance hätten, aus der Stadt herauszukommen.

Das Freizeitzentrum „Aiguaviva“ liegt wunderschön abgeschieden in den Vorpyrenäen, 136 Kilometer von Barcelona entfernt. Der katalonischsprachige Name bedeutet auf Deutsch „lebendiges Wasser“. Insgesamt bietet das Freizeitzentrum Platz für 60 Personen. Es gibt zwei große Schlafsäle und fünf Ferienwohnungen.

Vor 45 Jahren wurde das Gelände erworben. Damals, in der Zeit der Franco-Diktatur, durfte die evangelische Kirche nicht als Eigentümerin auftreten. Sie hatte keine Rechte gegenüber dem Staat. So musste ein Pfarrer als Eigentümer eingetragen werden. Für die evangelische Kirche in der Region Katalonien spielt „Aiguaviva“ eine identitätsstiftende Rolle. Alle Familien in evangelischen Kirchengemeinden haben hier Freizeiten erlebt, Urlaube gemacht und zugleich an der Erhaltung des Zentrums mitgearbeitet. Das ist bis heute so. Mindestens zwei Mal im Jahr gibt es Arbeitseinsätze von Gemeindegliedern. An den Freizeiten nehmen zunehmend Kinder teil, deren Muttersprache weder Spanisch noch Katalanisch ist. Unter den Kindern und Jugendlichen, die das kirchliche Jugendzentrum „Moisés“ in Santa Coloma besuchen, sind viele Geflüchtete und Migranten. In „Aiguaviva“ können sie den beengten Wohnungen entfliehen, unbekümmert spielen und die Natur erkunden.

Mehrere Räume des Freizeitzentrums müssen dringend erneuert und die Wege um das Gebäude herum ausgebessert werden. Das GAW möchte mit 15 000 Euro helfen.

Helfen Sie mit, „Aiguaviva“ zu sanieren!

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