Tschechien

Umbau des Pfarrhauses zu einem Suchtzentrum in Trinec

Die lutherische Gemeinde in Trinec ist stark durch neupietistische Frömmigkeit geprägt. Die Gemeinde kaufte das ehemalige Kino Hutník und baute es 2010 zu einem Gemeindezentrum um, in dem es jetzt vielfältige Veranstaltungen für alle Altersgruppen gibt.

2008 entstand das Projekt "Die Chance- die helfende Hand", das sich um Menschen mit verschiedenen  Abhängigkeiten (Drogen, Spielautomaten, Bulimie etc.) kümmert. Zurzeit werden die Dienste wie Beratung, Suppenküche etc. im Gemeindezentrum "Hutník" angeboten. Die Räume reichen dafür jedoch nicht aus, zudem ist das Nebeneinander der Kinder- und Jugendarbeit und der Klienten gelegentlich problematisch.

Die Gemeinde möchte deshalb das ehemalige Pfarrhaus, das aktuell als Frauenhaus dient, für das Projekt "Die Chance" umbauen. Das 1904 errichtete Gebäude muss wegen statischer Probleme von Grund auf saniert werden. Für das Frauenhaus wird die Stadt ein anderes Gebäude zur Verfügung stellen.

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So sieht es nun renoviert aus!

Tschechien: Abgeordnetenhaus und Senat uneinig in Besteuerung von Entschädigungszahlungen an Kirchen

Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) beobachtet mit Sorgen, wie hartnäckig die Kommunistische Partei ihr Vorhaben durchsetzt, die Entschädigungszahlungen an Kirchen nachträglich zu besteuern. Das von ihnen eingebrachte Gesetz wurde im Januar 2019 vom Abgeordnetenhaus verabschiedet. Am 28. Februar lehnte der Senat die Gesetzesnovelle zwar ab, aber das letzte Wort hat wieder das Abgeordnetenhaus. Dort kann das Veto des Senats mit einfacher Mehrheit überstimmt werden.
In einer Stellungnahme betonte die EKBB: „Wir sind beunruhigt über die symbolische Bedeutung dieser Verhandlungen. Dreißig Jahre nach dem Fall des kommunistischen Regimes, das den Kirchen unrechtmäßig die Mittel genommen hatte, bringen uns heute die Vertreter des Staates in eine ähnliche Situation, und dies wieder auf Antrag der Kommunisten.“
Dass sich die Kommunisten mit ihrem Gesetzesentwurf schon so weit durchsetzen konnten, hat verschiedene Gründe. Auf der einen Seite sind die starken antikirchlichen Stimmungen in der Gesellschaft, auf der anderen Seite ist die aktuelle Minderheitsregierung auf die Unterstützung der Kommunisten angewiesen.
Die EKBB plant momentan keine konkreten Schritte für den Fall, dass das Gesetz durchkommt. Im Zweifelsfall würde sie koordiniert mit den anderen Kirchen dagegen vorgehen. Die Kirchenleitung geht davon aus, dass gegebenenfalls auch eine Gruppe von Abgeordneten oder Senatoren die Überprüfung des Gesetzes beim Verfassungsgericht der Tschechischen Republik vorschlagen würde. In ihrer Stellungnahme sieht die EKBB schwerwiegende Folgen für das Land, wenn sich führende Vertreter des Staates nicht für die Einhaltung von Verträgen und Verpflichtungen, die sie selber beschlossen haben, einsetzen: „Den gesamtgesellschaftlichen Preis, den wir für ein solches populistisches und kurzsichtiges Handeln bezahlen, ist nämlich in letzter Konsequenz mit Geld überhaupt nicht zu beziffern.“

Weitere Hintergründe bezüglich der geplanten Besteuerung von Entschädigungszahlungen:
https://www.gustav-adolf-werk.de/nachrichten/tschechien-kirchen-protestieren-gegen-geplante-restitutionssteuer.html