Venezuela-Südamerika

912.050 km²                                                                                                                                30.851.000 Einwohner

Die Hauptstadt ist Caracas mit 1.942.652 Einwohnern (über sechs Millionen im Großraum Caracas).  90 % der Bevölkerung gehören zur Römisch-Katholischen Kirche. Deutliche Minderheiten sind 8 % Protestanten, Muslime, Juden und Orthodoxe. Außerdem existieren weitere religiöse Gemeinschaften und Kirchen, unter denen vor allem die Freikirchen schnell wachsen.

Partnerkirche des GAW der EKD ist die EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHE IN VENEZUELA</h1>(Iglesia Evangélica Luterana en Venezuela – IELV) mit ca. 1.500 Gemeindegliedern in fünf Gemeinden und zwei Missionsgemeinden mit einer Pfarrerin und drei Pfarrern.

Die IELV wurde 1985 gegründet und gehört seit 1986 zum Lutherischen Weltbund. Sie baut auf die Arbeit der ersten deutschen lutherischen Gemeinde, die 1893 in Caracas gegründet wurde, und des „Lutherischen venezolanischen Rates“, der sich 1958 konstituierte und verschiedene lutherische und reformierte Einwanderer aus ganz Europa nach dem Zweiten Weltkrieg zusammengeführt hat.

In den großen Städten ist die Arbeit der Kirche präsent. In Caracas gibt es den Gemeindeverband „La Resurrección“. Die deutschsprachige Gemeinde „San Miguel“ und die spanischsprachige Gemeinde „La Reforma“ sind darin die Stärksten. Daneben gibt es drei kleine Gruppen ungarisch-, lettisch- und skandinavischsprachiger Mitglieder. Weitere Gemeinden befinden sich in Maracaibo, Valencia, Barquisimeto, Barinas und Turén. Ca. 40 % der Gemeindeglieder gehören der spanischsprachigen Bevölkerung an.

Die IELV hat schwierige Jahre hinter sich, die auch mit den politischen Spannungen des Landes zu tun haben. Die Gemeindegliederzahl ist in den vergangenen Jahren stark gesunken. Vorwiegend junge Menschen, die im Land aufgrund der ökonomischen Situation und der politischen Unsicherheit keine sichere Zukunft sehen, wandern ab. Rechtlich hat sich die IELV in einem mühsamen Prozess neu aufgestellt, jedoch konnten noch nicht alle Gemeinden sich dem anschließen.

In den Gemeinden spielt die sozial-diakonische Arbeit eine große Rolle. Beispielhaft ist hier die Gemeinde in Valencia mit einer lutherischen Schule, dem Waisenhaus „Casa Hogar“, dem Diakoniezentrum „Casa de la Amistad“ und dem dazugehörigen Kindergarten. Diese Arbeit ist jedoch durch die Wirtschaftskrise im Land akut gefährdet.