Unsere Reisen im Jahr 2018

 

Studienreise in das Land von Primus Truber vom 28.08. bis 05.09.2018

Reiseeindrücke von Gudrun und Hermann Strecker

Slowenien – Diaspora hautnah erlebt

Mit dem Omnibus startete am 28.8. eine Gruppe mit 39 Teilnehmern unter der Leitung von Ulrich Hirsch, Gudrun und Hermann Strecker zu einer Besuchsreise nach Slowenien. Im Rojachhof in Kärnten war die erste Übernachtung. Der Hof wird von einer evangelischen Familie geführt. Am Abend referierten 2 Gäste von der Lutherischen Kirche in Österreich über deren Geschichte und ihre gegenwärtige Situation.
Am nächsten Tag wurde nach dem Aufbruch das nicht weit entfernte Toleranzmuseum in Fresach besucht. Es legt Zeugnis ab von der bewegenden Geschichte der Protestanten in Österreich. Danach wurde bei der Fahrt durch den Karawankentunnel die slowenische Grenze überquert. Den ersten Stopp legten wir bei der Burg Bled und dem darunter liegenden See Bled ein – ein wunderschönes Ensemble.
Vom 29.8. bis zum 2.9. war die Reisegruppe in einem Hotel in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana untergebracht. Sie hat ca. 280.000 Einwohner, schön gelegen am Fluss Ljubljanica. Eine Stadtführung, eine Brauereibesichtigung und viel freie Zeit zur eigenen Erkundung der Stadt standen auf dem Programm.
Von Ljubljana aus erfolgten Ausflüge zu den Postojna-Höhlen, nach Piran an die Adria und nach Rasica zum Geburtsort des slowenischen Reformators Primus Truber. Aber auch Abstecher nach Triest durfte nicht fehlen. Hier gab uns Pfr. Alexander Ernisa einen kurzen Einblick in die Situation der evangelisch-lutherischen Kirche in Italien.
Am Sonntag war die Gruppe zum Gottesdienst der Evangelischen Gemeinde in Ljubljana eingeladen. Er wurde gehalten von Bischof Geza Filo. Er ist zugleich ihr Gemeindepfarrer. Beeindruckend war, wie weit manche Gemeindeglieder angereist kamen. Auch von der Adria kam jemand zum Gottesdienst. Das Einzugsgebiet der Gemeinde ist sehr groß.
In der Gemeinde in Ljubljana wurde die Gruppe sehr herzlich aufgenommen. An einem der Abende und auch am Sonntag nach dem Gottesdienst waren wir zum Mittagessen eingeladen. Die Gastfreundschaft war hier und bei allen folgenden Gemeindebegegnungen überwältigend. Der Gemeindesaal in Ljubljana ist so klein, dass nicht alle Teilnehmer einen Sitzplatz finden konnten. Das ist Diaspora hautnah!
Am Sonntag, dem 2.9., ging die Reise weiter ins nordöstlich gelegene Gebiet Prekmurie/Übermurgebiet. Dieses grenzt an Ungarn. Die Einquartierung erfolgte in einem Hotel in Moravske Toplice. Zum Hotel gehört eine Therme, die kostenlos genutzt werden konnte, was reichlich geschah.
In Prekmurie wohnen viel mehr Evangelische als im übrigen Land. Der Anteil der Evangelischen im ganzen Land beträgt 0,8%, das sind ca. 14.000. In diesem Gebiet gibt es Dörfer mit mehrheitlich evangelischer Bevölkerung. Diese Gegend ist stark landwirtschaftlich geprägt. Die Arbeitslosigkeit beträgt 17%.
Interessante Gemeindebegegnungen in Moravske Toplice, Bodonci, Murska Sobota (zentraler Ort in Prekmurie) und in Gornji Slaveci bereicherten das Programm. Die Weltgebetstagsliturgie für 2019 kommt aus Slowenien. Pfarrerin Simona Filipp Prosic in Gornji Slaveci leitet die Organisation des Weltgebetstages. Sie berichtete vom derzeitigen Stand der Vorbereitungen.
Was wir in der Diaspora immer wieder erlebt haben: Sie alle jammern nicht, weil sie in der Diaspora Gemeinde zu bauen haben. Sie tun, was sie können, mit ihren kleinen Möglichkeiten, und erwarten Gottes Segen.
Jeden Tag, außer sonntags, wurde von einem Mitglied der Reisegruppe eine Andacht gehalten. Pfr. Christoph Tapernoux hielt unterwegs verschiedene interessante Kurzreferate zum Leben von Primus Truber, zu seiner Theologie und zu geschichtlichen Aspekten seiner Zeit.
Dankbar und mit vielen neuen Eindrücken über Land und Leute und über bewegende Gemeindebegegnungen kehrte die Reisegruppe am 5.9. nach Württemberg zurück.
Gudrun und Hermann Strecker

Bildungs- und Begegnungsreise der Frauenarbeit im GAW Württemberg nach Prag und Tabor vom 9. Mai 2018 bis 13. Mai 2018 „ Auf den Spuren des Jan Hus“

Reiseeindrücke von Hannelore Bohner

Jan Hus wurde 1415 auf dem Konzil in Konstanz verbrannt. Beeinflusst durch John Wicliff, wirkten die reformatorischen Gedanken des Predigers in der Bethlehemskapelle und Rektors der Universität in ganz Tschechien weiter. In Tabor hatte sich eine extreme Gruppe der husschen Gedanken, die Taboriten noch nach dem Tod von Jan Hus für einige wenige Jahre etabliert.

28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich beim Gespräch mit dem Kirchenrat für Ökumene, Herrn Dr. O. Engelhardt über die Geschichte und aktuelle Situation der Kirche in Tschechien informieren. Dr. Engelhardt erwähnte dabei auch die Unterstützung des GAW, die bei verschiedenen Projekten sehr hilfreich gewesen sei. Immerhin befinden sich die Kirchen in einem säkularen Umfeld. Nur 20% der Bevölkerung Tschechiens bekennen sich aktiv zu einer Kirche.

Beim Besuch der Gemeinde von Pfarrerin Lenka Ridzoňová in Prag-Střešovice konnte die Gruppe sich einen Eindruck von einer aktiven Gemeinde verschaffen. Es gibt Konfirmandenunterricht, Frauenkreise und Hauskreise. Gottesdienste und eine Partnerschaft mit einer niederländischen Gemeinde, um nur ein paar Beispiele zu nennen.  Die Symbole Kelch und Bibel sowie biblische Worte schmücken den Gottesdienstraum. Spontan sangen wir Lieder und Frau Ridzoňová sagte uns, dass die Gesangbücher mit Hilfe des GAW angeschafft wurden.

Immer wieder kam auch die Frage auf, wie Kirche sich in der Öffentlichkeit präsentiert. In Tabor fand während unserem Besuch das örtliche Feuerwehrfest statt. Wir erlebten dort einen Pfarrer der 1921 gegründeten hussitischen Gemeinde, der im Talar bei diesem Fest eine Ansprache hielt.

Es war interessant, in die Geschichte einer Kirche einzutauchen und zu erfahren wie Christen in einem säkularen Land leben. Das GAW leistet durch die persönlichen Begegnungen und den finanziellen Einsatz dabei einen geschwisterlichen Beitrag.

Am Sonntag nahm die Gruppe am Gottesdienst der deutschsprachigen Gemeinde in St. Martin in der Mauer teil. Der Alumnichor und das Orchester des Christianeum Hamburg mit der G-Dur Messe von Franz Schubert sowie die Predigt der Pfarrerin E.V. Förster-Blume waren ein gesegneter Abschluß einer eindrücklichen Begegnungsreise.