Tschechien-Mittel-Europa

Tschechische Republik

Mitglied der Europäischen Union (EU)

78.866 km²                                                                                                                                   10.511.000 Einwohner

Die Hauptstadt ist Praha (Prag) mit 1.259.079 Einwohnern. 90,3 % der Bevölkerung sind Tschechen, 3,7 % Mähren, 1,9 % Slowaken. Ein geringer Prozentsatz sind Polen, Deutsche, Ukrainer, Roma und andere. 10,9 % gehören zur Römisch-Katholischen Kirche. Religiöse Minderheiten sind Protestanten, Orthodoxe und Juden, ca. 70 % sind konfessionslos.

Partnerkirchen des GAW der EKD sind die EVANGELISCHE KIRCHE DER BÖHMISCHEN BRÜDER (EKBB)  (Českobratrská církev evangelická) mit 78.299 Gemeindegliedern in 252 Gemeinden mit 89 Pfarrerinnen und 189 Pfarrern.

Die EKBB entstand 1918 durch die Vereinigung der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses und der Kirche Helvetischen Bekenntnisses. Die beiden Glaubensgemeinschaften waren erst nach der heftigsten Phase der Gegenreformation (1620–1781) im Land zugelassen worden. Die Wurzeln der EKBB liegen jedoch in der böhmischen Reformation: in der Utraquisten-Kirche (1431–1620) und der Brüderunität (1457–1620).

Die Gemeinden der EKBB gliedern sich in 14 Seniorate. Die Kirchenleitung besteht aus dem sechsköpfigen Synodalrat, der auf sechs Jahre gewählt und durch Synodalsenior und Synodalkuratorin vertreten wird. Die EKBB ist Mitglied in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, im Ökumenischen Rat der Kirchen, im Lutherischen Weltbund und in der Konferenz der Europäischen Kirchen.

Partnerorganisation des GAW der EKD in der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder ist der HIERONYMUS-VEREIN (Jeronymova jednota) SCHLESISCHE EVANGELISCHE KIRCHE A.B. (Slezská církev evangelická a. v.) mit 35.000 Gemeindegliedern in 21 Gemeinden mit drei Pfarrerinnen und 33 Pfarrern.

Die Schlesische Evangelische Kirche A.B. befindet sich mit ihren Gemeinden im nordöstlichen Teil Tschechiens, direkt an der polnischen und slowakischen Grenze. Regelmäßige protestantische Gottesdienste gab es in Schlesien schon seit 1526. Nach der Gegenreformation und dem Dreißigjährigen Krieg existierte die Kirche fast zwei Jahrhunderte lang als verbotene religiöse Minderheit. Erst im Jahr 1948 wurde sie offiziell als eigenständig anerkannt und den anderen Kirchen der damaligen Tschechoslowakei gleichgestellt. Die Schlesische Evangelische Kirche A.B. ist heute in fünf Seniorate gegliedert und wird vom neunköpfigen Kirchenrat (vier Pfarrer, fünf Laien) geleitet.

Im Rahmen der Kirche wirken Organisationen, die durch ihren spezifischen Beitrag an der Realisierung der Missionssendung teilnehmen. Zu ihnen gehören die Schlesische Diakonie, die Christliche Gemeinschaft, die Evangelische Gesellschaft (Towarzystwo Ewangelickie – Evangelická společnost), der Martin-Luther-Bund und das Evangelisationszentrum M.I.S.E. Die Schlesische Evangelische Kirche A.B. ist Errichter der kirchlichen Grundschule und des Kindergartens in Třinec sowie der im Rahmen der schlesischen Diakonie wirkenden Schulen. Die Kirche ist Mitglied der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, des Ökumenischen Rates der Kirchen und des Lutherischen Weltbundes.

Partnerorganisation des GAW der EKD in der Schlesischen Evangelischen Kirche A.B. ist die GUSTAV-ADOLF-BRUDERHILFE (Gustav-Adolf-Bratnia Pomoc)

Die Evangelisch-Theologische Fakultät der Karls-Universität steht in der Nachfolge der Hus-Fakultät (1920–1950, unterbrochen 1939–1945) und der Comenius-Fakultät (1950–1990). 1990 wurde sie in die Karls-Universität integriert.  Mit ihrer Leitung sind der Dekan und vier Prodekane betraut, die auf drei Jahre gewählt werden. Die Fakultät umfasst acht Lehrstühle und zwei Institute. An der ETF UK erhalten die Pfarrerinnen und Pfarrer der EKBB ihre theologische Ausbildung. Neben der Evangelisch-Theologischen Fakultät gibt es an der Karls-Universität die HUSSITISCHE FAKULTÄT.