Venezuela

Unterstützung des Gesundheitszentrums der Acción Ecumenica in Caracas

Venezuela ist ein Staat am Abgrund. Die Situation verschlechtert sich wöchentlich und niemand weiß wie man Problemen wie : Hyperinflation, grassierende Gewalt, bewusste Zerstörung staatlicher Kontrollinstanzen, Massenflucht aus dem Land, Mangelernährung, schlechte Wasserversorgung, marode Infrastruktur, Knappheit an Diesel und Benzin in einem der erdölreichsten Länder der Welt, fehlende Medikamente und zusammengebrochene Gesundheitsversorgung und erneut auftretende tropische Erkrankungen begegnen kann.

"Acción Ecumenica" (AE) arbeitet im Armenviertel La Pastora in Caracas und wurde 1977 auf Initiative von Christen verschiedener Konfessionen gegründet. In der derzeitigen katastrophalen Lage widmet sich AE verstärkt der Gesundheitsversorgung und verschiedenen Präventionsprogrammen - u.a. im Kontext von HIV/AIDS.

So möchte sich AE in La Pastora, mit seinen 80.000 Bewohnern, gerade denen zuwenden, welche sich eine normale ärztliche Versorgung nicht leisten können. Es ist notwendig die Anzahl der zu Behandelnden zu erhöhen. Dementsprechend müssen auch die versorgenden Ärzte entsprechend entlohnt werden. Des Weiteren müssen Medikamente beschafft und auch das Angebot ausgeweitet werden.

Bitte betet in dieser kritischen Situation für uns in Venezuela!" (Gerardo Hands)

Ich bin gerade von einem Treffen im Gemeindehaus unserer lutherischen Gemeinde in Valencia (Venzuela) zurückgekommen. In Valencia war es friedlich. Viele Menschen sind demonstrierend auf die Strasse gegangen. So war es heute im ganzen Land. Der Parlamentspräsident Juan Guaidó hat sich als kommissarischer Präsident des Landes durch das Parlament wählen lassen und wagt damit den offenen Aufstand gegen die Regierung von Nicolás Maduro. Derzeit befindet sich Guaidó in der kolumbianischen Botschaft, um in Sicherheit zu sein. Heute ist das ganze Land in friedlicher Weise aufgestanden. Bitte betet für uns in Venezuela, dass die Veränderungen auf einem friedlichen Weg stattfinden. Das venezolanische Volk leidet!" teilt der lutherische Kirchenpräsident Gerardo Hands mit.
Am 10. Januar hatte sich Maduro gegen alle Proteste für eine zweite Amtszeit vereidigen lassen. Das wird von vielen Seiten als undemokratisch angesehen. Der 23. Januar ist in Venezuela ein historisch-symbolisches Datum. An diesem Tag endete vor 61 Jahren eine harte Diktatur. Kritisch ist die Frage, wie sich das Militär verhalten wird, das die Ölgeschäfte des Landes und wichtige wirtschaftliche Zweige kontrolliert.
In all diese Probleme ist die kleine lutherische Kirche hineingezogen, die mit viel Energie ein Straßenkinderheim, einen Kindergarten und eine Schule in Valencia offen hält. Ohne die Solidarität von außen ist es nicht möglich diese Arbeit weiter zu erhalten!

Das GAW unterstützt die lutherische Kirche Venezuelas, ihre wichtige diakonische Arbeit aufrechterhalten zu können. Helft mit, dass wir dem Kindergarten und dem Straßenkinderheim helfen können!

Neues heute aus Venezuela: "Die Lage in Venezuela ist sehr angespannt! Betet für uns! Helft uns bitte!" (G. Hands)

"Die Lage in Venezuela ist sehr angespannt. Es gibt sehr viele Demonstrationen. Es ist überraschend, wie schnell sich die Situation in Venezuela in den letzten Tagen zugespitzt und entwickelt hat. Es gibt viele Richter, die den Gegenpräsidenten zu Maduro unterstützen.
In der Schule haben wir nur einen halben Tag derzeit Unterricht. Wir versuchen auf friedliche Weise den neuen Präsidenten Guaidó zu unterstützen und hoffen und beten, dass es keine Gewalt geben möge. Viele Staaten unterstützen ihn inzwischen. Es wird hoffentlich einen schnellen Wechsel geben. Maduro ist isoliert. Fast 90% der Bevölkerung will einen Wechsel. Er hat überhaupt keinen Rückhalt mehr. Maduro wird nur noch unterstützt vom Militär und von 2,5 Millionen Venezolanern, die von dem System "Maduro" profitieren. Die, die von Maduro profitieren handeln mit Drogen, schmuggeln Benzin und sind in andere illegale Geschichten verwickelt - es ist wie eine Mafia. Es sind ebenso auch viele Kubaner in Venzuela aktiv im Geheimdienst und Sicherheitsorganen. Das macht die Lage unsicherer. Ebenso gibt es Anzeichen von der Präsenz der ELN-Guerilla aus Kolumbien, die im Süden des Landes aktiv sind. Sie sollen von der Hisbollah unterstützt werden. Aus all diesen Gründen scheint es schwierig, dass Maduro und seine Leute auf friedliche Weise und im Dialog die Macht abgeben. Es gab schon zahlreiche Tote und viele, die gefangen genommen wurden.
Zudem ist die Inflation dramatisch. Aber wir versuchen weiter zu machen und unsere Arbeit zu unterstützen.
Wir sind dankbar für eure Unterstützung - gerade bei den Lebensmittelbesorgungen für unser Strassenkinderheim Casa Hogar. Wir bekommen vier weitere Jungs jetzt hier. Es fehlt uns sehr an Medikamenten und Lebensmitteln, die wir nur über Miami beschaffen können mit Freunden. Es ist kaum etwas vor Ort zu bekommen - und wenn, dann sehr, sehr teuer.
Bitte betet für uns und helft uns!" das schreibt Kirchenpräsident Gerardo Hands.

Das GAW unterstützt ein Strassenkinderheim und einen Kindergarten in Venezuela. Und hilft auch den kleiner gewordenen Kirchengemeinden, ihre Arbeit fortzusetzen

Totaler Stromausfall in Venezuela

Heftig... - wie kann man ein Straßenkinderheim, einen Kindergarten, eine Schule, das Gemeindeleben führen, wenn es keinen Strom gibt...?
Kirchenpräsident Gerardo Hands schreibt: "Ich schreibe diese kurze Nachricht, weil wir in beinahe in ganzem Land seit fast 24 Stunden ohne Strom sind. An vielen Orten gibt es auch kein Gas. Ich bewege mich nur mit meinem Handy und zusätzlicher Ladebatterie. So habe ich ein paar Stunden mehr Zeit für die Arbeit und Kommunikation, die so wichtig ist in diesen Tagen. Wir werden in den nächsten Stunden praktisch ohne Kontakt zur Außenwelt sein. Bitte betet um Frieden und Kraft für uns!"
Die Situation bleibt dramatisch. Wann ändert sich etwas? Im Grunde hängt alles davon ab, wie das leitende Militär sich positionieren wird. Währenddessen leidet die große Mehrheit der Venezolaner.
Wir unterstützen weiter die Arbeit der kleinen lutherischen Kirche, die besonders in Valencia, Caracas und Barquisimeto wichtige Gemeinden haben, die sich engagieren und Notleidenden helfen. Ohne Hilfe von außen geht das nicht mehr. Wir als GAW unterstützen regelmäßig Lebensmittellieferungen.

Wir machen uns große Sorgen wie wir unsere Kinder versorgen können... - Gerardo Hands in Venzuela

„Es macht mir derzeit große Sorgen, dass es im Moment nicht möglich ist, Lebensmittel- und Hygieneartikel aus Miami direkt zum Straßenkinderheim nach Valencia zu senden. Bis Ende Juli reichen derzeit noch unsere Vorräte. Und dann müssen wir sehen, was wir tun können. Und weiter: Es gibt derzeit an kaum einer Tankstelle Benzin. Das heißt, dass das ganze Land quasi blockiert ist. Wie sollen Lebensmittel, Medikamente etc. transportiert werden..? Die Situation bleibt dramatisch – und wir haben wenig Hoffnung auf Besserung,“ schreibt Kirchenpräsident Gerardo Hands von der lutherischen Kirche Venezuelas.
Mitten in der politischen Krise hält die lutherische Gemeinde ihren Kindergarten „Casa de amistad“ (Haus der Freundschaft) offen. Und mitten in der Hoffnungslosigkeit machen die Kinder dennoch Mut, die Hoffnung nicht zu verlieren, sich für sie einzusetzen, zu helfen, solidarisch zu sein und zu beten.
Inzwischen hat die US-Regierung alle Passagierflüge von den USA nach Venezuela und umgekehrt verboten. Außerdem wird von der US-Regierung empfohlen, nicht in das Land zu reisen.
Das venezolanische Militär gilt als entscheidender Faktor im Machtgefüge. Ein Großteil steht nach wie vor hinter Maduro. Er hatte im vergangenen Jahr eine umstrittene Wahl gewonnen und war im Januar als Präsident für eine zweite Amtszeit vereidigt worden.
Seit August 2018 geht Venezuelas Regierung gegen Oppositionelle im Land vor. Bei mehreren Massenprotesten gegen den Präsidenten hat es Tote gegeben.
Die im Juli 2017 gebildete verfassungsgebende Versammlung hat dem Präsidenten noch mehr Macht verliehen. Oppositionelle kritisieren, dass er über die Institution der Versammlung die Rechte des Parlaments aushebelt und Venezuela diktatorisch regiert.
Ein durch Massenproteste herbeigeführter Machtwechsel ist bisher gescheitert. Der Parlamentspräsident Guaido hat es bisher nicht geschafft wesentliche Teile der Militärführung für sich zu gewinnen. Zudem spielen Kuba, China, Russland und der Iran eine wichtige Rolle im Kampf um die Macht im Land - und um Einfluss in der Region.
Bei all dem: Das GAW unterstützt die kleine lutherische Kirche in Venezuela. Dabei geht es derzeit um Nothilfeleistungen. Wir hoffen, dass die gerade weitergereichten Spenden dazu beitragen, Lebensmittel und Medikamente beschaffen zu können.

Krise in Venezuela - und kein Ende...

Venezuela kommt nicht zu Ruhe. Die schwere politische und wirtschaftliche Krise setzt dem Land zu. Die Menschen leiden. In dieser Woche rief die Lehrergewerkschaft zu einem landesweiten Protest auf. In der Hauptstadt sollte der Marsch bin zum Kultusministerium gehen. Nur... die Motrorradgangs, die im Auftrag der Regierung für Schrecken unter der Bevölkerung sorgen, haben mit Schüssen und Gewalt die Proteste niedergeschlagen. Und das unter den Augen der offiziellen Polizei. Das zeigt, dass es da eine enge Kooperation gibt.

"In den öffentlichen Schulen gibt es derzeit keinen Unterricht. Wir fangen in unserer lutherischen Schule am kommenden Montag wieder mit der Schule an," berichtet Gerardo Hands aus Valencia, Kirchenpräsident der lutherischen Kirche des Landes.

In dem Strassenkinderheim, das die lutherische Gemeinde in Valencia unterhält, sind inzwischen 25 Kinder untergekommen. Die Anzahl hat sich erhöht. Anfang September sind zwei Kinder im Alter von 3 und 6 Jahren dazugekommen.

Inzwischen sind die venezolanischen Migranten laut UN offiziell als Flüchtlinge anerkannt.