Nach einer Woche voller Begegnungen

Mitte Oktober 2019  reisten die Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenbezirks Neuenbürg, die Bezirksvorsitzende Renate Maier und der ehemalige Leiter des Evangelischen Jugendwerks Wilfried Dölker begleitet von Ulrich Hirsch (ehemaliger Geschäftsführer des Gustav-Adolf-Werkes (GAW)) fünf Tage in die Slowakei.

„Besonders bewegt haben mich die Begegnungen mit unseren Partnern in Rožnava“, sagt Pfarrer Mathias Kraft, der schon vor 10 Jahren mit dem Pfarrkonvent in der Slowakei war. Damals war die Partnerschaft mit dem Seniorat Gemer frisch gegründet. „Tief beeindruckt hat mich das Gottvertrauen unserer slowakischen Kollegen!“, so Kraft weiter. „Die Gebäude rund um die Kirche herum waren so zerfallen, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass hier Gemeinde lebendig werden kann. Und jetzt werden dort Roma-Kinder von engagierten christlichen LehrerInnen unterrichtet.“

Evangelisch sein in der Slowakei heißt in der Minderheit zu sein. Eine Pfarrerin erzählte, sie sei für fünf Ortschaften zuständig und würde zwischen Weihnachten und Neujahr 25 Gottesdienste halten. Der Senior („Dekan“) berichtete, dass er mit seinem Gehalt, das deutlich unter dem Durchschnittseinkommen der Slowaken läge, sich keinen Urlaub in der Hohen Tatra leisten könne. Dass unter diesen Bedingungen Gemeinde gestaltet werden kann, davon berichtete eine andere Pfarrerin, in deren Wohnzimmer zur Kinderstunde inzwischen zehn Kinder regelmäßig kommen.

Auch im Jugendzentrum des SEM (das slowakische evangelische Jugendwerk) in Velký Slavkov, hat sich in den letzten Jahren viel getan. Dort finden Konfirmandenwochenenden und Mitarbeiterschulungen statt, hier wird gemeinsam evangelischer Glauben gelebt.

Und Pfarrerin Ute Biedenbach stellte nach dem Besuch der fast zerfallenen ehemaligen deutschen Kirche in Tvarožna/ Durlsdorf fest: „So beklemmend es auch ist, zu sehen, wie diese Kirche zerfällt, umso mehr bewegt mich, mit welcher Hoffnung und Liebe die Evangelischen den Altar der Kirche geschmückt haben. Hier kann trotz allem Gottesdienst gefeiert werden.“

Unterstützt wird die Slowakische Evangelisch-Lutherische Kirche A.B. vom Gustav-Adolf-Werk und von vielen Partnergemeinden in Deutschland – auch vom Kirchenbezirk Neuenbürg. Über eine praktische Unterstützung in Form von Paramenten aus der Kirchengemeinde Altshausen im Kirchenbezirk Biberach, vermittelt über das GAW, freute sich Pfarrer Pavel Kusnir in Novy Smokovec am Fusse der Hohen Tatra.

Neben vielen Begegnungen war auch Zeit für touristische Highlights, wie die Zipser Burg, die Holzkirche in Kežmarok und die Hohe Tatra. Ein weiterer Höhepunkt der gemeinsamen Reise war der Besuch beim evangelischen Generalbischof Ivan El’ko und beim deutschen Botschafter Joachim Bleiker in Bratislava.

Charlotte Moskaliuk

 

 

 

Pfarrer aus Deutschland besuchten die Slowakei

Der Pfarrkonvent Neuenbürg bereitete für seine Mitglieder die Studien- und Begegnungsreise in die Slowakei vor. Eine der vielen Stationen war das Generalbischofsamt, in dem zu etwa dreißig deutschen Pfarrern der Generalbischof der EKAB, Ivan Eľko, mit einer kurzen Präsentation ansprach.

Nach Ulrich Hirsch, ehemaligen Generalsekretär des GAW in Württemberg, deutschen Pfarrer interessieren sich dafür, wie die evangelische Kirche in der Slowakei ihren Glauben lebt." Reaktion der Teilnehmer ist sehr positiv. Viele sind begeistert und haben einen sehr guten Eindruck von den herzlichen Menschen, dem außergewöhnlichen Land und dem Leben der Kirchengemeinden."

Das Programm beinhaltete den Besuch der Evangelischen theologischen Fakultät Comenius Universität, Stadtführung. Nach dem Besuch im Generalbischofsamt zog den Pfarrkonvent in die Residenz des deutschen Botschafters, wo er sich mit Herrn Botschafter Joachim Bleicker getroffen hat. Aus Bratislava reiste die Gruppe zum partnerschaftlichen Seniorat Gemer.  In Rožňava besuchten sie kirchlichen Kindergarten, in Štítnik folgte Besuch der gotischen Kirche und Gespräch mit der Pfarrerin Jana Ilčisková, in Koceľovce Gotische Kirche und Gespräch mit der Vikarin Emília Velebírová und in Dobšiná Besuch der gotischen Kirche (ehemalige deutsche Kirche). Anschließend besuchte die Pfarrergruppe Kulturdenkmale UNESCO in Spišská Sobota, in Region Spiš folgte Besuch der Stadt Käsmark (Holzkirche), wo sie auch Andacht gehalten wurde. Es hat nicht gefehlt den Besuch von Tvarožná, Žehra, Zipser Burg und Leutschau.  Zum Schluss ihres Besuches ging die Gruppe auch in die Hohe Tatra, konkret nach Nový Smokovec. Hier besuchte sie das Gemeindezentrum, das im Jahr 2004 vom GAW finanziell unterstützt wurde. Die Pfarrergruppe wurde von Pfarrer Pavol Kušnír empfangen. Danach besuchten sie das Jugendzentrum SEM in Veľký Slavkov, das auch mehrere Jahre vom GAW unterstützen wird.

Der Pfarrkonvent findet jedes Jahr statt. Normalerweise in einer Tagungsstätte in Deutschland. Dabei treffen sich die Kollegen – PfarrerInnen gemeinsam zu einem Thema beieinander, was sonst nicht vorkommt. Die Organisatoren bemühen sich die Gemeinschaft untereinander zu pflegen, zu bewahren und die Kontaktpflege und Vertiefung mit dem Partner-Seniorat Gemer. Der Pfarrkonvent möchte die Evangelische Kirche A. B. in der Slowakei, Kirchengemeinden, PfarrerInnen sowie Kirchenleitung kennenlernen. Der Pfarrkonvent interessiert sich für politische und soziale Situation in der Staat, Gesellschaft sowie in der Ökumene. Der Besuch der jeweiligen Projekte, die vom GAW unterstützt werden, ist gleichzeitig auch die Stärkung der Kommunität zwischen den Pfarrern des Bezirks Neuenbürg und slowakischen Vertreter. Nicht zuletzt, im Bezirk Neuenbürg gibt es immer wieder neue Kollegen, die sich bis heute noch gar nicht kennen und so eine Studienreise dient auch zu gegenseitigem Kennenlernen.

 Jana Nunvářová, Medienreferentin