Was dient dem Frieden in Syrien?

Im Rahmen des Bezirkskirchentags in Nürtingen, fand am vergangen Mittwoch ein Vortrag des Gustaf-Adolf-Werks, über die Situation der Christen im Libanon und Syrien in der Christuskirche in Zizishausen statt. Ulrich Hirsch ehemaliger Geschäftsführer und Mitglied der Landessynode berichtete von Impressionen seiner Libanon Reise im Jahr 2016. Außerdem stellte er die Arbeit des GAW weltweit vor. Der Arbeitskreis des GAW Nürtingen versorgte die Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten.
Pfarrer Karlheinz Graf begrüßte die Zuhörer ganz nach dem Motto des diesjährigen Bezirkskirchentags - der Zumutung: „Es ist Mutig, dass sie heute hier sind und sich diese Zumutung anhören". Die Situation der Christen im Nahen Osten ist nicht einfach. Viele Kirchen wurden durch den anhaltenden Krieg teilweise zerstört. Menschen haben ihr Zuhause verloren und sind auf Hilfe angewiesen. Genau dafür setzt sich das Gustav-Adolf-Werk ein. Es unterstützt sozial-diakonische Einrichtungen und Gemeinden weltweit mit Spenden und Freiwilligenhelfer vor Ort. Ulrich Hirsch war vor zwei Jahren im Libanon und hat sich dort ein Bild von der Lage gemacht. Eindrucksvoll berichtete er mit Bildern von zerstörten Kirchen und Pfarrern die alles für ihre Gemeinde geben. Einer der Libanesischen Pfarrer fährt jeden Tag in das angrenzende Syrien um dort den Menschen zu helfen und Hoffnung zu geben. National Evangelical Synod of Syria and Lebanon, heißt die grenzübergreifende Kirchengemeinde. Es besteht ein Verbund zwischen den beiden Nachbarländern. Im Libanon leben Christen und Muslime seit einigen Jahren friedlich zusammen. Während in Syrien viele Christen fliehen müssen. Von ehemals über 400.000 Christen in Aleppo sind nur noch 6.000 geblieben, viele andere sind bereits während des anhaltenden Krieges geflüchtet. Doch die die geblieben sind geben nicht auf, so predigte ein Pfarrer in Homs auch noch in den Trümmern seiner Kirche, so Hirsch. Mit Hilfe von Spendengeldern des GAWs wurde diese Kirche inzwischen wieder aufgebaut. Wertvolle Arbeit leistet das GAW auch in der Bildungs- und Ausbildungsarbeit. Bildung ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Kinder im Libanon aber auch derer in Syrien. Hirsch zeigte Bilder der christlichen Johann Ludwig Schneller Schule in der Bekaa-Ebene im Libanon. Dort werden sowohl Kinder mit christlichem als auch muslimischen Glaubens gemeinsam unterrichtet. „Die Schüler haben jeden Tag gemeinsam eine Morgenandacht in der Kirche", so Hirsch. Neben einer Schulischen Ausbildung erhalten die Kinder dort auch eine handwerkliche Grundausbildung in der Schulwerkstatt. Besonders eindrucksvoll waren die Bilder der Eingangstüre der Schulkirche. Darauf zusehen, dass Wort Frieden in vier verschiedenen Sprachen und Friedenstauben als Türöffner „Schöner kann sich Frieden nicht darstellen", betonte Hirsch damit.
Diese „Zumutung" des gemeinsamen Zusammenlebens von Christen und Muslimen, ist ein guter Anfang um den Frieden im Nahen Osten weiter auszubauen. Der Zusammenhalt wird durch den Friedensdienst des Gustav-Adolf-Werks gestärkt, neue Perspektiven für die Kinder geschaffen und damit die Arbeit am Frieden unterstützt.
Genau dieser Frieden soll weitere Verbreitung finden und Die Hilfe des Gustav-Adolf-Werkes kommt bei den Christen im Libanon und dem angrenzenden Syrien an. Einzelne Menschen arbeiten dort für den Frieden.
Diesen Frieden aufrechtzuerhalten hat sich das Gustav-Adolf-Werk zur Aufgabe gemacht und unterstützt seit einigen Jahren Schulen und Gemeinden im Libanon und Syrien.

... wir haben uns aufgemacht, und bauen wieder auf..."

"Der Gott des Himmels wird es uns gelingen lassen; denn wir, seine Knechte, haben uns aufgemacht und bauen wieder auf," so steht es in Nehemia 2,20 - unter diesem Leitwort stand die 3. Partnerschaftskonsultation der "National Evangelical Synod of Syria and Lebanon" (NESSL) vom 18.-20. April 2018 in der Nähe Beiruts. Ohne diese Hoffnung, dass das Leben Sinn macht, und dass Gott es gelingen lassen möge - wie sollten die Christen im Nahen Osten - insbesondere derzeit in Syrien überleben? Diese Hoffnung trägt sie, denn sie sagen zu Recht: Hier sind wir zu Hause! Von Syrien breitete sich der christliche Glaube aus. Vor Damaskus begann es - mit Paulus. Und gerade dieser Paulus war es, der uns alle einlädt "Gutes zu tun an jedermann, allermeist an des Glaubengenossen"! Deshalb geht es der Kirche darum, zu versöhnen und wieder aufzubauen. Pastor Joseph Kassab, Generalsekretär der NESSL, betont dann auch: "Die Christen werden eine wichtige Rolle dabei spielen, all das, was an Schlimmen und Gewaltvollem geschehen ist, zu bewältigen und alle Syrer/innen wieder zusammenzubringen, um die reiche Vielfalt Syriens zu bewahren und den sozialen Zusammenhalt wiederherzustellen. Das ist eine große Aufgabe und Herausforderung. Das sei nur gemeinsam zu schaffen zwischen allen Menschen guten Willens. Kassab betont, dass ohne die verschiedenen Partner der NESSL es unmöglich wäre die evangelische Präsenz in Syrien zu erhalten. Denn: Auch wenn es inzwischen immer mehr sog. "sicherer Zonen" gibt und man beispielsweise in Aleppo sich gut und sicher bewegen kann, so ist die ökonomische Situation alles andere als gesichert und gut. Die Menschen brauchen Unterstützung, um beispielsweise Lebensmittel zu kaufen. Gerade hier hat die Kirche zu helfen, um den Menschen Hoffnung und Perspektive zu geben -und zwar ganz konkret. Gerade die Botschaft der Hoffnung ist so dringend nötig, damit die Sprache der Angst, die so weit verbreitet ist, begrenzt wird. Sorgenvoll berichten alle Pfarrer aus Syrien, dass die Raketenangriffe des vergangenen Wochenendes die Menschen verunsichert. Sie habe Sorge, dass die Gewalt wieder eskalieren könnte.

Nachricht aus Aleppo zum Sonntag Reminiszere

Vor kurzem hat Pfarrer Haroutune Selimian von der armenisch-evangelischen Bethelgemeinde an einer Tagung des GAW Württemberg teilgenommen und eindrücklich von seiner Situation in Aleppo und seinen Gemeinden in Syrien berichtet. Per Facebooksprachnachricht hat er mir berichtet, wie die Situation und das Leben wieder komplizierter werden:
"Ich bin inzwischen zurück in Aleppo. Ich habe am Sonntag Gottesdienst gehalten.
Es war schwer. Am 2. Februar sind zwei Raketen direkt in der Umgebung der Bethelkirche eingeschlagen. Ich wurde darüber informiert als ich in Stuttgart war. Auch während unseres Gottesdienstes am Sonntag war Raketenlärm aus der Ferne zu hören. Mehr als 1.300 kurdische Flüchtlinge aus Afrin sind hier in der Nähe untergebracht, die wir mit versorgen. Das ist auch ein Grund, warum auf einmal wieder auf uns geschossen wird.
Trotz allem beten wir in jedem Gottesdienst, an jedem Tag um Frieden in unserem Land. Wir haben Sorgen, dass der Krieg wieder stärker wird. Wir spüren direkt in unserem Leben die negativen Auswirkungen, die das Eingreifen der türkischen Armee im Norden hat.
>>> weiterlesen

GAW aktuell:

(v. links/Foto U. Hirsch): Generalsekretär Joseph Kassab, GAW-Präsidentin Gabriele Wulz, Pfarrer Mofid Karajili/Homs, Kirchenrat Klaus Rieth, Theologin Najla Kassab/Antelis-Libanon, Synodal-Präsidentin Inge Schneider

Besuch aus Syrien - Delegation aus Syrien besucht die württembergische Landeskirche

Am Mittwoch, 24.08.2016, besuchte eine dreiköpfige Delegation aus Syrien die württembergische Landeskirche.
Auf Einladung des Gustav-Adolf-Werks (GAW) informierten Mofid Samir Karajili, Pfarrer in Homs/Syrien, sowie das Theologen-Ehepaar Najla und Joseph Kassab über die Situation im Bürgerkriegsland Syrien und die Lage der Kirchen und Gemeinden. Rev. Joseph Kassab ist Generalsekretär der National Evangelical Synod of Syria and Lebanon mit Sitz in Beirut. Er und seine Frau Najla stammen aus Aleppo.
Den Besuch im Oberkirchenrat in Stuttgart empfingen die Präsidentin des GAW Deutschland und Vorsitzende des GAW Württemberg, Prälatin Gabriele Wulz sowie die Präsidentin der Württembergischen Landessynode, Inge Schneider. Ausserdem nahmen an dem Gespräch teil: Dr. Owe Boersma vom Evangelischen Misssionswerk in Deutschland/ Hamburg, der Generalsekretär des GAW Deutschland, Pfarrer Enno Haaks/ Leipzig, Kirchenrat Klaus Rieth und GAW-Württemberg-Geschäftsführer Ulrich Hirsch. Die Delegation informierte über die prekäre Situation der (Rest-) Gemeinden in Syrien, deren Leben, Glauben und Hoffen. Mehrfach wurde der Dank der Gäste für die Hilfe aus Württemberg und vom Gustav-Adolf-Werk angesprochen.
Über das GAW hat die Württembergische Landeskirche in Homs für Projekte bisher über 36.000 Euro zur Verfügung gestellt. Weitere 200.000 Euro wurden für ähnliche Projekte in anderen Städten Syriens eingesetzt. Auch viele Spenden aus dem Bereich des GAW werden für die Stärkung der verbliebenen Gemeindeglieder und deren Überleben, sowie deren Gemeindearbeit verwendet. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Bildungs- und Ausbildungsarbeit in den Evangelischen Schulen in Syrien und im Libanon. Für diesen Bereich ist die Theologin Najla Kassab verantwortlich.
Weitere Unterstützungsprojekte wurden bei dem Besuch angesprochen und brauchen die Unterstützung und Solidarität des GAW.