Ungarn-Mittel-Europa

Republik Ungarn

Mitglied der Europäischen Union (EU)

93.030 km²                                                                                                                                       9.862.000 Einwohner

Die Hauptstadt ist Budapest mit 1.735.711 Einwohnern. Nach der im Jahr 2011 durchgeführten Volkszählung bekennen sich 55 % der Bevölkerung zur Römisch-Katholischen Kirche, 3 % zur Griechisch-Katholischen Kirche, 19 % sind Protestanten. Religiöse Minderheiten sind Juden und Muslime.

Partnerkirchen des GAW der EKD sind die REFORMIERTE KIRCHE IN UNGARN (Magyarországi Református Egyház) mit 1,15 Millionen Gemeindegliedern in vier Kirchendistrikten mit 27 Senioraten und 1.249 Kirchengemeinden mit 1.547 Pfarrerinnen und Pfarrern.

Die Reformierte Kirche in Ungarn ist in vier Kirchendistrikte aufgeteilt, die jeweils von einem Bischof geleitet werden:

·         Kirchendistrikt an der Donau (Dunamelléki Református Egyházkerület), Bischof Dr. István Szabó

·         Kirchendistrikt jenseits der Donau (Dunántúli Református Egyházkerület), Bischof József Steinbach

·         Kirchendistrikt diesseits der Theiß (Tiszáninneni Református Egyházkerület), Bischof József Csomós

·         Kirchendistrikt jenseits der Theiß (Tiszántúli Református Egyházkerület), Bischof Dr. Károly Fekete

 

Die Reformierte Kirche in Ungarn besteht seit der Reformationszeit. Von der Gegenreformation wurde sie in Ost- und Westungarn sehr unterschiedlich getroffen. In Westungarn führte der Druck der habsburgischen Monarchie und der Katholischen Kirche mit dem Höhepunkt des „Blutigen Tribunals“ in Bratislava 1673 zur Auflösung vieler reformierter Gemeinden. Die Pastoren wurden entweder zum Widerruf gezwungen oder zur Flucht. Viele Pastoren wurden als Galeerensklaven verschleppt.

Der Osten Ungarns stand unter dem Schutzpatronat der transsilvanischen Fürsten. Auch in der Zeit der türkischen Besetzung konnten die reformierten Gemeinden weitgehend unabhängig ihren Glauben leben. Erst nach der Türkenherrschaft versuchten die Habsburger auch im Osten die Gegenreformation durchzusetzen, hatten jedoch damit wenig Erfolg. Nach dem Toleranzedikt Josephs II. (1781) konnten sich die reformierten Gemeinden wieder freier entfalten. Schließlich festigte das nach dem ungarischen Befreiungskrieg geschlossene Abkommen von 1867 die Stellung der Kirche im Staat.

Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Ungarn mit dem Vertrag von Trianon zwei Drittel seines früheren Territoriums. Ungarischsprachige reformierte Gemeinden befinden sich heute in zahlreichen Staaten. 1995 wurde eine Weltsynode der ungarischsprachigen Kirchen gegründet. 2009 schlossen sich die meisten dieser Kirchen zur Ungarischen Reformierten Kirche zusammen. Nach der politischen Wende erhielt die Kirche die vom kommunistischen Regime enteigneten Schulen sowie andere kirchliche Gebäude weitgehend ohne Verzögerung zurück. Die meisten Gebäude befinden sich jedoch in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Deshalb braucht die Kirche weiterhin Unterstützung.

Die Reformierte Kirche in Ungarn ist Mitglied in der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, im Ökumenischen Rat der Kirchen, in der Konferenz Europäischer Kirchen und in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.