König Gustav II. Adolf von Schweden
(1594 - 1632)

© Württembergische Landesbibliothek

König Gustav II. Adolf von Schweden

Der „Eroberer aus dem Norden“ gilt als bedeutendster König Schwedens: Unter seiner Herrschaft wurde die Verwaltung und das Bildungswesen reformiert. 

Nicht zuletzt machten die siegreichen Kriege gegen Dänemark, Russland sowie Polen Schweden zu einer europäischen Großmacht.

Was wäre gewesen, wenn der aus dem Hause Wasa stammende König Gustav II. Adolf nicht mit seinem schwedischen Heer 1630 auf Seiten der Protestanten in den Dreißigjährigen Krieg eingegriffen hätte?

„Ohne sein siegreiches Eingreifen wäre der Protestantismus in Mittel- und Nordeuropa verloren gewesen,“ so der heutige Präsident des Gustav-Adolf-Werks (GAW), Dr. Wilhelm Hüffmeier. Es hätte keinen „Westfälischen Frieden“ gegeben, der die konfessionelle Verschiedenheit Deutschlands festschrieb und 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete.

Durch das Einschreiten schob Gustav II. Adolf aber auch den absolutistischen Bestrebungen des deutschen Kaisers mit der Stärkung des Katholizismus einen Riegel vor. Ohne den Eintritt des Schwedenkönigs in den Krieg hätte der habsburgische Kaiser, Ferdinand II, sein Ziel erreicht, nämlich ganz Norddeutschland zum katholischen Glauben zurückzuführen.

Der Retter des Protestantismus?

Die konfessionelle Landkarte des Christentums würde ohne Gustav II. Adolf heute ganz anders aussehen. Die evangelische Kirche gäbe es wahrscheinlich nicht mehr. Die Bekenntnisschrift der lutherischen Kirche, die Confessio Augustana von 1530, bedeutete zwar eine Kirchenspaltung im deutschen Reich, führte aber auch zu einem gesellschaftlichen und kulturellen Aufbruch. Mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 erhielt jeder Landesherr das Recht, sich frei für eine Konfession zu entscheiden.

Politische Streitigkeiten im Heiligen Römischen Reich blieben trotzdem auf der Tagesordnung. So wurden ständisch-religiöse Auseinandersetzungen in Böhmen in Folge des Prager Fenstersturzes 1618 zum Auslöser jenes Dreißigjährigen Krieges. Die Schlacht am Weißen Berg (8.11.1620) beendete den böhmischen Aufstand. Sie ließ erahnen, wie mit den Protestanten verfahren wurde: Das Land wurde zurückerobert, rekatholisiert, der Adel weitgehend enteignet und 150.000 Protestanten vertrieben. 1629 schien die Lage der Protestanten schier aussichtslos: Im „Restitutionsedikt“ wurde verfügt, dass Veränderungen zugunsten der Protestanten rückgängig zu machen seien.

1630 griff Gustav II. Adolf aus machtpolitischen Gründen in den Dreißigjährigen Krieg ein: Die kaiserlichen Truppen waren bereits bis an die Ostsee vorgedrungen und gefährdeten sein Ziel, ein Ostseeimperium unter schwedischer Führung zu errichten. Das Eingreifen hatte vorwiegend also machtpolitische Gründe.Zu jenem Zeitpunkt gerieten die Protestanten aber immer mehr in Bedrängnis.

Im September 1631 besiegten die schwedischen Truppen bei Breitenfeld in der Nähe von Leipzig die Truppen der Liga unter dem kaiserlichen Heerführer Tilly. Dort steht auf einem Denkstein „Glaubensfreiheit für die Welt/rettete bei Breitenfeld/Gustav Adolf, Christ und Held“. Für die Protestanten übte dieser Sieg eine große moralische Wirkung aus. Gustav II. Adolf wurde als Befreier vom habsburgischen Joch gefeiert: der Krieg dauerte nunmehr schon 13 Jahre.

Das Ziel von Gustav II. Adolf war nicht nur die Wiederherstellung der Reichsverfassung, der „gerechten Sache“ des Augsburger Religionsfriedens von 1555, sondern auch „die Garantie eines gerechten Gleichgewichts“ in Europa, so der Historiker Günter Barudio. Innerhalb kürzester Zeit gelang es ihm 1632, nach Südwest- und Süddeutschland bis nach München vorzudringen und Stützpunkte der Liga zu besetzen und protestantisches Kirchentum wieder herzustellen.
Jedoch war Gustav II. Adolf kein selbstloser Retter des Protestantismus. Sicherlich spielten religiöse Motive mit – aber er war ebenso ein nach Macht strebender Politiker wie andere Kriegsherren.

Am 16. November 1632 (nach dem Julianischen Kalender, den die Schweden zu jener Zeit noch verwendeten, war es der 6. November) starb Gustav II. Adolf, König von Schweden mit 37 Jahren in der legendären Schlacht bei Lützen. Trotz des Verlustes des Kriegsherrn gelang es den schwedischen Truppen, das kaiserliche Heer unter General Wallenstein niederzuringen.

Der tote Schwedenkönig wurde nach Weißenfels gebracht und im Geleitshaus aufgebahrt. Im Frühjahr 1633 wurde er in einem großen Leichenzug nach Schweden überführt. Gustav II. Adolf ist in der Ritterholmkirche in Stockholm beigesetzt.

(Quelle: Sybille Kannwischer, Internetauftritt der Evangelischen Landeskirche in Württemberg www.elk-wue.de)