Unsere Reisen im Jahr 2018

Bildungs- und Begegnungsreise der Frauenarbeit im GAW Württemberg nach Prag und Tabor vom 9. Mai 2018 bis 13. Mai 2018 „ Auf den Spuren des Jan Hus“

Reiseeindrücke von Hannelore Bohner

Jan Hus wurde 1415 auf dem Konzil in Konstanz verbrannt. Beeinflusst durch John Wicliff, wirkten die reformatorischen Gedanken des Predigers in der Bethlehemskapelle und Rektors der Universität in ganz Tschechien weiter. In Tabor hatte sich eine extreme Gruppe der husschen Gedanken, die Taboriten noch nach dem Tod von Jan Hus für einige wenige Jahre etabliert.

28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich beim Gespräch mit dem Kirchenrat für Ökumene, Herrn Dr. O. Engelhardt über die Geschichte und aktuelle Situation der Kirche in Tschechien informieren. Dr. Engelhardt erwähnte dabei auch die Unterstützung des GAW, die bei verschiedenen Projekten sehr hilfreich gewesen sei. Immerhin befinden sich die Kirchen in einem säkularen Umfeld. Nur 20% der Bevölkerung Tschechiens bekennen sich aktiv zu einer Kirche.

Beim Besuch der Gemeinde von Pfarrerin Lenka Ridzoňová in Prag-Střešovice konnte die Gruppe sich einen Eindruck von einer aktiven Gemeinde verschaffen. Es gibt Konfirmandenunterricht, Frauenkreise und Hauskreise. Gottesdienste und eine Partnerschaft mit einer niederländischen Gemeinde, um nur ein paar Beispiele zu nennen.  Die Symbole Kelch und Bibel sowie biblische Worte schmücken den Gottesdienstraum. Spontan sangen wir Lieder und Frau Ridzoňová sagte uns, dass die Gesangbücher mit Hilfe des GAW angeschafft wurden.

Immer wieder kam auch die Frage auf, wie Kirche sich in der Öffentlichkeit präsentiert. In Tabor fand während unserem Besuch das örtliche Feuerwehrfest statt. Wir erlebten dort einen Pfarrer der 1921 gegründeten hussitischen Gemeinde, der im Talar bei diesem Fest eine Ansprache hielt.

Es war interessant, in die Geschichte einer Kirche einzutauchen und zu erfahren wie Christen in einem säkularen Land leben. Das GAW leistet durch die persönlichen Begegnungen und den finanziellen Einsatz dabei einen geschwisterlichen Beitrag.

Am Sonntag nahm die Gruppe am Gottesdienst der deutschsprachigen Gemeinde in St. Martin in der Mauer teil. Der Alumnichor und das Orchester des Christianeum Hamburg mit der G-Dur Messe von Franz Schubert sowie die Predigt der Pfarrerin E.V. Förster-Blume waren ein gesegneter Abschluß einer eindrücklichen Begegnungsreise.