„Srécan put = Gute Reise nach Belgrad“

So hieß es am Ende des Infobriefes an die 17 Teilnehmer/innen des Pfarrkonvents Gaildorf. Er führte unter Leitung von Dekan Altenmüller und dem ehemaligen GAW-GF Ulrich Hirsch vom 31. Mai bis 5. Juni 2019  mehr als die Hälfte der Pfarrer/innen erstmalig in die autonome Provinz Vojvodina/Serbien.

Bereits seit 2002 besteht zwischen den Evangelischen Kirchenbezirken Blaufelden, Gaildorf und Künzelsau eine kirchliche Partnerschaft mit der „Slowakischen Evangelischen Kirche A.B. in Serbien“ (Secav). Diese Partnerkirche des GAW mit Sitz in Novi Sad hat 49.000 Gemeindeglieder in 27 Gemeinden mit 14 Filialen und insgesamt 22 Pfarrer/innen. Die „Secav“ ist die größte lutherische Kirche im ehemaligen Jugoslawien. Sie entstand 1921 als Gründung slowakischer Christen, die zuvor zur Evangelischen Kirche Ungarns gehörten und deren Siedlungsgebiet nach dem ersten Weltkrieg dem neugegründeten Staat zugesprochen wurde. Die „Secav“ betreibt zusammen mit weiteren 5 christlichen Kirchen die EHO, eine ökumenische Hilfsorganisation die sich den massiven diakonischen Herausforderungen der Gegenwart mit notwendigen Angeboten stellt.

Der Pfarrkonvent besichtigte am ersten Tag die serbische Hauptstadt, auch mit einem Abstecher zur deutschen  Gemeinde in Zemun. Im weiteren Verlauf der Reise standen Begegnungen in Vojlovica und Kovačica auf dem Programm. Ein eindrücklicher, bunter und langer Konfirmationsgottesdienst in Janošik zeigte einmal mehr die noch bestehende hohe Kirchlichkeit, bei der im Durchschnitt etwa 30 bis 40% der Gemeindeglieder am Gottesdienst teilnehmen. Die einzige Lutherbüste der Vojvodina,bzw von ganz Serbien steht in Padina. Sie wurde 2017 zum Reformationsjubiläum vom GAW Württemberg gestiftet. Neben weiteren GAW-Projekten ließ sich die württembergische Gruppe im Landesarchiv in Novi Sad auch von den historischen deutschen Wurzeln , aber auch den schrecklichen Greueltaten des 20.Jahrhunderts zwischen Serben und Kroaten berichten.

Mit einem Empfang bei Bischof Mag. Samuel Vrbovsky und einem bilanzierenden Ausklang endete der Pfarrkonvent, der für die meisten Teilnehmer neue Erkenntnisse und Informationen der Kirche in der Diaspora und Verständnis für die Arbeit des GAW brachte.

Ulrich Hirsch